Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung Mehr Hitzerekorde und Extremregen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben Hitzerekorde und Extremniederschläge zugenommen. Einer von vier Regenrekorden seit 2010 ist auf den Klimawandel zurückzuführen. Die Fläche der Regionen, die von Starkregenereignissen betroffen ist, hat massiv zugenommen. Das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung warnt: Bei der globalen Erwärmung bekommen wir jedes Zehntel Grad in Form von Extremen zu spüren, als Hitzerekorde oder Niederschlag.

Im Bild eine Ortschaft an der Straße zwischen Dernau und Walporzheim, die von den Fluten auf einem Abschnitt einfach mitgerissen wurde.
Notstand an Flüssen nach Dauerregen: Global sind immer mehr Flächen von Extremregen betroffen Bildrechte: imago images/Future Image

In den vergangenen zehn Jahren gab es neunzig Mal mehr monatliche Hitzerekorde als zwischen 1951 bis 1980. Zu diesem Ergebnis kommt das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung in einer neuen Studie. Demnach betreffen Hitzewellen inzwischen im Durchschnitt etwa neun Prozent der gesamten Landfläche. Hitzewellen, die vom monatlichen Standard einer bestimmten Region stark abweichen, werden als 3-Sigma-Ereignisse bezeichnet. Und es gibt auch die 4-Sigma-Ereignisse: "Hier sehen wir sogar eine Zunahme um das 1000-fache im Vergleich zum Referenzzeitraum", sagt Hauptautor Alexander Robinson.

Etwa drei Prozent der globalen Landfläche sind der Datenanalyse zufolge zwischen 2011 und 2020 monatlich von Extremniederschlägen betroffen. Demnach haben auch die Regenextreme zugenommen; durchschnitlich rührt einer von vier rekordhohen Tagesniederschlägen seit 2010 vom Klimawandel her. Alexander Robinson prognostiziert, dass es in Zukunft noch mehr Extremereignisse geben wird: "Noch stärker ist die Veränderung bei den Extremereignissen, die wir als 4-Sigma-Ereignisse bezeichnen, und die es vorher praktisch nicht gab. Hier sehen wir sogar eine Zunahme um das Tausendfache im Vergleich zum Referenzzeitraum."

Hitzewellen werden auch nördliche Regionen häufiger aufheizen

Dem Forscher zufolge erleben wir inzwischen Extreme, die ohne den Einfluss der menschgemachten globalen Erwärmung praktisch unmöglich wären. Wer nach Beispielen schaut, muss nicht lange zurückblicken: die Hitzewellen 2020 in Sibirien und Australien mit ihren verheerenden Waldbränden. Oder auch 2021: Menschen in den USA und Kanada brüteten in einzelnen Regionen bei Temperaturen von fast 50 Grad Celsius. Auch tropische Regionen verzeichnen neue Höchstwerte; die stärksten da, wo die Temperaturunterschiede monatlich normalerweise niedrig sind. Dort führen auch schon leichte Verschiebungen zu Rekorden. Die Forscher sagen, bei insgesamt steigenden Temperaturen werden Hitzerekorde durch den menschgemachten Klimawandel auch in nördlichen Regionen häufiger auftreten.

PIK: Einer von vier Regenrekorden ist auf den Klimawandel zurückzuführen

Auch die täglichen Niederschlags-Spitzenwerte haben zugenommen. Im Vergleich mit einem Klima ohne globale Erwärmung ist die Zahl der Regenrekorde um etwa 30 Prozent gestiegen. Das heißt, einer von vier Rekorden ist bereits auf den vom Menschen verursachten Klimawandel zurückzuführen. Dahinter steckt die Clausius-Clapeyron-Gleichung: Luft kann pro Grad Celsius Erwärmung sieben Prozent mehr Feuchtigkeit aufnehmen.

Hitzeextreme: Fläche in den letzten zehn Jahren verdoppelt

Beim Vergleich der beiden Jahrzehnte seit 2000 zeigt sich: Die Landfläche, die von Hitzeextremen der 3-Sigma-Kategorie betroffen ist, hat sich fast verdoppelt. Die Regenrekorde haben 2011 bis 2020 gegenüber dem Jahrzehnt ab 2000 um fünf Prozentpunkte zugenommen. Auch die scheinbar nur geringe Erwärmung in den vergangenen zehn Jahren von nur 0,25°C hat die Klimaextreme erheblich ansteigen lassen. Ko-Autor Stefan Rahmstorf zufolge bestätigt diese Analyse, dass es bei den Auswirkungen der globalen Erwärmung auf den Menschen wirklich auf jedes Zehntel Grad ankommt.

Die Potsdamer Studie lesen Sie hier komplett.

(lfw)

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