Raumfahrt Weltraumteleskop James Webb lässt den ersten Stern strahlen

Nächster erfolgreicher Schritt für das James Webb Weltraumteleskop. Es hat seine 18 Spiegelsegmente ausgerichtet, erfolgreich getestet und ein Selfie davon an die Bodencrew geschickt.

NASA-James Webb
Ein Selfie aus 1,5 Millionen Kilometer Entfernung beweist: Das James Webb Weltraumteleskop funktioniert bisher ohne Probleme. Bildrechte: NASA/STScI

Das James Webb Weltraumteleskop (JWST) funktioniert wie geplant und wahrscheinlich sogar noch besser. So zumindest schätzen es die Forschenden vom Nasa Science Mission Directorate in Washington ein. Das Teleskop, das Weihnachten 2021 erfolgreich – und spritsparend – ins All geflogen ist, hat jetzt die Feinausrichtung (fine phasing) seiner 18 Spiegelsegmente abgeschlossen. Als Beweis schickte es ein Selfie. Das ist möglich, da es mit einer speziellen Pupillenabbildungslinse im Inneren des NIRCam-Instruments ausgestattet ist. Diese Linse liefert Bilder der Hauptspiegelsegmente. Die NIRCam kann dagegen Bilder im infraroten Wellenlängenbereich von 0,6 bis 5 Mikrometer machen und damit das Licht der frühesten Sterne und Galaxien einfangen.

18 Spiegelsegemente fokussieren sich auf einen Stern

Der neue Test beinhaltete auch einen weiteren Blick ins All, nach dem ersten Foto im Februar. Damit wollte die Nasa die Fokussierung aller 18 Segmente des Teleskops auf einen einzelnen Stern testen. Und das hat ganz offensichtlich geklappt. "Wir haben das Teleskop vollständig auf einen Stern ausgerichtet und fokussiert, und die Leistung übertrifft die Spezifikationen", sagte Ritva Keski-Kuha, verantwortlich für die optischen Teleskope des JWST Nasa Goddard. "Wir wissen jetzt, dass wir das richtige Teleskop gebaut haben." Das Nasa-Foto zeigt den Stern 2MASS J17554042+6551277 und einige weitere Sterne und Galaxien.

NASA-James Webb
Mit dem NIRCam-Instrument wurde durch alle 18 Spiegelsegmente ein einheitliches Bild desselben Sterns erzeugt. Dabei wurde zusätzlich ein Rotfilter benutzt, um den visuellen Kontrast zu optimieren. Bildrechte: NASA/STScI

Das JWST war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Während des rund vier Wochen langen Flugs wurden unter anderem der Sonnenschutz des Teleskops aufgespannt und die Spiegelsysteme ausgefahren. Im Januar erreichte das Teleskop dann seinen Zielorbit, dort umkreist es den Lagrange-Punkte L2 (siehe Grafik unten). Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen des Teleskops unter anderem Erkenntnisse über die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren.

Das JWST wurde rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar (rund 8,8 Milliarden Euro). Es folgt auf das Teleskop Hubble, das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

gp/dpa/nasa

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