Astronomie Der Sternenhimmel im Dezember 2022: Wünsche werden wahr

Im Dezember 2022 zeigen sich einige astronomische Ereignisse am Sternenhimmel: Sternschnuppen, gut sichtbare Planeten und Sternbilder. Wann Sie was sehen können, verraten wir Ihnen.

Eine Sternschnuppe der Geminiden
Die Geminiden erreichen ihren Höhepunkt in der Nacht zum 14. Dezember. Bildrechte: DLR/Brian Tomlinson

Das Jahr 2022 neigt sich dem Ende und zeigt astronomisch noch einmal, was es kann. Ob Mars, Saturn, Merkur, Uranus oder unser Mond – sie alle präsentieren sich in diesem Monat. Ein paar schöne Sternbilder gibt es ebenfalls zu sehen. Und auch für Sternschnuppen-Fans hat der Dezember 2022 einiges zu bieten.

Geminiden und Ursiden: Die Sternschnuppen im Dezember 2022

Die Sternschnuppen der Geminiden machen sich vom 6. bis zum 16. Dezember 2022 bemerkbar. Sie scheinen dem Sternbild der Zwillinge zu entströmen, ihrem Radianten. Ihr Ursprung ist aber der Asteroid Phaeton, wie Forscher erst vor vier Jahren herausgefunden haben. Phaeton wurde demnach von dem Asteroiden Pallas abgespalten und erreichte vor weniger als einer Million Jahren seinen heutigen Orbit. Das Eis unter seiner Oberfläche verdampft und sorgt dafür, dass ein Schweif aus Staubteilchen entstehen kann.

Ihr Maximum mit den meisten Sternschnuppen pro Stunde erreichen die Geminiden in der Nacht vom 13. auf den 14. Dezember 2022. Mit etwas Glück können Sie bis zu 120 Sternschnuppen pro Stunde erkennen, so die ZHR, die Zenithal Hourly Rate (zenithal von Zenit, dt. höchste stündliche Rate). Die Faustregel besagt aber, dass ungefähr die Hälfte der angegebenen Sternschnuppen zu sehen sind, da sich diese Anzahl nur bei idealen Bedingungen zeigt.

Viel weniger Meteore liefern die Ursiden. Es sind auch die Meteorströme, die für den Laien eher uninteressant sind. Ihr Radiant befindet sich im Sternbild Kleiner Bär (lat. Ursa Minor). Die Sternschnuppen zeigen sich vom 16. bis zum 25. Dezember 2022, ihren Höhepunkt mit circa zehn Sternschnuppen pro Stunde erreichen sie aber in der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember 2022. Der 21. Dezember 2022 ist übrigens mit der Wintersonnenwende der kürzeste Tag des Jahres.

Eine Sternschnuppen am Nachthimmel
Sternschnuppen - im Dezember kommen gleich zwei Ströme. Bildrechte: IMAGO / VCG

Sternbilder im Dezember 2022

Im Südwesten sind die Sternbilder Wassermann und Walfisch zu sehen. Hoch im Norden ist die Kassiopeia, das Himmels-W, zu erblicken. Im Nordosten funkelt die gelbe Kapella im Fuhrmann. Der Stier mit dem roten Aldebaran steht hoch im Nordosten. Zurzeit glänzt Mars auffällig im Sternbild Stier.

Im Süden zeigt sich der Widder mit seinem Hauptstern Hamal. Im Südosten ist der Orion erschienen, Leitsternbild des Winters mit den hellen Sternen Beteigeuze und Rigel. Dem Orion folgt der Kleine Hund mit dem Stern Prokyon. Sirius im Großen Hund ist auch schon aufgegangen.

Der Mond im Dezember 2022

Am 8. Dezember erscheint der Mond in seiner vollen Pracht: Es ist Vollmond. Seinen erdfernsten Punkt, das Apogäum, erreicht der Mond am 12. Dezember 2022 um 01:28 (MEZ). Dann ist er von uns 405.869 Kilometer entfernt. Im Durchschnitt liegen 384.400 Kilometer zwischen dem Mittelpunkt der Erde und des Mondes. Heiligabend, am 24. Dezember 2022 um 09:26 Uhr (MEZ), steht der Mond im Perigäum, dem erdnächsten Punkt mit 358.270 Kilometern Entfernung. Am 23. Dezember 2022 ist übrigens Neumond.

Der Stand der Planeten im Dezember 2022

Ein spannendes Himmelsereignis ist auch die Opposition des Planeten Mars Anfang Dezember. Mars und Sonne stehen sich dabei, von der Erde aus gesehen, gegenüber. Die Erde überholt unseren äußeren Nachbarplaneten auf der Innenbahn.

Schon am 1. Dezember wird mit knapp 82 Millionen Kilometern die geringste Entfernung vom Mars erreicht. Dies entspricht in etwa der halben Entfernung zwischen Erde und Sonne. Die exakte Oppositionsstellung tritt am 8. Dezember ein und es ist Marsfinsternis, da sich der Mond vor den Planeten schiebt. Der rötlich-gelbe Mars ist die ganze Nacht am Firmament vertreten. Um Mitternacht sieht man ihn im Sternbild Stier hoch über unseren Köpfen. Er glänzt so hell, dass man ihn kaum übersehen kann. Nur noch Jupiter übertrifft Mars ein wenig an Helligkeit. Der Riesenplanet hält sich im Sternbild Fische auf und beherrscht die erste Nachthälfte.

Eine Weltraum-Collage mit den Planeten Mars, Saturn und Venus (v.l.n.r.).
Eine Collage des Weltraums mit den Planeten Mars, Saturn und der Venus (v.l.n.r.). Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Ringplanet Saturn ist noch in den frühen Abendstunden am Südwesthimmel zu sehen. Er beschleunigt seine Wanderung durch das Sternbild Steinbock. Zu Monatsanfang geht Saturn kurz vor 22 Uhr unter, zu Silvester schon wenige Minuten nach 20 Uhr.

Auch Uranus wird am 5. Dezember in den frühen Abendstunden vom Mond bedeckt. Zwischen ungefähr 17.30 Uhr und 18:30 Uhr (MEZ) schiebt sich der zunehmende Mond vor den grünlichen Planeten. Diese Bedeckung kann nur per Fernglas oder Teleskop verfolgt werden.

Im letzten Dezemberdrittel beginnt Venus ihre Abendsternperiode. Auch Merkur bietet zum Jahresende eine bescheidene Abendsichtbarkeit. Der flinke Planet zeigt sich vom 21. bis 26. Dezember 2022 tief am Südwesthimmel. Vom 28. bis 29. Dezember 2022 wandert Venus südlich am Merkur vorbei, der allerdings an diesen Tagen nur noch in einem Fernglas oder Teleskop zu erkennen ist.

pk/dpa

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Ansicht des Mondes mit einer reliefartigen Struktur der Zahl 10. 12 min
Was wissen wir über den Mond? Bildrechte: MDR