Alltagsgeschichten Resteretter privat: Zuhause in der Dreier-WG

Seit einem Jahr wohnt die WG in der aktuellen Konstellation aus Sophia, Jacy und Fridtjof im Leipziger Osten. In einer Wohngemeinschaft kann es durchaus schwierig sein, sich so abzusprechen und organisieren, dass möglichst wenig Lebensmittel verschwendet werden. Die WG verrät, warum Kommunikation und gleiche Einkaufsgewohnheiten dabei eine wichtige Rolle spielen. Dabei geben sie uns einen kleinen Einblick in ihren Alltag zu dritt.

Drei Studierende – ein junger Mann, zwei junge Frauen, stehen vor einer weißen Altbautür. Auf dem Bild in einem Ausschnitt ein Blick in den WG-Kühlschrank.
Fridtjof, Sophia und Jacqueline haben in ihrer WG die Lebensmittelverschwendung im Griff Bildrechte: MDR

Beschriftete Kühlschrankfächer und penibel darauf achten, nichts von den anderen zu essen -- so stellt man sich oft den Umgang mit Lebensmitteln in Wohngemeinschaften vor. Dass das auch anders geht und gleichzeitig Vorteile bringt, zeigt die Dreier-WG von Jacy, Sophia und Fridtjof. Die drei Studierenden wohnen seit Anfang 2020 in dieser Konstellation im Leipziger Osten zusammen.

Ähnliche Essensgewohnheiten als Schlüssel

Meist gehen die drei alleine einkaufen. "Irgendjemand sagt, ich gehe heute nochmal einkaufen und fragt dann, ob die anderen noch was brauchen", sagt Jacy. Oft kaufen sie dabei großzügiger ein, ergänzt Sophia. "Wenn ich ein Brot kaufe, weiß ich auch: Ich werde das nicht alleine essen, sondern plane die anderen bei so Grundnahrungsmitteln teilweise ein." Generell teilt sich die WG Basics wie Nudeln oder Reis.

Resteretter: So klappt's in der WG 3 min
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Sophia, Jacqueline und Fridtjof leben zusammen in einer WG in Leipzig. Wie vermeiden Sie die Entsorgung von Lebensmitteln?

Fr 11.06.2021 15:06Uhr 03:27 min

https://www.mdr.de/wissen/resteretter/video-resteretter-privat-wg-100.html

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Bei der Frage nach Lebensmittelresten stellen alle drei fest, dass es gar nicht so viele Reste gibt. Sophia erzählt, dass man schon guckt, was im Kühlschrank steht und rumfragt, ob das noch jemand möchte oder man das selber essen kann. Ein wichtiger Punkt dafür sind auch die Essgewohnheiten, wie Fridtjof feststellt: "Je ähnlicher die Essensgewohnheiten, desto einfacher ist es auch, dass man den Einkauf und die Resteverwertung organisiert bekommt." Und das passt bei den Dreien gut, da sie sich vorrangig vegetarisch und vegan ernähren. Generell ist Kommunikation ein wichtiger Punkt, um in einer Wohngemeinschaft Reste zu vermeiden und beispielsweise auch keine Sachen doppelt zu kaufen.

Automatisch weniger Verschwendung

Das Thema Lebensmittelverschwendung ist Jacy, Sophia und Fridtjof zwar wichtig, aber oftmals auch gar nicht so präsent im Alltag: "Durch die WG kriegen wir es ganz gut hin, dass alles leer wird und man nicht denkt, dass man total viele Sachen übrig hat. Deswegen mache ich mir gar nicht so viele Gedanken, wie ich meine Lebensmittel aufbrauche", sagt Sophia. Natürlich passiert es auch den Dreien, dass ab und an Lebensmittel weggeschmissen werden, die beispielsweise schlecht werden. Für hartes Brot hat Fridtjof aber noch einen Tipp: Das verarbeiten sie ab und an zu Semmelbröseln oder frieren es vorher schon ein, um es später zu nutzen.

Gemüse selbst anbauen

Ein besonderes Hobby der WG ist das kleine Gemüsebeet im Hinterhof. Es dient zwar nicht groß zur Selbstversorgung, sondern eher als Spielerei – dennoch hilft es, nachhaltiger zu leben. Neben Frühlingszwiebeln und Radieschen haben sie letztes Jahr dort auch Hokkaidokürbisse gepflanzt, von denen sie sich doch recht lange ernähren konnten. Auch Salat war letztes Jahr bei der Ernte dabei. "Das ist dann doch schon anders als der Salat aus dem Supermarkt", sagt Sophia. "Der gekaufte Salat ist manchmal schon eingedrückt oder man guckt dreimal genau hin, ob man den wirklich mitnimmt, aber wenn man den erst fünf Minuten vorher aus dem Beet rausgeholt hat, schmeckt das auch einfach anders." Und die WG kann das selbst gepflanzte Gemüse nach Bedarf ernten, was auch wiederum der Lebensmittelverschwendung entgegenwirkt.

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