Sars-CoV-2 Covid-19: Mit viraler RNA lässt sich Sterblichkeit bestimmen

Die Menge viraler RNA von Sars-CoV-2 lässt Rückschlüsse darauf zu, welche Patienten der Krankheit erliegen und welche überleben werden. Das hat ein kanadisches Forschungsteam bei Untersuchungen von 279 Patienten herausgefunden. Ob solche Tests praktisch umgesetzt werden können, lässt sich derzeit noch nicht sagen.

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Forschende entdecken, wie sich Sterblichkeit von SARS-Cov-2 voraussagen lässt. Bildrechte: Colourbox.de

Die Menge an viraler RNA lässt offenbar Rückschlüsse auf die Sterblichkeit von Corona-Patienten zu. Diese Erkenntnis gewannen Forschende der Universität Montréal bei Untersuchungen an 279 Corona-Patienten. Die Forschenden sehen die daraus entstandene Studie als einen Beitrag zur besseren Behandlung von Covid-19.

"Unsere Berechnungen zeigen: Anhand der Menge der RNA lassen sich Vorhersagen über die Sterblichkeit für bis zu 60 Tage nach Eintreten der Symptome treffen", sagte Dr. Daniel Kaufmann, Mediziner an der Universität Montréal und Leiter der Studie. Obwohl Ärzte immer mehr darüber wissen, wie sie mit den Symptomen der Krankheit umgehen, also wie sie in welchem Stadium der Krankheit zu handeln haben, besteht dennoch immer noch Unsicherheit darüber, welche Patienten einem großen Risiko ausgesetzt sind, die Erkrankung nicht zu überleben.

Drei Parameter wurden untersucht

Um Krankheiten wie Covid-19 zu therapieren, antizipieren Ärzte den Krankheitsverlauf. Der Verlauf entscheidet über die Behandlung. Die Sterblichkeit ist dabei ein mögliches Szenario. Dazu untersuchte das Team Personen, die mit unterschiedlichem Schweregrad an Covid-19 erkrankt waren auf drei Parameter: Entzündungswerte, die Menge an Antikörpern im Blut und die Menge an viraler RNA.

"Unter allen von uns untersuchten Biomarkern haben wir gezeigt, dass die Menge an viraler RNA im Blut direkt mit der Sterblichkeit zusammenhängt", erklärte Studien-Co-Autorin Elsa Brunet-Ratnasingham, Immunologin im Team von Daniel Kaufmann. Weitere Werte waren nicht nötig. Daraus entwickelten die Forschenden ein statistisches Modell, das sie anschließend an zwei unabhängigen Kohorten infizierter Patienten aus zwei Krankenhäusern in Montreal erfolgreich überprüften.

Anwendung in Kliniken?

Ob und wie der Test in Kliniken angewendet werden kann, ist derzeit noch offen. Die Untersuchung ist mit 279 Patienten sehr klein. Und die Forscher schränken selbst ein, dass die Studie keine Aussagen darüber trifft, wie Behandlungen sich auf den von ihnen untersuchten Wert auswirken. "Es wäre interessant, das Modell zur Überwachung von Patienten zu verwenden", sagt daher Daniel Kaufmann. "Mit der folgenden Frage im Hinterkopf: Wenn Sie neue Behandlungen anwenden, die sich als wirksam erwiesen haben, ist die Viruslast dann immer noch ein prädiktiver Marker für die Mortalität?"

Link zur Studie

Die Studie COVID-19 : Measuring viral RNA to predict which patients will die ist in Science Advances erschienen.

kf

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