Covid-19 Antikörper-Boost nach Impfdurchbruch: zehn mal stärker als nach Impfung

US-Forscher haben Blutseren von Menschen getestet, die von einem Impfdurchbruch genesen sind. Sie hatten vier bis fünf Mal so viele neutralisierende Antikörper wie die doppelt geimpfte Vergleichsgruppe.

Illustration Antikörper
Computergrafik: Antikörper lagern sich an die Oberflächenproteine eins Virus und blockieren dadurch ihre Bindungsfähigkeit an menschliche Zellen. Bildrechte: imago images/Science Photo Library

Zwei bis vier Wochen nach einer Covid-Impfung haben Geimpfte die meisten Antikörper gegen das SARS-Coronavirus-2, danach sinken die Spiegel kontinuierlich ab. Deshalb kann es nach einiger Zeit zu sogenannten Impfdurchbrüchen kommen, also Infektionen trotz vollständiger Impfung. Meist verlaufen sie mild, da andere Teile der Immunabwehr – etwa die T-Zell-Antworten – weiterhin einen guten Schutz vor schwerer Erkrankung bieten. Aber wer einen Impfdurchbruch erleidet, kann ansteckend für Andere sein. Deshalb lautet die Hoffnung von Experten und Betroffenen, dass es nicht immer wieder zu solchen Impfdurchbrüchen kommt. Eine wichtige Frage ist daher: Wie stark werden bei einer Durchbruchsinfektion neue Antikörper gebildet? Das hat ein Team von Forschern um den Molekularbiologen Tafesse Fikadu von der Universität Portland in den USA jetzt untersucht.

Vergleich der Seren frisch Geimpfter mit denen genesener Impfdurchbrüche

Mediziner untersuchten Serumproben von 26 vollständig geimpften Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Universitätsklinik in Portland, die zwischen dem 31. Januar und dem 18. August eine Durchbruchsinfektion hatten. 20 davon waren Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 38 Jahre. Alle hatten den mRNA-Impfstoff von Biontech/Pfizer erhalten, der Impfdurchbruch ereignete sich in der Regel etwa sechs Monate nach der zweiten Impfdosis. 21 Personen hatten lediglich milde Erkältungssymptome. Durch Genomsequenzierung konnten dabei in den meisten Fällen die Virusvarianten bestimmt werden. Demnach erlitten zehn Personen einen Impfdurchbruch mit der Deltavariante und neun Personen mit anderen Varianten.

Die Werte verglichen die Forscher mit einer Kontrollgruppe von 26 Personen, die in ihren demografischen Eigenschaften wie Alter und Geschlecht der Untersuchungsgruppe entsprachen. Hier nahmen die Forscher Blutproben etwa 28 Tage nach der Zweitimpfung, also zum Zeitpunkt der höchsten Antikörperwerte. Bei beiden Gruppen bestimmten die Mediziner die Mengen im Blut wirksamer Antikörper vom Typ IgG, IgA und IgM, also die sogenannten Titer. Dann testeten die Forscher die Fähigkeit des Serums, echte Viren der Varianten Wildtyp, Alpha, Beta, Gamma und Delta in Zellkulturen zu neutralisieren.

Impfdurchbrüche: Zehn mal so viele neutralisierende Antikörper

Laut der Studie hatten die Personen mit einer überstandenen Durchbruchsinfektion etwa fünf Mal so viele Antikörper vom Typ IgA wie die lediglich vollständig Geimpften. IgA-Antikörper kommen vor allem auf den Atemschleimhäuten vor. Dieser Unterschied ergebe sich möglicherweise durch die unterschiedlichen Wege, wie die Antigene in den Körper gelangen. Bei der Impfung passiert das durch eine Spritze ins Muskelgewebe, bei der Infektion über Aerosole in die Atemwegszellen.

Erstaunter waren die Forscher dagegen über den Anstieg der Neutralisationsfähigkeit. Die war bei Menschen nach einer Durchbruchsinfektion fast zehn Mal so stark wie nach der zweifachen Impfung. Zudem zeigte sich bei denjenigen Patienten, die einen Impfdurchbruch durch die Delta-Variante erlitten hatten, dass ihr Serum auch den Wildtyp des Virus effektiv blockieren konnte. Die Autoren der Studie schließen darauf, dass gegen die jüngsten Varianten gerichtete Booster-Impfstoffe einen starken Schutz gegen alle bisherigen Virustypen bieten könnten.

(ens)

Quelle

  • Bates, McBride, Winders et.al.: Antibody Response and Variant Cross-Neutralization After SARS-CoV-2 Breakthrough Infection, JAMA

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