Südafrika Neue Corona-Variante C.1.2 entdeckt - mit 59 Mutationen

Forscher aus Südafrika haben eine neue Corona-Variante entdeckt: C.1.2. Sie weist gleich 59 verschiedene Mutationen im Vergleich zum Wuhan-Ursprung auf. In Europa ist sie bereits aufgetaucht. Wie gefährlich ist die neue Corona-Mutante?

Coronavirus Modell Darstellung
C.1.2 könnte sich rasch ausbreiten. Die WHO beobachtet die neue Mutante aus Südafrika. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde

Die Coronavariante C.1, die vorrangig ist Südafrika vorkommt, ist mutiert, zu C.1.2. Zuerst wurde sie im Mai entdeckt und verbreitet sich seitdem rasend schnell.

Der Vorabveröffentlichung einer aktuellen Studie zufolge ist diese Linie möglicherweise noch infektiöser als die Delta-Variante. Während C.1.2 noch im Mai nur zu 0,2 Prozent in den genomsequenzierten Proben auftauchte, waren es im Juli schon 2 Prozent.

C.1.2. ist mittlerweile in weiteren Ländern aufgetaucht, darunter in Großbritannien, China, Neuseeland, Portugal und der Schweiz. Das erklärte das südafrikanische Institut für Infektionskrankheiten (NICD) am Montag.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach twitterte am 30. August über die "potenziell sehr gefährliche Sars-CoV-2 Variante":

An 59 Stellen mutiert

Mutanten des Coronavirus tauchen immer wieder auf. Doch die Forscher sind aus einem Grund besonders beunruhigt: C.1.2. ist an bis zu 59 Stellen mutiert und hat sich damit am weitesten vom Urstamm aus Wuhan entfernt. Das Coronavirus hat mit dieser neuen Linie seine Evolution um ein Vielfaches beschleunigt.

Coronavirus-Modell mit Impfspritze
Bildrechte: imago images / Christian Ohde

Diese "beunruhigende Konstellation an Mutationen" könnte laut Studie nicht nur zu einer leichteren Übertragbarkeit führen, sondern auch die Wirksamkeit der vorhandenen Impfstoffe herabsetzen. Was allerdings nicht bedeutet, dass jeder, der sich infiziert, obwohl er geimpft ist, auch an Covid-19 erkrankt oder gar stirbt. Die Vakzine schützen sehr gut vor schweren Verläufen der Krankheit.

Entkommt C.1.2 dem Immunsystem?

Weitere Studien müssen nun zeigen, ob C.1.2. eine "Escape-Mutante" ist und der menschlichen Immunabwehr entkommen kann. Denn nur dann könnte sie sich einen "Wettbewerbsvorteil" gegenüber der derzeit dominierenden Delta-Variante verschaffen. Und nur dann hätte diese neue Variante eine Chance, sich global auszubreiten.

Corona-Mutanten werden von der Weltgesundheitsorganisation zunächst als "unter Beobachtung" (englisch = Variants of Interest, VOI ) eingestuft. Sobald sie schneller übertragbarer sind, schwere Krankheitsverläufe verursachen oder Impfwirkungen umgehen. werden sie als "Besorgniserregende Varianten" (englisch = Variants of Concern, VOC) bezeichnet.

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 31. August 2021 | 17:15 Uhr

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