CO2-Bilanz Und Elektroautos haben doch die bessere Klimabilanz!

Eine neue Studie aus Deutschland vergleicht 790 verschiedene Fahrzeuge und kommt zu dem Schluss: E-Autos sind Dieselfahrzeugen und Benzinern überlegen, was die CO2-Bilanz angeht. Obwohl E-Autos in der Produktion CO2-intensiver sind – aber das holen sie im Laufe ihres Autolebens locker wieder auf.

Ein Elektroauto lädt an einer Stromtankstelle.
Auch die neue Studie bestätigt: E-Autos sind besser fürs Klima als Verbrenner. Bildrechte: IMAGO / Future Image

Im September vergangenen Jahres wurden in Deutschland zum ersten Mal mehr reine Elektroautos zugelassen als Diesel. Nicht ganz unschuldig daran dürfte sein, dass E-Autos in Deutschland momentan sehr großzügig gefördert werden. Alles im Namen der Umwelt versteht sich, denn sie sind ja gut fürs Klima. Aber sind sie das wirklich? In der Wissenschaft wird das immer wieder hitzig diskutiert. Denn klar ist: Es kommt auch immer ein wenig darauf an, wie man rechnet.

CO2-Bilanz für ein ganzes Autoleben

Eine neue Studie der Universität der Bundeswehr München vergleicht deshalb 790 verschiedene Fahrzeugmodelle, darunter Diesel, Benziner, Wasserstoffautos, Hybride und reine Elektroautos – und zwar in Bezug auf ein ganzes "Autoleben“. Das bedeutet, dass sowohl die Produktion, als auch Nutzung und Entsorgung des PKW zusammengerechnet werden. Das entspricht der Wirtschaftsphilosophie eines "cradle to cradle“-Kreislaufmodells: Der gesamte Lebenszyklus eines Produkts, quasi vom Ursprung über Nutzung und Recycling bis zum nächsten Ursprung für ein neues Produkt, soll zusammengedacht werden.

Wie intensiv ein Auto genutzt wird, ist in der Realität stark von der Person abhängig, die es fährt – die Münchner Forscher legen deshalb ein Modell zugrunde, wonach jedes Auto so viele Kilometer fährt, wie das durchschnittlich für die entsprechende Autosorte erwartbar ist.  

Hybridmodelle schneiden gut ab

Jenseits von Herstellerangaben und Einzelanalysen wolle man so einen Überblick geben, der es Verbraucherinnen und Verbrauchern ermögliche, eine Übersicht über die Klimaauswirkungen ihrer Kaufentscheidungen zu gewinnen, sagt Johannes Buberger von der Fakultät für Elektrotechnik und Informationstechnik der Universität der Bundeswehr München über seine Studie. Seine Modell-Rechnungen zeigen: E-Autos sind in der Produktion zwar deutlich CO2-intensiver als Verbrennermotoren, aber sie machen das im Laufe ihrer Fahrzeit locker wieder wett. Aber auch Hybridmodelle haben eine gute Bilanz – die sie noch stark verbessern können, wenn Strom aus erneuerbaren Energien verwendet wird.

Bei der Verwendung von Ökostrom können Plug-in-Hybrid- und vollelektrische Fahrzeuge die Gesamtemissionen im Vergleich zu Verbrennern um 73 Prozent bzw. 89 Prozent reduzieren. Alternativ können Brennstoffzellenfahrzeuge die Treibhausgasemissionen in ähnlichem Maße wie Elektrofahrzeuge (die mit herkömmlichem Strom betrieben werden) reduzieren, wenn sie derzeitig handelsüblichen grauen Wasserstoff verwenden (60 Prozent). Ganz generell führen erneuerbare Kraftstoffe und Energie zu den niedrigsten Emissionen über die Lebensdauer von Fahrzeugen hinweg.
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Die Einsparung in Zahlen Bei der Verwendung von Ökostrom können Plug-in-Hybrid- und vollelektrische Fahrzeuge die Gesamtemissionen im Vergleich zu Verbrennern um 73 Prozent bzw. 89 Prozent reduzieren. Alternativ können Brennstoffzellenfahrzeuge die Treibhausgasemissionen in ähnlichem Maße wie Elektrofahrzeuge (die mit herkömmlichem Strom betrieben werden) reduzieren, wenn sie derzeitig handelsüblichen grauen Wasserstoff verwenden (60 Prozent). Ganz generell führen erneuerbare Kraftstoffe und Energie zu den niedrigsten Emissionen über die Lebensdauer von Fahrzeugen hinweg. (Quelle: Universität der Bundeswehr München)

In der CO2-Lebensbilanz liegen Elektroautos demnach weit unter herkömmlichen Verbrennermotoren – das gilt besonders, wenn sie mit Strom aus erneuerbaren Energien angetrieben werden. Aber auch, wenn konventioneller Strom verwendet wird, schneiden E-Autos noch deutlich besser ab als diesel- und benzinbetriebene PKW. Unbestritten ist allerdings, dass die in den Elektroautos verbauten Lithium-Ionen-Akkus je nach Zeit und Nutzungsintensität an Kapazität verlieren. Die Autohersteller empfehlen ein Auswechseln der Akkus nach acht bis zehn Jahren.

Optimistische Rechnung beim Batterierecycling

Weil die Produktion der Akkus mit viel Aufwand verbunden ist und das benötigte Lithium nicht immer ressourcenschonend gewonnen wird, sollen sie nach dem Einsatz im Auto ein "second life“, also ein zweites Leben führen und beispielsweise als stationäre Energiespeicher nachgenutzt werden. Durch diese Art des Recyclings werden Emissionen eingespart – die die Forschenden an der der Universität der Bundeswehr München optimistischerweise von der Lebens-CO2-Bilanz des Elektroautos abziehen. Dass die Umweltfreundlichkeit unserer E-Autos auf diese Weise gesteigert wird, ist sicher wünschenswert und muss auch keine Utopie sein, weil Akkus als Speichermedien begehrt sind - aber: standardisierte Abläufe fehlen hier noch.

Hier gibt's die Studie zum Nachlesen:

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Geteiltes Bild: Oben ein Auto wie ein SUV im Stadtverkehr mit Wasserstoff-Antrieb-Werbung, unten ein weißer Tesla, eine flache Limousine beim Fahren mit viel Bewegungsunschärfe drum herum 4 min
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