Covid-19 Kinder sehr häufig mit Corona infiziert – aber nur selten schwer

Vor der Deltavariante infizierten sich in Kanada sehr viele Kinder mit Corona, aber nur sehr wenige wurden mit schweren Verläufen in Krankenhäusern behandelt. Wer schwer erkrankte, hatte häufig Vorerkrankungen.

Krankes Kind mit Grippefieber, das im Bett liegt und ein Thermometer hält.
Fieber war bei den in kanadischen Krankenhäusern behandelten Kindern mit Covid-19 das häufigste Symptom. (Symbolbild) Bildrechte: PantherMedia / wen hui wang

  • Neue Studie aus Kanada: 3,3 Prozent aller kanadischen Kinder hatten Kontakt mit SARS-CoV-2.
  • Nur 43 Prozent der mit Covid-19 in Kliniken behandelten Kinder und Jugendlichen waren wegen der Infektion ins Krankenhaus gekommen.
  • Nur 50 Prozent hatten dann einen schweren Verlauf, 13 Prozent mussten beatmet werden. Die häufigsten Vorerkrankungen waren Übergewicht, neurologische Erkrankungen und Atemwegserkrankungen außer Asthma.

Zumindest in der ersten Hälfte der Pandemie hatten Kinder und Jugendliche ein sehr geringes Risiko, schwer an Covid-19 zu erkranken. Diesen bereits bekannten Befund untermauerte nun noch einmal eine Studie kanadischer Kinderärzte, die im Journal der kanadischen Mediziner-Vereinigung (CMAJ) erschienen ist. Zugleich waren sie unter allen Altersgruppen am häufigsten infiziert. Untersuchungen auf Antikörper gegen das Virus zeigten, dass rund 3,3 Prozent aller kanadischen Kinder Kontakt mit dem Virus hatten, bei den Erwachsenen und Alten war dieser Wert niedriger.

Häufigste Symptome bei Kindern: Fieber, Erbrechen und Husten

Die Studie betrachtete 264 Kinder und Jugendliche, die zwischen dem 25. März und dem 31. Dezember 2020 mit einer Covid-19 in kanadischen Krankenhäusern behandelt wurden. 43 Prozent der Studienteilnehmer waren nicht wegen der Infektion eingewiesen worden. Sie wurde erst durch einen Test festgestellt. Von den 150 Kindern und Jugendlichen, die primär wegen der Covid gekommen waren, zeigten 70 Prozent Fieber, 35 Prozent erbrachen sich und 34 Prozent hatten starken Husten.

Nur bei der Hälfte dieser in Kliniken behandelten Kinder entwickelte sich ein schwerer Verlauf. 21 Prozent mussten auf einer Intensivstation behandelt werden, 13 Prozent wurden beatmet oder an eine Herzmaschine angeschlossen.

Studie wurde vor Durchsetzung der Delta-Variante gemacht

"Unsere Studie zeigt noch einmal deutlich, dass sich die Krankheitszeichen und Verläufe in der ersten Hälfte der Pandemie deutlich unterschieden haben zwischen Kindern und Erwachsenen", sagt Kinderarzt Shaun Morris von der Universität Toronto. Noch zu Beginn der Pandemie hatten Kinderärzte das Gegenteil erwartet, da die meisten virusbedingten Atemwegsinfektionen bei Kindern oft eher schwer verlaufen. Ob die in der Studie formulierten Erkenntnisse angesichts der Delta-Variante noch gültig sind, ist aber noch offen. Das Virus ist nun ansteckender. Ob es auch bei Kindern zu schwereren Verläufen führt, ist noch nicht bekannt.

(ens)

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