Joe lebt! Vermisster Junge nach achttägiger Suche wiedergefunden

Durchatmen: Der vermisste Joe aus Oldenburg ist lebend aufgefunden worden. Der geistig behinderte Junge ist am 17. Juni das letzte Mal gesehen worden, galt von da an als vermisst. Die Polizei schloss ein Verbrechen nicht mehr aus. Nun die gute Nachricht: Joe lebt. Der Achtjährige wurde nach Polizeiangaben am Samstagmorgen in einem Gully gefunden und in ein Krankenhaus gebracht.

Eine Ermittlerin versiegelt einen Gullydeckel
Endlich: Der achtjährige Joe ist wieder da. Der Junge wurde am Samstagmorgen in diesem Gully entdeckt. Bildrechte: dpa

Ein glückliches Ende nach acht Tagen Bangen: Der kleine Joe wurde lebend gefunden! Wie die Polizei Oldenburg gegenüber der Nachrichtenagentur "AFP" mitteilte, sei mit Joe "alles in Ordnung". Der Junge leide nach bisherigen Informationen lediglich an einer Unterkühlung.

Wie Joe in den Gully geraten ist, wie tief dieser war, ob er die ganzen acht Tage dort zugebracht hat und wie er überleben konnte - das alles soll jetzt ermittelt werden. Ob Joe überhaupt selbst aussagen kann - fraglich. Dazu sagte die Polizei bisher nichts.

Ein Einsatzfahrzeug der Polizei steht im Stadtteil Donnerschwee neben einem Gully, in dem der vermisste Jungen Joe lebend gefunden wurde.
Das Suchen hat ein Ende: Gefunden wurde Joe im Oldenburger Stadtteil Donnerschwee – hier wohnt auch die Familie des Jungen. Bildrechte: dpa

So wurde Joe gefunden

Laut der Polizei Oldenburg vernahm ein Passant am Samstagmorgen gegen 6:22 Uhr ein Wimmern. Daraufhin alarmierte er umgehend Feuerwehr und Rettungsdienste. Diese fanden dann wenig später den weinenden, doch äußerlich unverletzten Jungen. Wie Polizeisprecher Stephan Klatte gegenüber "AFP" mitteilte, befindet sich der Fundort in einer Straße im selben Stadtviertel wie das Elternhaus des Jungen. Die Spurensicherung untersuchte am Samstag den Kanalschacht.

Wie kam Joe in den Kanalschacht?

Eine Möglichkeit, wie Joe in den Gully gekommen ist, könnte sein, dass der Junge an einer anderen Stelle des verzweigten Kanalsystems ins Tunnellabyrinth geklettert ist. Mit Kameras soll nun im Kanalsystem nach Spuren gesucht und der mögliche Weg des Jungen rekonstruiert werden. Auch dass eine andere Person Joe absichtlich in den Schacht gelegt hat, kann noch nicht ausgeschlossen werden.

Tausende Menschen suchten nach Joe

Der Vermisstenfall sorgte bundesweit für Anteilnahme. Seit Tagen lief eine groß angelegte Suche nach dem geistig behinderten Jungen. Die Polizei hatte bereits eine Mordkommission eingerichtet, suchte mit Spürhunden, Drohnen und Hubschraubern nach Joe. Aufgrund einer Zeugenaussage bestand der Verdacht, dass der Achtjährige Opfer eines Gewaltverbrechens geworden sein könnte. Ein Unglück schloss die Polizei aber ebenfalls nicht aus. In Joes Heimatstadt Oldenburg hatten sich viele Menschen sogar immer wieder auf eigene Faust auf die Suche gemacht. 

Nach dem glücklichen Ende meldete sich auch der Oldenburger Polizeipräsident Johann Kühme zu Wort. Er dankte allen professionellen und ehrenamtlichen Helfern. Ihn beeindrucke das große Engagement der vergangenen Tage sehr. Haupt- und Ehrenamtler hätten mit Empathie und einem hohen persönlichen Einsatz bis spät in die Nacht alles getan, um das verschwundene Kind zu finden. "Alle dürfen stolz sein."

Dieses Thema im Programm: Das Erste | BRISANT | 25. Juni 2022 | 17:15 Uhr

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