Meteorologie Vulkanausbruch auf La Palma: Eindrucksvolle Schwerewellen entstanden

Seit gut zwei Wochen speit der Vulkan Cumbre Vieja auf der Kanareninsel La Palma Lava und Asche aus. Nun zeigen NASA-Fotos, das durch die Eruptionen ein bemerkenswertes Phänomen sichtbar geworden ist: sogenannte Schwerewellen, eine bestimmte Art von Wellen, die durch die Schwerkraft ausgelöst werden.

Satellitenbild
Bildrechte: NASA

Es begann am 19. September 2021 mit dem Spucken glühender Lava, seitdem ergießt sich ein stetiger Strom aus dem Vulkan Cumbre Vieja auf La Palma. Mehr als 5.000 Menschen mussten von der Kanareninsel gebracht werden, hunderte Häuser wurden zerstört. Doch für die Wissenschaft erweist sich der Ausbruch als Glücksfall, da die Folgen eines solchen Großereignisses in Echtzeit studiert werden können.

Warme Luftschicht verhinderte Aufsteigen des vulkanischen Wasserdampfs

Die US-Raumfahrtbehörde NASA hat nun zudem Fotos veröffentlicht, auf denen zu sehen ist, dass sich rund um die Ausbruchsstelle Wolkenringe gebildet haben, die auf sogenannte Schwerewellen zurückgehen. Dieses Phänomen hat nichts mit den Gravitationswellen zu tun, die in der Raumzeit entstehen und erst 2017 erfolgreich nachgewiesen werden konnten (allerdings heißen Schwerewellen auf Englisch "gravity waves", was zu Verwirrung führen kann). Bei den Schwerewellen ist die Schwerkraft maßgeblich beteiligt, oftmals entstehen sie an der Grenze zwischen zwei verschiedenen Medien. Ein bekanntes Beispiel sind die Wasserwellen auf hoher See an der Grenzfläche zwischen Wasser und Luft.

Die Schwerewellen rund um La Palma wiederum sind durch das Auftreffen des von Cumbre Vieja ausgestoßenen Wasserdampfs (und anderer Gase) auf eine ungewöhnliche warme Luftschicht in ca. 5,3 Kilometer Höhe entstanden. Diese sogenannte Vulkanplume konnte darum nicht höher steigen und verteilte sich stattdessen waagerecht, wobei sie sich immer weiter abflachte - ähnlich wie bei Wasserwellen.

cdi