Steigende Energiepreise Mindestens 270 Euro: Wer bekommt den Heizkostenzuschuss? Und wann wird er ausgezahlt?

Die Energiepreise explodieren - vor allem für Öl und Gas, die zum Heizen genutzt werden. Damit sozial schwächer gestellte Bürger, die kein Harz IV empfangen, nicht in kalten Wohnungen sitzen, hat das neue Wohnungsministerium jetzt einen Gesetzentwurf eingebracht. Rund 710.000 Wohngeldempfänger sollen mit einer einmaligen Heizkostenpauschale von mindestens 270 Euro unterstützt werden.

Heizungsthermostat, Geldscheine und Stempel Heizkosten
Bereits Ende Januar hat das Kabinett einen einmaligen Heizkostenzuschuss für Empfänger von Wohngeld beschlossen. Der soll jetzt sogar verdoppelt werden. Bildrechte: IMAGO/blickwinkel

Die enorm gestiegenen Heizkosten belasten die privaten Haushalte massiv. Noch nie musste für Heizung, Strom und Sprit so viel bezahlt werden wie aktuell.

Heizkostenzuschuss für Empfänger von Wohngeld

Damit Wohnen und Heizen auch für sozial schwächer gestellte Haushalte bezahlbar bleiben und die Mehrkosten aus den kalten Wintermonaten aufgefangen werden, sollen Wohngeldempfänger mit einem einmaligen Zuschuss von mindestens 270 Euro unterstützt werden.

Ein Kind mit Handschuhen dreht an einer Heizung
Der Heizkostenzuschuss soll gewährleisten, dass das Heizen auch für sozial schwächer gestellte Haushalte bezahlbar bleibt. Bildrechte: imago images/photothek

Wer bekommt den Heizkostenzuschuss?

Insgesamt sollen rund 710.000 Haushalte von dem einmaligen Zuschuss profitieren. Sie müssen dafür in der Heizphase zwischen Oktober 2021 und März 2022 mindestens einen Monat lang Wohngeld bezogen haben oder beziehen. Außerdem sollen Auszubildende und Studierende den Zuschuss bekommen, die auf Bafög oder andere staatliche Hilfen angewiesen sind.

Mit wieviel Zuschuss können Wohngeldempfänger, Studenten und Auszubildende rechnen?

Wer allein wohnt, dem stehen laut Gesetzentwurf 270 Euro zu, einem Zwei-Personen-Haushalt 350 Euro. Für jeden weiteren Mitbewohner sind weitere 70 Euro vorgesehen. Studenten, Auszubildende und andere Berechtigte erhalten pauschal 230 Euro.

Wie wurde die Höhe des Heizkostenzuschusses berechnet?

Die Höhe des Zuschusses war ursprünglich auf Grundlage von Simulationsrechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln empirisch hergeleitet worden. Die Heizkosten der Wohngeldhaushalte aus dem Jahr 2020 seien dafür mit den erwarteten Preissteigerungen fortgeschrieben worden. Zur Verdopplung dieser Werte ist es jetzt aufgrund weiterer Preissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs gekommen.

Tasse Kaffe auf einer Heizung
Aufgrund weiterer Preissteigerungen infolge des Ukraine-Kriegs, ist der Heizkostenzuschuss jetzt sogar verdoppelt worden. Bildrechte: imago/Panthermedia

Antrag nötig? Wann und wie wird der Zuschuss ausgezahlt?

Geplant ist, dass der Zuschuss spätestens Ende des Jahres an berechtigte Wohngeldempfänger automatisch ausgezahlt wird - bevor die Betriebskostenabrechnung mit den Heizkosten für den Winter im Briefkasten landet.

Zuständig für die Auszahlung sind die Länder - einen gemeinsamen Auszahlungstermin gibt es daher nicht. Rheinland-Pfalz hat als erstes Bundesland bereits am 15. Juni den Zuschuss ausgezahlt. Die meisten Bundesländer wollen das Geld nach eigenen Angaben zwischen Juni und September überweisen.

Im Juli ist die Auszahlung in Bremen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen geplant, im August in Berlin, Schleswig-Holstein und Hessen. Baden-Württemberg gibt als Termin das dritte Quartal von August bis Ende Oktober an, Hamburg, das Saarland und Sachsen den September. Bayern, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben bislang keine genauen Angaben zum Zeitpunkt der Auszahlung des Heizkostenzuschusses gemacht.

AFP/Reuters/dpa/BRISANT

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 29. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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