Covid-19 Corona-Impfstoff Sputnik V: Bislang keine Hinweise auf Thrombose-Nebenwirkung

In der EU ist Russlands Corona-Impfstoff Sputnik V noch nicht zugelassen. Erfahrungen anderer Länder zeigen aber: Die Impfung schützt offenbar gut. Hinweise auf gefährliche Thrombosen gibt es bislang nicht.

Eine junge Frau bekommt eine Impfung
Impfung mit Sputnik V in Russland. Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Der Einsatz des russischen Covid-Impfstoffs Sputnik V zeigt laut einem Bericht des Magazins "nature" in verschiedenen Ländern offenbar eine gute Wirkung gegen eine Ansteckung mit dem Coronavirus Sars-CoV-2. Zugleich gibt es bislang keine Berichte über die seltene Nebenwirkung der sogenannten Thrombose mit Thrombozytopenien (TTS). Diese waren nach Impfungen mit Astrazeneca und Johnson & Johnson aufgetreten und hatte zu gefährlichen Blutgerinnseln in der Sinusvene im Gehirn geführt. In Deutschland starben laut dem zuständigen Paul-Ehrlich-Institut bislang 21 Personen an dieser Nebenwirkung.

Monitoring der Nebenwirkungen möglicherweise nicht genau genug

Zwar konnte die genaue Ursache für TTS bislang nicht ermittelt werden, im Verdacht standen jedoch die Adenoviren, die sowohl bei Astrazeneca, Johnson & Johnson als auch bei Sputnik V als Transportmittel dienen, die ein kleines Stück Erbinformation für das Corona-Spikeprotein in den Körper einschleusen und so das Immunsystem gegen Covid-19 trainieren sollen.

Wie nature berichtet, hätten bislang weder das russische noch das argentinische oder das serbische Gesundheitssystem TTS-Fälle nach einer Impfung mit Sputnik V festgestellt. In allen drei Ländern wurde der Impfstoff großflächig eingesetzt, allein in Argentinien hätten bislang vier Millionen Menschen eine Impfung mit dem Vakzin erhalten.

Allerdings warnen verschiedene Wissenschaftler bei der europäischen Arzneimittelagentur EMA und bei der WHO, dass die Nebenwirkung in diesen Ländern möglicherweise übersehen wurde, da das Monitoring der Gesundheit der Menschen nach der Impfung nicht so engmaschig ablaufe, wie in der EU, dem Vereinigten Königreich oder den USA.

Russland: Sputnik V schützt schon nach einer Dosis

EMA und WHO haben Sputnik V bislang noch keine Zulassung erteilt. Grund sind neben Fragen zur Sicherheit des Impfstoffs auch Zweifel an den Daten aus der klinischen Phase-3-Studie, sowie noch nicht abgeschlossene Untersuchungen der Impfstofffabriken in Russland. Das Gamaleya-Institut, Entwickler von Sputnik V, teilte in einer Pressemitteilung aber mit, das Vakzin habe bei 3,8 Millionen geimpften Personen in Russland ein Schutzniveau von 97,6 Prozent gegen eine Infektion gezeigt. Die Mitteilung führte dabei allerdings nicht näher aus, ob hier alle Arten von Infektionen oder lediglich symptomatische eingeschlossen waren und wie es sich bei neuen Mutationen wie der Delta-Variante verhält.

Allerdings verweist Russland auf Erfahrungen aus den Vereinten Arabischen Emiraten und aus Argentinien. Dort hätte der Vergleich zwischen Geimpften und Nichtgeimpften ergeben, dass schon einen Dosis Sputnik V einen Schutz vor symptomatischer Infektion von 78,6 Prozent entfalte. Das ist ein ähnlicher Wert wie bei dem Vakzin von Johnson & Johnson, das auf nur eine Impfdosis setzt. Russland hat deshalb begonnen einen Teil der Impfungen als Einmal-Dosis-Impfung unter dem Label "Sputnik Light" auszugeben.

Vor allem WHO Zulassung wichtig

Für das weltweite Impfprogramm Covax wäre vor allem eine Zulassung von Sputnik V durch die WHO wichtig. Die hierfür fehlenden Daten könnten jetzt aus Ländern wie Argentinien, Venezuela oder der Türkei kommen, die den Impfstoff in großen Mengen einsetzen. Hier laufen aktuelle Studien, die ein genaueres Bild liefern sollen zu Wirkung und Sicherheit von Sputnik V.

(ens)

Quelle

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