Corona-Pandemie Covid-19-Risiko Adipositas – und wie Operationen helfen können

Bereits seit Beginn der Corona-Pandemie wissen wir: Übergewicht ist ein Risiko-Faktor für Covid-19. Operationen zur Gewichtsreduzierung wurden dennoch verschoben. Mit möglicherweise tödlichem Ausgang.

Eine an Adipositas erkrankte Frau
Übergewicht ist seit Beginn ein Risikofaktor für Covid-19. Bildrechte: IMAGO / alimdi

Die Corona-Pandemie hat den Alltag in den Kliniken dramatisch verändert. Viele geplante Operationen mussten verschoben werden. Das könnte in Fällen von hohem Übergewicht dramatische Folgen gehabt haben, wie Forscher jetzt in einer Studie aus den USA zeigen.  

Ein Forscherteam der Cleveland-Klinik hat dafür über 11.000 erwachsene Patienten mit einem Body-Mass-Index (BMI) von 35 oder höher untersucht. Dieser BMI steht für Adipositas Grad II, hohes Übergewicht, bei dem schon einfache Bewegungen schwerfallen und die Risiken für Folgeerkrankungen wie Herzinfarkt oder Schlaganfall hoch sind. Rund ein Viertel der Patienten (2.958) hatte sich in den Jahren vor der Pandemie (2004 bis 2017) metabolischen Operationen unterzogen. Diese chirurgischen Eingriffe wie Magenbypass oder Schlauchmagen werden bei schwerer Adipositas angewendet. Die anderen Patienten, die dreimal so große Kontrollgruppe (8.851), hatten sich keiner OP unterzogen.

Ohne OP ist Adipositas drei Mal tödlicher

Im Untersuchungszeitraum während der Corona-Pandemie (März 2020 bis März 2021) zeigte sich folgendes: Die Raten positiver SARS-CoV-2-Testergebnisse waren in der Operations- und der Kontrollgruppe mit 9,1 Prozent und 8,7 Prozent vergleichbar. Die OP-Gruppe hatte zu Beginn der Untersuchung im März 2020 aber bereits im Schnitt 20 Kilogramm weniger Gewicht (108,4 kg) als die Kontrollgruppe. Auch der BMI war mit im Schnitt 38 um acht Punkte besser. Das alles wirkte sich deutlich auf die Folgen der Corona-Infektion aus. In der OP-Gruppe gab es 32 Krankenhauseinweisungen, 19 Patienten erhielten Sauerstoff, acht Patienten hatten einen schweren Verlauf und zwei starben. In der anderen Gruppe mussten 163 ins Krankenhaus, 129 davon mit Beatmung, 54 entwickelten schwere Symptome und 21 starben.

Das bedeutet: Bei den nicht-operierten Patienten war das Risiko für einen schweren Verlauf und den Tod durch Covid-19 mehr als dreimal so hoch.

Doppelpandemie von Covid-19 und Fettleibigkeit

"In vielen Ländern wurde die metabolische Operation während der Covid-19-Pandemie lediglich als elektive (abwählbare) Operation bewertet, die mit minimalen nachteiligen Folgen verschoben werden kann", schreibt ein österreichisch-finnisches Forscherteam in einem Kommentar zur Studie. Dieser Ansatz übersehe jedoch schwere Fettleibigkeit als lebensbedrohliche und lebensbegrenzende Krankheit und berücksichtigt nicht die miteinander verflochtene Doppelpandemie von Covid-19 und Fettleibigkeit. "Metabolische Operation sollten vor diesem Hintergrund als medizinisch notwendig betrachtet werden." Das wird auch von der American Society for Metabolic and Bariatric Surgery gefordert.

Link zur Studie

Die Studie "Zusammenhang der Gewichtsabnahme durch metabolische Chirurgie mit Risiko und Schweregrad einer COVID-19-Infektion" ist in Jama Surgery erschienen. Hier können Sie sie nachlesen.

gp

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