Rezept Schnell und einfach - So kann man Schokolade nachhaltig selber machen

In der Weihnachtszeit steigt bei vielen der Schokoladenkonsum - kein Wunder, die Versuchung ist groß: Die Regale der Supermärkte sind voll mit Pralinen, Lebkuchen und Schoko-Weihnachtsmännern. Doch viele wissen nicht, dass Schokolade ein echtes Problem für die Umwelt ist. Wer trotzdem nicht auf das Naschwerk verzichten möchte, sollte Schokolade selber machen. Mit diesen Rezepten geht es ganz einfach.

Schokoladenstückchen
Mit gutem Gewissen naschen? Mit diesen nachhaltigen Schokoladen-Rezepten klappt es. Bildrechte: imago images/Shotshop

Ein Schokoladen-Nikolaus hier, eine Praline da. Weihnachten ist für viele die Zeit des Schlemmens und Genießens. Deutschland und die Schweiz sind laut dem Europäischen Süßwarenverband hinsichtlich des Pro-Kopf-Konsums die Schokoladenländer schlechthin - seit 20 Jahren wechseln sie sich immer wieder auf dem Spitzenplatz der Rangliste ab.

Allein für die Weihnachtszeit 2021 stellte die deutsche Süßwarenindustrie rund 160 Millionen Schokoladen-Nikoläuse und -Weihnachtsmänner her. Doch das große Naschen hat auch seine dunklen Seiten. 

Schokoweihnachtsmänner
Ein Schokoladen-Weihnachtsmann aus dem Supermarkt? Nachhaltig geht anders ... Bildrechte: dpa

Schokolade und Umwelt

Wer einen nachhaltigen Lifestyle pflegt, wird wissen: Schokolade hat im konventionellen Anbau oftmals eine ziemlich schlechte Umweltbilanz. 

Schuld ist zum Beispiel der enorm hohe Wasserverbrauch. Für die Herstellung einer Schokoladentafel (100 Gramm) sind durchschnittlich 1.700 Liter Wasser nötig. Schokolade gehört somit zu den Produkten mit dem größten Wasser-Fußabdruck überhaupt. Das liegt unter anderem daran, dass der Kakaobaum eine sehr anspruchsvolle Pflanze ist und nach Wärme sowie viel Feuchtigkeit verlangt. Er wächst nur in wenigen äquatornahen Ländern.

Dazu kommen CO2-Emissionen, die bei der Herstellung entstehen. Laut Ökotest verursacht ein Kilo Kakaomasse durchschnittlich 3,5 kg CO2. Zum Vergleich: ein Kilogramm Kaffee verursacht durchschnittlich 0,6 kg CO2 und ein Kilogramm Kartoffeln durchschnittlich 0,5 kg CO2.

Kakaopflanzen in einer Plantage in Bahia (Brasilien).
Der Kakaobaum ist sehr empfindlich und braucht viel Wasser. Bildrechte: dpa

Palmöl und seine negativen Folgen für die Umwelt

Hinzu kommt, dass sich in herkömmlichen Schokoladen Palmöl befindet. Die immer weiter zunehmende Zahl der Ölpalmen-Plantagen zerstört den Regenwald und sorgt für erhebliche ökologische und soziale Probleme in den Erzeugerländern.  

Darüber hinaus verursacht Schokolade unnötigen Müll - und das nicht zu wenig. Denn viel zu oft wird Schokolade in Plastik und Aluminium verpackt. 

Schoko-Verzicht für die Umwelt?

Besser für Mensch und Natur wäre es, den Schokoladenkonsum zu reduzieren oder Schokolade einfach selbst herzustellen. Auf diese Weise kann man sichergehen, dass kein Palmöl oder weißer Zucker enthalten ist. Denn eine herkömmliche Tafel Schokolade besteht in der Regel nur zu 35 bis 50 Prozent aus Kakao, der Rest ist vor allem Zucker und Milch. Das geht besser.

Schokolade in der Auslage. 5 min
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5 min

BRISANT Mi 07.12.2022 17:15Uhr 04:43 min

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Schokolade selber machen - so einfach gehts!

Diese Schoki geht glatt als Superfood durch und strotzt nur so vor wertvollen Inhaltsstoffen. Naschen erlaubt!

Zutaten für eine Tafel:

  • 50 g ungesüßtes Kakaopulver
  • 50 g Pflanzenmargarine ohne Palmöl
  • 200 g Milchpulver
  • 125 ml Sahne
  • 100 g Dattelsirup oder regional geernteter Honig

Tipp: Wer möchte, kann 50 g Nussmus (besonders gut eignen sich Cashew- oder Mandelmus) hinzugeben, damit die Schokolade besonders cremig wird. Das Nussmus ersetzt auch sehr gut den schokoladigen Geschmack der Kakaobutter.

Wahlzutaten:

Wer seine Schokolade etwas aufpimpen möchte, kann zu verschiedenen Toppings greifen. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Hier ein paar Vorschläge:

  • gehackte Nüsse
  • Granola 
  • Krokant
  • für eine weihnachtliche Note: Vanille, Zimt, Lebkuchen- oder Spekulatiusgewürz 
  • getrocknete Beeren
  • Kokosflocken 
  • Chili 
  • rosa Pfeffer 

Zubereitung:

Um Schokolade herzustellen, wird in der Regel zu Kakaobutter oder auch zu Kokosöl gegriffen. Nur leider sind die beiden Zutaten nicht nachhaltiger oder umweltfreundlicher als Palmöl, da auch sie Tausende Kilometer Transportweg hinter sich haben und durch den Anbau riesige Regenwaldflächen abgeholzt werden.

Die nachhaltigere Alternative:
Pflanzenmargarine. Sie hat eine ähnliche Konsistenz und einen ähnlichen Schmelzpunkt wie Kakaobutter.

Die Margarine vorsichtig im Wasserbad erhitzen. In einer kleinen Schüssel das Milchpulver mit dem Kakao vermengen und die Masse langsam zur Margarine hinzugeben. Alles gut verrühren, sodass keine Klumpen entstehen. 

Anschließend die Sahne nach und nach hinzugeben. Nun den kleinen Topf aus dem Wasserbad nehmen und weiterrühren. Die Masse etwas abkühlen lassen, erst dann den Honig oder den Dattelsirup hinzugeben und alles in eine Form gießen.

Nun können Toppings auf der Schokolade verteilt werden. Anschließend muss die Schokolade nur noch aushärten. Dafür die Form bei 50 bis 100 Grad in den Ofen geben und 10 bis 20 Minuten trocknen lasen.

Die Schokolade hält sich gekühlt etwa zwei Wochen.

Schokolade
Die fertige Schokolade kann man nach Lust und Laune garnieren. Bildrechte: IMAGO / Shotshop

Azteken-Schokolade

Was gibt es Schöneres, als nach einem kalten Wintertag nach Hause zu kommen und eine Tasse heiße Schokolade zu genießen?

Um nach einem harten, anstrengenden Tag Kraft und Energie zu tanken, griffen schon die Azteken zu Schokolade. Für die Ureinwohner Mittelamerikas war Kakao eine heilige Pflanze, die Bohnen waren lediglich Kriegern sowie kirchlichen und staatlichen Oberhäuptern vorbehalten. Schon damals war bekannt, dass Kakao Kraft gibt, da er den Körper mit wichtigen Nährstoffen und gesunden Fetten versorgt.

Auch heute noch kann man Schokolade wie die früheren Ureinwohner Mittelamerikas genießen:

Zutaten

  • 300 ml Milch
  • 2 TL ungesüßter Kakao
  • 1 TL Honig
  • eine Prise Salz
  • Pfeffer
  • Ingwer
  • Chili
  • Koriander
  • Vanille

Zubereitung

Die Milch vorsichtig erhitzen und alle Zutaten hinzugeben. Gut umrühren, damit keine Klumpen entstehen. Tipp: Die Azteken-Schokolade mit einem Milchschäumer verrühren, so löst sich der Kakao einfacher auf.


Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 06. Dezember 2022 | 17:15 Uhr

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