Astronomie Sternenfabrik und mythologisches Wesen: Neues Bild vom Konusnebel

Astronomen ist eine mystisch anmutende Aufnahme des sogenannten Konusnebels im Sternbild Einhorn gelungen. Im Zentrum ist die sieben Lichtjahre lange Säule des Nebels zu sehen, wie die Europäische Südsternwarte (Eso) am Donnerstag mitteilte, mit deren Very Large Telescope (VLT) das Bild in Chile gemacht wurde.

Der Konusnebel, aufgenommen mit dem VLT
Mythisch, mythologisch, mystisch? Das Bild zum 60. Jahrestag der Eso: der Konusnebel, aufgenommen mit dem VLT, dem Very Large Telescope. Bildrechte: ESO

Der Konusnebel sei mit 2.500 Lichtjahren Entfernung vergleichsweise nahe zu unserem Planeten und dadurch ein gut untersuchtes Himmelsobjekt. "Aber dieser Anblick ist dramatischer als alle bisherigen, denn er zeigt die dunkle und undurchdringliche Wolkendecke des Nebels auf eine Art und Weise, die an ein mythologisches Wesen erinnert", teilte die Eso mit Sitz in Garching bei München mit. Der Konusnebel wurde Ende des 18. Jahrhunderts von dem Astronomen William Herschel entdeckt. Er ist Mittelpunkt einer "Sternenfabrik", der Sternentstehungsregion NGC 2264. Am Himmel finden Sie diesen hornförmigen Nebel im Sternbild Monoceros (Das Einhorn). Oberhalb des Konusnebels befindet sich ein weiteres spannendes Objekt: der Weihnachtsbaum-Sternhaufen, der im sichtbaren Licht einem Weihnachtsbaum ähnelt.

Das Sternbild finden Sie im Augenblick am südöstlichen Sternenhimmel. Es geht in diesen Tagen nach Mitternacht auf und befindet sich dann unterhalb von Mond und Mars und direkt links neben Beteigeuze, dem Schulterstern aus dem bekannten Wintersternbild Orion.

Wenn Sternwinde blasen

Der Nebel sei ein perfektes Beispiel für die säulenartigen Formen, die in den riesigen Wolken aus kaltem molekularem Gas und Staub entstehen, schreibt die Eso. Die säulenartige Form entstehe, wenn massereiche, neu entstandene helle blaue Sterne Sternwinde und intensive ultraviolette Strahlung abgeben, die das Material aus ihrer Umgebung wegblasen. Dabei werden laut den Forschern Gas und Staub in größerer Entfernung von den jungen Sternen zu dichten, dunklen und hohen säulenartigen Gebilden verdichtet.

Blaue Sterne leuchten golden

Auf dem Bild sei Wasserstoffgas in Blau und Schwefelgas in Rot dargestellt. Die Verwendung dieser Filter lasse die ansonsten hellen blauen Sterne, die auf die jüngste Sternentstehung hinweisen, fast golden erscheinen. Mit dem Bild will die Eso auch auf ihr 60-jähriges Bestehen aufmerksam machen. Es entstand im Rahmen des Cosmic-Gems-Programms (wörtlich "kosmische Edelsteine"), einer Initiative zur Erstellung astronomischer Aufnahmen von wissenschaftlich interessanten und optisch ansprechenden Objekten mit Eso-Teleskopen für Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit.

dpa/gp/eso

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