Monitoring 2021/2022 Wolf-Populationen wachsen nicht mehr so stark

Der Bestand an Wolfsrudeln in Deutschland ist im Beobachtungsjahr 2021/22 weiter gewachsen, allerdings nicht mehr so stark wie in den Vorjahren.

Im Natur- und Umweltpark in Güstrow ist am 10.02.2011 ein Rudel Wölfe unterwegs.
161 Wolfsrudel lebten 2021/22 nachweisbar in Deutschland. Der Trend ist damit weiter steigend, aber nur noch leicht. Bildrechte: dpa

Es sieht nach einer Stabilisierung der Wolfsbestände in Deutschland aus. Die meisten Reviere sind wohl vergeben. Zum ersten Mal seit vielen Jahren ist die Zahl der Rudel nur minimal gestiegen. 161 sind es im nun ausgewerteten Beobachtungsjahr 2021/2022 gewesen, das sind nur drei mehr als im Jahr zuvor. Ein Beobachtungsjahr geht dabei immer vom 1. Mai bis zum 30. April.

Außer den Rudeln wurden noch 43 kinderlose Wolfspaare und 21 einzeln lebende Tiere gezählt. All das lässt sich zwar unter dem Begriff "weitere Ausbreitung" zusammenfassen, aber diese Ausbreitung geschieht eben nicht mehr so schnell wie in den Vorjahren. Eine gewisse Stagnation, Stabilisierung oder Sättigung lässt sich auch in den Bundesländern feststellen, in denen am meisten Wölfe zu finden sind: Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Niedersachsen. Im Diagramm können Sie sich mit der gelben Schaltfläche die einzelnen Wolfsbundesländer anzeigen lassen.

Gut sichtbar wird die Stabilisierung der Bestände, zumindest was die großen Rudel angeht, auch im folgenden Diagramm, das den Verlauf der vergangenen zehn Jahre darstellt. Während es sonst immer einen Anstieg der Rudelzahl um mindestens 20 Prozent pro Jahr gab, waren es diesmal lediglich 1,9 Prozent.

Leicht gestiegen ist auch die Zahl der Wolfsattacken auf Nutztiere. 942 waren es im Vorjahr, nun 975. Bei diesen Angriffen 2021/22 kamen nach Angaben vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) und der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) 3.374 Nutztiere zu Schaden, sie wurden also verletzt, getötet oder gelten als vermisst.

"Umgekehrt" kamen im Beobachtungsjahr 148 Wölfe ums Leben. Todesursache Nummer eins bleiben mit großem Abstand Verkehrsunfälle. Aber auch 13 illegale Tötungen durch den Menschen wurden nachgewiesen.
Wölfe stehen in Deutschland als streng geschützte Art unter Naturschutz. Ein Abschuss ist verboten, es sei denn, die eigentlich Menschen gegenüber scheuen Wölfe verhalten sich in der Begegnung mit Menschen aggressiv. Dann erlaubt das Bundesnaturschutzgesetz einen Abschuss – offiziell "Entnahme" genannt.

Bundesweit wird die nachweisbare Zahl lebender Wölfe in den bekannten Wolfsgebieten mit 1.175 angegeben, wobei der Gesamtbestand unter anderem wegen der viele Kilometer weiten Wanderungen der Tiere nicht seriös beziffert werden kann. Es gibt auch keine Vergleichszahl zum Vorjahr.

Wo Rudel, Paare und Einzeltiere im Beobachtungsjahr 2021/22 nachgewiesen wurden, zeigt die folgende interaktive Karte, in der Sie beliebig zoomen und sich bewegen können. Ein Klick auf einen Datenpunkt bringt nähere Angaben zum Vorschein.

(rr)

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https://www.mdr.de/wissen/audios/wo-wolf-und-baer-hingehen-100.html

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