Erkältungssaison Mit Schnupfen im Büro: Wie lange bin ich ansteckend?

Draußen wird es kalt, nass und dunkel – die Erkältungs- und Grippezeit rückt näher. Was, wenn der Schnupfen so halb überstanden ist? Wann kann man zurück ins Team, wenn man mit anderen zusammen arbeitet?

Ein Mann im Büro niest in seine Armbeuge.
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Winterzeit bedeutet Hochsaison für Erkältungen, Grippen und grippale Infekte oder wie die Mediziner sagen, akuten Atemwegserkrankungen (ARE). Wie heftig Deutschland schnieft und schnupft, überwacht das Projekt Grippeweb vom Robert-Koch-Institut, der deutschen Fachbehörde für Seuchenschutz und Infektionskrankheiten. Die dort gesammelten Zahlen zeigen: Unter normalen Umständen beginnt Anfang September die Saison für Husten, Schnupfen und Halsschmerzen. Anfang Januar folgen dann üblicherweise die heftigeren Infektionen, die mit Fieber einhergehen können. Spätestens dann wird die Krankmeldung auf der Arbeitsstelle unvermeidlich.

Heftige Symptome gleich große Ansteckungsgefahr

Wer selbst erkrankt, aber sein Umfeld, die Kollegen am Arbeitsplatz oder die eigene Familie vor einer Ansteckung schützen will, sollte ein paar Dinge beachten. Ein Großteil aller Erkältungen und grippalen Infekte wird von Viren verursacht. "Die Inkubationszeit beträgt ein bis zwei Tage", sagt Professor Mathias Pletz, Direktor des Zentrums für Infektionsmedizin und Krankenhaushygiene am Universitätsklinikum in Jena. Danach treten meist die bekannten Symptome auf: Halsschmerzen, Schnupfen, später auch Husten.

Wie hoch die Ansteckungsgefahr für andere ist, lässt sich auf die einfache Faustformel bringen: Je heftiger die Symptome, desto mehr Viren gibt man an die Umwelt ab. Das bedeutet, zu Beginn der Krankheit ist man besonders ansteckend, zum Ende hin immer weniger. In der Regel sind das bei Erwachsenen vier bis fünf Tage ab dem Auftreten der ersten Symptome, bei Kindern dauert es noch etwas länger.

Ansteckend ohne krank zu sein

Es gibt allerdings auch viele Menschen, die gar keine Symptome entwickeln, obwohl sie die Viren in sich tragen und auch einige Tage lang ansteckend sind. "Ein Großteil der Infektionen bleibt unbemerkt", sagt der Virologe Roland Zell von der Jenaer Uniklinik.

Man geht davon aus, dass sich jedes Jahr etwa fünfzehn Prozent der Bevölkerung mit Grippeviren infizieren. In Deutschland wären das zwölf Millionen Infektionen. Aber nur ein Bruchteil davon erkrankt auch tatsächlich. An das Robert-Koch-Institut werden 'nur' einige tausend Fälle jährlich gemeldet.

Roland Zell, Universitätsklinikum Jena

Studien zufolge erkranken Kinder im Durchschnitt rund sechs Mal pro Jahr an einer Infektion, die mittels Tröpfchen übertragen wird, über 60-Jährige dagegen nur noch ein bis zwei Mal.

Wie man sein Umfeld und sich schützt

Wer seine Arbeitskollegen schonen will, sollte daher erst nach Abklingen aller Symptome wieder an den Arbeitsplatz zurückkehren. Und wer trotzdem noch niest: In die Ellenbeuge, nicht in die Hand, denn dann verteilt man die herausgeworfenen Viren nicht noch weiter auf den Flächen, die man anfasst.

Gründlich Händewaschen empfiehlt sich sowieso, dabei Fingerkuppen und Fingerzwischenräume nicht vergessen. Und regelmäßiges Lüften ist wichtig, denn die kleinen Erreger können sich beispielsweise auch an Staubpartikel in der Zimmerluft heften. Wer sich Arbeitsgeräte mit den Kollegen teilt, etwa Computer-Tastaturen und Mäuse, sollte diese mit einem gegen Viren wirksamen Desinfektionsmittel abwischen. Das Robert-Koch-Institut hat dazu eine Liste herausgegeben, welche Mittel gegen welche Erreger wirksam sind.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Hauptsache Gesund | 09. November 2017 | 21:00 Uhr

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Die Grafik zeigt zwei Personen, eine krank im Bett liegend, eine zweite bringt der Kranken etwas zu essen und ist in einen Schutzanzug gehüllt. Daneben der Schriftzug "Ich reite die Grippewelle" 22 min
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