Planeten Unerwartete Temperaturschwankung: Klimawandel auf dem Neptun?

Auf der Südhalbkugel des Neptuns ist eigentlich seit 2005 Sommer, trotzdem fallen die Temperaturen auf dem ganzen Eisriesen dramatisch – außer am Südpol selbst. Dort steigen sie steil an. Astronomen rätseln.

Vier Wärmebilder des Planeten Neptun, die den Zustand 2006, 2009, 2018 und 2020 zeigen. In diesem Zeitraum kühlte der Planet ab, wurde zum Ende hin aber wärmer am Südpol.
Die Wärmebilder vom Neptun zeigen, wie sich der Planet zwischen 2006 und 2018 abgekühlt und danach am Südpol stark erwärmt hat. Bildrechte: ESO/M. Roman, NAOJ/Subaru/COMICS

Astronomen der Europäischen Südsternwarte haben unerwartete Temperaturschwankungen auf dem Neptun gemessen. Zwischen 2003 und 2018 sei die globale Durchschnittstemperatur auf dem Eisriesen um acht Grad Celsius gesunken, schreibt ein Team um Michael Roman von der Universität Leicester und Glenn Orton vom Jet Propulsion Laboratory in der Fachzeitschrift "Planetary Science Journal". Doch am Südpol selbst seien die Temperaturen von 2018 bis 2020 wiederum um 11 Grad Celsius gestiegen. Diese Veränderungen überraschten die Wissenschaftler.

Überraschender Temperaturanstieg am Südpol

Von den bisher bekannten Planeten des Sonnensystems ist Neptun der am weitesten außen gelegene. Er umkreist den Stern im etwa 30-fachen Abstand der Erde und ist eiskalt: Durchschnittlich -220 Grad Celsius herrschen in der vor allem aus Wasserstoff, Helium und Methan bestehenden Atmosphäre. Doch wie auf der Erde schwanken die Temperaturen mit den Jahreszeiten. Mit dem Unterschied, dass ein Neptun-Jahr, also ein Umlauf um die Sonne, 165 Erdenjahre dauert.

Zwei Teleskop-Aufnahmen des blau schimmernden Planeten Neptun
Teleskopaufnahmen des Neptun, links vom VLT der ESO, rechts vom Hubble Weltraumteleskop. Bildrechte: ESO/P. Weilbacher (AIP)/NASA, ESA, and M.H. Wong and J. Tollefson (UC Berkeley)

Seit 2005 ist auf der Südhalbkugel Sommer. Ein Team von Astronomen hat in den 17 Jahren seither mit den besten Teleskopen der Erde Wärmebildaufnahmen des Planeten gemacht. Diese zeigen, dass sich der Planet bis 2018 abgekühlt hat. In den letzten zwei Jahren kam es dann zum überraschenden Temperatursprung am Südpol. "Unsere Daten decken weniger als die Hälfte einer Jahreszeit des Neptuns ab, so dass niemand erwartet hatte, große und schnelle Veränderungen zu sehen", sagt Co-Autor Glenn Orton.

Mögliche Ursache: Sonnenzyklus

Bisher haben die Forschenden keine Erklärung für die heftigen Schwankungen. Möglich seien Schwankungen in der Stratosphärenchemie, zufällige Wettermuster oder Veränderungen durch den Sonnenzyklus. Das sollen nun weitere Daten zeigen, die in den kommenden Jahren erhoben werden sollen.

An der Untersuchung beteiligt waren neben dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte auch das Subaru-, das Keck- sowie die Gemini South- und North Teleskope. Zudem zogen die Forscher Daten des Spitzer-Weltraumteleskops der NASA hinzu.

Links/Studien

(ens)

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