Klimawandel und Mobilität Grüner Fliegen: Luftfahrtexperten sehen eine Vielzahl von Möglichkeiten

Beim Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress haben Experten verschiedene Konzepte für klimaneutralen Luftverkehr diskutiert. So müssen sich in Zukunft nicht nur die Antriebe, sondern auch die Routenführung ändern.

Ansicht von oben: Heck, Flügel und Triebwerke eines kommerziellen mit Flugzegus (weiß mit roten Streifen) über grünem Nadelwald. Flugzeug ist 3D-Modell.
Beim grünen Fliegen kommt's nicht nur auf die Antriebe drauf an, sondern auch wo die Route entlang geht. Bildrechte: imago/Addictive Stock (M)

Einchecken ohne Flugscham wird möglich – die Frage ist nur wann. Am Dienstag haben nationale Luftfahrexperten in Dresden diskutiert, wie grüner Flugverkehr in Zukunft realisierbar ist. "Wir können mit den neuen Antrieben, Brennstoffen und Konfigurationen bis zum Jahr 2050 fünfzig Prozent des Eigenenergieverbrauch eines Flugzeuges reduzieren", erklärte Markus Fischer vom Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt im Rahmen des diesjährigen Deutschen Luft- und Raumfahrtkongress. Allerdings werde sich dabei das Flugverhalten von dem derzeit gewohnten unterscheiden. Flugzeuge würden etwa nicht nur anders aussehen, sondern auch langsamer oder tiefer fliegen.

Podiumsdikussion: Vier Männer stehen an Pulten auf einer Bühne, Beamer-Projektion im Hintergrund mit Logo "DLRK 2022 Deutscher Kongress für Luft- und Raumfahrt". Moderator links mit erhobener Hand. Im Vordergrund sitzendes Poblikum.
Podium beim DLRK 2022 in Dresden Bildrechte: MDR WISSEN

Ebenfalls optimiert werden müsse die Flugroutenführung. "Der klimafreundlichste Flug ist nicht automatisch der kürzeste Flug", so Johann Friedrich Colsmann, Abteilungsleiter Luftfahrt im Bundesministerium für Arbeit und Digitales mit Verweis auf neue Konzepte in der Luftsicherung. Durch Digitalisierung und Automatisierung sei es möglich, gezielt Gebiete zu umfliegen, die ein hohes Potenzial für klimaschädliche Kondensstreifenbildung aufweisen. Markus Fischer vom DLR bestätigte entsprechende Untersuchungsprojekte und betonte, die Technik dafür sei heute schon vorhanden. Gefragt sei auf diesem Gebiet jetzt vor allem die internationale Zusammenarbeit.

Absage an Batterieflugzeuge

Ein klarer Fokus liegt in Zukunft auch darauf, wie Flugzeuge angetrieben werden. Neben bereits heute eingesetzten E-Fuels und derzeit diskutierten Abgaben und Kerosinsteuern sind Wasserstoff und Brennstoffzellentechnik große Hoffnungsträger. Ingo Ludwig, Finanzvorstand der Mitteldeutschen Flughäfen, bestätigte die Entwicklung von entsprechender Infrastruktur am Standort Leipzig-Halle. Zudem gebe es viel Land für Photovoltaikanlagen, die zur Produktion von grünem Wasserstoff genutzt werden könnten.

Batterieflugzeugen für Langstreckenflüge erteilte Markus Fischer vom DLR eine klare Absage. Was für kurze Strecken durchaus denkbar erscheint, würde bei weiten Flügen nach derzeitigem Stand zu schweren Batterien führen, die die Traglast eines Flugzeugs überschreiten würden. Zudem bestünden ungeklärte Sicherheitsfragen. Fischer verwies auf den aktuellen Diskurs zum Thema: "Ich weiß, andere sehen das anders und vielleicht werden wir bei der Batterieentwicklung überrascht." Ebenfalls wenig Zukunft sieht er für Überschallflüge, die derzeit weder wirtschaftlich seinen, dafür aber besonders klimaschädlich seien.

Der Deutsche Luft- und Raumfahrtkongress geht noch bis Donnerstag. Im Mittelpunkt stehen in diesem Jahr neben einer klimaneutralen Luftfahrt auch die Zukunft der deutschen Raumfahrt. Bis zu 700 Teilnehmende und Gäste werden erwartet, darunter auch der deutsche ESA-Astronaut Matthias Maurer.

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