Corona Forschung aktuell: 2. November Bald 500 bis 800 Covid-19-Tote pro Woche?

Modellrechnungen von Max-Planck-Forschern zeigen: Die Zahl der Toten an oder mit einer Covid-19-Infektion wird in den kommenden beiden Wochen rasch steigen. Und: Mehr Geschlechtskrankheiten nach dem Lockdown im Frühjahr.

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Neueste wissenschaftliche Erkenntnisse über Corona

Der zweite, weniger scharfe Lockdown in Deutschland hat begonnen. Während Gesellschaft und Politik auf einen baldigen Rückgang der Neuinfektionen hoffen, veröffentlichen Forscher täglich neue Studien, die mehr Licht auf Sars-CoV-2 und Covid-19 werfen. MDR Wissen verschafft Ihnen hier täglich den Überblick.

Bald deutlich mehr Coronatote in Deutschland

Forscher des Max-Planck-Instituts für Dynamik und Selbstorganisation haben eine neue Modellrechnung vorgelegt, wonach die Zahl der an oder mit Covid-19 verstorbenen Personen in den beiden kommenden Wochen auf 500 bis 800 Tote pro Woche steigen wird. Die Gruppe um Viola Priesemann errechnete dazu die altersbezogene Fallsterblichkeit aus den bislang beobachteten Krankheitsverläufen. Demnach verzehnfache sich die Sterblichkeit bei einer Infektion mit Sars-CoV-2 alle 20 Lebensjahre. Ab dem 82. Lebensjahr sterbe jeder 10. Erkrankte. Dabei hängt die Entwicklung der Sterbezahlen der der Neuinfektionen etwa zwei Wochen hinterher. Die erste Coronawelle im Frühjahr hatte ihren Höhepunkt Ende März mit 35.000 Neuinfektionen in einer Woche erreicht. Die meisten Toten gab es 14 Tage später zwischen dem 12. und dem 19. April. Damals starben etwa 1.600 Infizierte.

In den Sommermonaten gab es kaum Coronatote in Deutschland, da sich vor allem junge Menschen mit dem Virus ansteckten. Seit Ende September greift die Infektion aber wieder vermehrt auf ältere Gruppen über. Als Grund dafür vermutet Viola Priesemann vor allem Träger der Infektion, die gar nicht wissen, dass sie angesteckt sind. Die Gesundheitsämter seien angesichts der steigenden Fallzahlen überlastet und kämen beim Testen von Kontaktpersonen nicht mehr hinterher. "Die Dunkelziffer, also die Zahl der unerkannten Träger des Virus, steigt offensichtlich", sagt die Wissenschaftlerin. "Damit haben wir in vielen Landkreisen einen Kipppunkt im Infektionsgeschehen überschritten, ab dem es schwierig wird, die Epidemie zu kontrollieren."

(ens)

Norditalien: Zahl der Geschlechtskrankheiten während des Lockdowns gestiegen

Sexualmediziner aus Norditalien haben während des Lockdowns in Italien häufiger sexuell übertragbare Krankheiten diagnostiziert, als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das berichtet das Team um Marco Cusini bei einem Vortrag auf dem virtuellen Kongress der europäischen dermatologischen und sexualmedizinischen Vereinigung. In der Zeit zwischen dem 15. März und dem 14. April fanden Mediziner demnach häufiger Tripper, sekundäre Syphilis und Genitales Mycoplasma bei ihren Patienten, als im gleichen Zeitraum 2019. Vor allem bakteriell übertragbare Infektionen hätten zugenommen. Diese würden in erster Linie beim Sex zwischen Männern in den 30er Lebensjahren übertragen. Die Forscher vermuten, dass die Tatsache, dass vor allem ältere Menschen an Covid-19 sterben, bei den jüngeren dazu geführt habe, sich in Sicherheit zu wiegen und sich trotz oder gerade wegen des Lockdowns in sexuelle Abenteuer zu stürzen.

MDR Aktuell

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