MDR-Meinungsbarometer Nicht nur wegen Corona: Früher war mehr Sport

Die Mehrheit der Menschen treibt nicht mehr so viel Sport wie früher. Es fehlt vor allem die Zeit. Dabei sind fast alle überzeugt, dass Sport gesund halten oder sogar gesund machen kann.

Es ist das wohl erstaunlichste Ergebnis der Befragung: In ausnahmslos allen Altersgruppen, sogar bei den 16- bis 29-Jährigen, geben mehr als 60 Prozent der Menschen an, früher mehr Sport getrieben zu haben als derzeit. Ein nur gegenwärtiges (Corona-)Phänomen scheint das nicht zu sein, wie aus anderen Antworten hervorgeht.

MDRfragt – das Meinungsbarometer für Mitteldeutschland – hat fast 20.000 Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zum Thema Sporttreiben befragt. Wir stellen Ihnen die aussagekräftigsten Ergebnisse vor. Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt es dabei übrigens nur selten.

Wie oft treiben Sie Sport?

Diese erste Frage ist für die Datenerhebung doppelt wichtig. Erstens, weil sie zeigt, dass es gar nicht so große Unterschiede zwischen den verschiedenen Altersgruppen gibt, wie man vielleicht vermuten könnte, nur die Gruppe der 16- bis 29-Jährigen setzt sich recht klar ab. Und zweitens, weil durch diese Selbstauskunft der Befragten alle weiteren Antworten nach diesen Gruppen geordnet werden können, wodurch man zum Beispiel erkennt, ob die, die viel Sport treiben eine andere Meinung haben als die, die nur wenig Sport treiben.

Lieber allein oder mit anderen?

Allein Sport zu treiben, ist etwas beliebter, als es in der Gruppe zu tun. Aber sonderlich groß sind die Unterschiede da insgesamt nicht, auch nicht in den verschiedenen Altersgruppen. Männer neigen allerdings wohl etwas mehr zum Einzelsport als Frauen.

Und man kann aus den Diagrammen, durch die Sie sich mit den gelben Schaltflächen klicken können, ablesen, dass der typische Gruppensport einmal pro Woche stattfindet. Ganz klischeehaft könnte man da an die Freizeit-Fußball-Truppe oder die Yoga-Gruppe denken.

Warum Sport?

Díe überwiegende Mehrheit treibt für die eigene Gesundheit Sport. 78 Prozent gaben die körperliche Gesundheit als Beweggrund an, und immerhin 45 Prozent tun es auch für die seelische Gesundheit. Genau die Hälfte aller Befragten treibt Sport, weil es Spaß macht. Alle anderen Gründe (optische, soziale, berufliche, sonstige) landen klar dahinter.

Ohne Sport geht es den allermeisten schlechter

Eindrücklich ist das Ergebnis der Frage, welche Veränderungen zu spüren sind, seit man weniger Sport treibt. Nur etwa einem Viertel der Befragten geht es unverändert. Marginal wenigen geht es sogar besser. Der ganz überwiegenden Mehrheit aber geht es schlechter mit weniger Sport, vor allem körperlich, aber auch psychisch. Erstaunlich ist auch hier, dass die Unterschiede zwischen den Altersgruppen bei dieser Einschätzung nicht sonderlich groß sind.

Gern mehr Sport, aber die Zeit fehlt

Ziemlich genau die Hälfte aller Befragten würde gern mehr Sport treiben als derzeit. Die das wollen, sind tendenziell eher weiblich, eher jung und treiben derzeit etwas Sport, aber noch nicht viel. Den letzten Aspekt kann man auch umgekehrt formulieren: Wer schon mehrmals pro Woche Sport treibt, verspürt seltener den Wunsch nach noch mehr. Und: Wer nie Sport treibt, bleibt mehrheitlich auch gern dabei.

Mit Abstand am häufigsten genannter Grund, warum man nicht mehr Sport treibt als derzeit, ist die fehlende Zeit. Lediglich bei den Über-65-Jährigen ist das anders. Gesundheitliche Gründe, die mit zunehmendem Alter immer häufiger genannt werden, stehen dort an erster Stelle.

Dann zumindest mehr Bewegung im Alltag

Nur wer täglich Sport treibt, verspürt keinen Drang nach noch mehr Bewegung im Alltag. So könnte man das nächste Diagramm deuten. Denn bei allen anderen Gruppen ist dieser Drang mehrheitlich vorhanden. Selbst bei denen, die nie Sport treiben und (siehe oben) mehrheitlich dabei bleiben wollen.

Corona-Auswirkungen

Wer geglaubt hat, dass Corona und verschiedene Lockdowns dazu geführt haben, dass in dieser Zeit mehr Sport getrieben wurde, sieht sich getäuscht. Für eine knappe Mehrheit von 54 Prozent hat sich in ihrem Sportverhalten nichts geändert. Nur acht Prozent treiben seitdem mehr Sport als vorher, vor allem sind das die jüngeren Altersgruppen. Ein deutlich größerer Anteil von 29 Prozent macht dagegen weniger Sport.

Auffällig ist, dass vor allem der Einmal-pro-Woche-Sport unter Corona zu leiden hatte. Hier kommt eine frühere Frage wieder ins Spiel, die mit den klischeehaften Fußball- und Yoga-Gruppen. Einmal pro Woche findet vor allem solcher Gruppensport statt. Und der wurde wegen Corona natürlich stark zurückgefahren, gerade wenn er nicht im Freien stattfindet.

Heilkraft des Sports

Bei den Fragen nach einer heilenden Wirkung des Sports gab es drei Aspekte: Ob man daran glaubt, ob man es schon selbst versucht hat und ob dieser Versuch erfolgreich war.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Fast ausnahmlos alle sind von der Heilkraft des Sports (für Körper und/oder Geist) überzeugt. Mehr als die Hälfte hat das schon gezielt versucht. Und wiederum fast ausnahmslos alle, die es versucht haben, hatten Erfolg.

Unter dem folgenden Link können Sie sich die schriftliche und grafische Umfrage-Auswertung von MDRfragt als PDF-Datei herunterladen.

Sport statt Pille Vorschaubild 45 min
Sport statt Pille Vorschaubild Bildrechte: MDR WISSEN/Panthermedia
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