"Variante unter Beobachtung" Lambda-Variante in Europa - Das ist über die Corona-Mutation bekannt

Aktuell ist vor allem die Delta-Variante des Coronavirus in aller Munde, doch auch eine weitere Mutation, die sich bislang in Lateinamerika stark ausgebreitet hat, soll inzwischen in Europa angekommen sein. So gilt die sogenannte Lambda-Variante bei der WHO inzwischen als "Variante unter Beobachtung".

Fotomontage - Corona-Virusvarianten in einer Box.
Die Lambda-Variante ist mittlerweile auch in Deutschland angekommen. (Themenbild) Bildrechte: imago images/Christian Ohde

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) listet Virusmutanten mit genetischen Veränderungen, die Eigenschaften des Erregers verändern bzw. verändern könnten, als sogenannte "Varianten unter Beobachtung". Konkret geht es um Veränderungen in Bezug auf Übertragbarkeit, Krankheitsverlauf und die Wirksamkeit von Impfstoffen, Medikamenten sowie Diagnoseverfahren. Die Lambda-Variante, die bisher vor allem in Lateinamerika aufgetreten ist, wurde von der WHO in diese Liste aufgenommen.

Noch keine Erkenntnisse zum Gefährlichkeitsgrad

Was bedeutet das? Aufgrund ihrer Mutationen könnte die Virus-Version möglicherweise ansteckender sein oder vom menschlichen Immunsystem schlechter bekämpft werden, hieß es schon Mitte Juni von der WHO. Belastbare Studien und gesicherte Erkenntnisse dazu lägen jedoch bislang nicht vor. Dennoch deutet die Mutation an, dass sie von Antikörpern schlechter ausgeschaltet wird.

Lambda noch keine "besorgniserregende Variante"

Sollten sich diese Vermutungen bestätigen, würde Lambda von der WHO zu einer "besorgniserregenden Variante" hochgestuft werden. Diese Stufe steht über den "Varianten unter Beobachtung". Sie sind nachweislich ansteckender, schwerer zu bekämpfen oder führen zu schwereren Erkrankungen. Darunter fällt etwa die Delta-Variante, die sich gegenwärtig rasant in Deutschland ausbreitet oder auch die Alpha-Variante, die ihren Ursprung in Großbritannien hat.

Vereinzelte Fälle in Deutschland und Europa

Lambda wurde erstmals im August 2020 in Peru identifiziert. Dort wurden seit April mehr als 80 Prozent aller analysierten Corona-Fälle Lambda zugeordnet. In Argentinien und Chile waren es in den vergangenen Monaten mehr als ein Drittel. In Europa spricht die europäische Seuchenschutzbehörde von vereinzelten Fällen in Spanien und Italien. Auch in Deutschland gibt es nach Angaben des Robert-Koch-Instituts wenige Fälle.

Bericht: Impfstoffe schützen vor schweren Krankheitsverläufen

Gute Nachrichten gibt es aus Peru in Bezug auf die Wirksamkeit der dort verwendeten Impfstoffe. Wie die Nachrichtenagentur Andina berichtet, sollen die Vakzine von Biontech/Pfizer (mRNA-Impfstoff) und der ebenfalls dort verwendete Impfstoff des Herstellers Sinopharm (Vektor-Impfstoff) zuverlässig vor schweren Krankheitsverläufen nach einer Infektion schützen.

(BRISANT/dpa)

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Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 08. Juli 2021 | 17:30 Uhr

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