Sachsen Radon: Wo natürliche Radioaktivität ein Problem sein kann

Das radioaktive Gas Radon ensteht dort, wo es Uran im Boden gibt. In Sachsen sind neben dem Erzgebirge und dem Vogtland auch Städte wie Dresden und Bautzen gelegentlich betroffen. Lüften und Keller abdichten hilft.

Eine Hand hält einen Geigerzähler.
Mit einem Geigerzähler kann man zwar Radioaktivität messen. Das funktioniert allerdings nicht bei Radon. Für Radon gibt es spezielle Messgeräte. Bildrechte: imago/Thomas Lebie

Jüngst traf es sogar die sächsische Staatskanzlei: Bei Routinemessungen stellten Experten in zwei Räumen des Gebäudes fest, dass die Menge des radioaktiven Edelgases die zulässigen Grenzwerte um mehr als das Doppelte überschritten hatte. Die Vermutung: Möglicherweise entweicht das Gas aus den Steinen, aus denen das Haus gebaut wurde.

Radon ist geruchslos und entsteht ganz natürlich dort, wo das radioaktive Schwermetall Uran in der Erde lagert. Uran zerfällt, dabei wird Radon freigesetzt und steigt durch den Boden nach oben auf. Schwerpunkte in Sachsen sind das Erzgebirge und das Vogtland, aber auch in Leipzig und Nordsachsen gibt es ein gewisses Risiko.

Radon kann Menschen gefährlich werden, wenn es sich über längere Zeit unbemerkt in Wohnhäusern ansammelt. Wie alle radioaktiven Stoffe ist es krebserregend. Weil das Gas eingeatmet wird, verursacht Radon vor allem Lungenkrebs. In Gebäuden sammelt es sich häufig im Keller, besonders wenn diese schlecht abgedichtet sind und Feuchtigkeit eindringt. Das war unter anderem vor kurzem in zwei Kitas in Bautzen der Fall, wo Experten erhöhte Radonkonzentrationen in Kellerräumen gemessen hatten.

Die folgende Karte zeigt für fast alle sächsischen Gemeinden, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist, dass in Erdgeschosswohnräumen eine Strahlung von mehr als 300 Bequerel pro Quadratmeter gemessen werden kann. 300 Bq/m³ ist der von der EU festgelegte Referenzwert. Wird er überschritten, sollten Gebäude dringend so saniert werden, dass sie besser vor eindringendem Radon geschützt sind.

Auch außerhalb von Sachsen gibt es Gefahrengebiete, in denen die mögliche Belastung mit Radon regelmäßig im Auge behalten werden sollte.

Betroffene können die Radonbelastung ihrer Häuser mit einigen Maßnahmen deutlich reduzieren. Tipps dafür und Bezugsquellen für Messgeräte erhalten Sie vom Bundesamt für Strahlenschutz.