Geschichte

"Wilhelm Gustloff": Das Traumschiff der Nazis

Gustloff
Nach dem Urnengang nutzen die auf den Inseln lebenden Deutschen die Gelegenheit, auf dem Deck des Kreuzfahrtschiffs zu feiern und zu tanzen. So flattert am Themse-Ufer eine große Hakenkreuzfahne. Bildrechte: IMAGO
Die Wilhelm Gustloff
Die "Wilhelm Gustloff" wird als Luxusliner der nationalsozialistischen Organisation "Kraft durch Freude" gebaut. Sie ist das Traumschiff der Nazis und soll das Versprechen einer klassenlosen Gesellschaft einlösen, mit dem auch die Nazis anfangs angetreten waren. In Wahrheit kommen nur wenige in den Genuss der Luxuskreuzfahrten. Bildrechte: imago/teutopress
Gustloff
Nach dem Urnengang nutzen die auf den Inseln lebenden Deutschen die Gelegenheit, auf dem Deck des Kreuzfahrtschiffs zu feiern und zu tanzen. So flattert am Themse-Ufer eine große Hakenkreuzfahne. Bildrechte: IMAGO
Wilhelm Gustloff
Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs ist das Kreuzfahrtschiff vor allem vor der italienischen Küste, einige Male aber auch nach Norwegen unterwegs. Den KdF-Reisenden soll es auf diesen Fahrten an nichts fehlen. In mehreren Speisesälen wird für ihr leibliches Wohl gesorgt. Die Küche wird von einer eigenen Bord-Bäckerei und einer Metzgerei beliefert. Bildrechte: IMAGO
Die Wilhelm Gustloff
Auch an die körperliche Ertüchtigung der "Volksgenossen" haben die Nazioberen gedacht. Neben einem Sportplatz gibt es an Bord auch dieses Schwimmbad. Beim Untergang der Gustloff spielen sich hier nur wenige Jahre später schreckliche Szenen ab. Bildrechte: IMAGO
Heinz Schön, Zeitzeuge der Wilhelm Gustloff
Bis zum 30. Januar 1945, als sie mit Tausenden Flüchtlingen an Bord zu ihrer letzten Fahrt aufbricht und kurz nach Auslaufen aus dem polnischen Hafen von drei sowjetischen Torpedos versenkt wird. Heinz Schön, damals 18 Jahre alt, ist einer der wenigen Überlebenden der Gustloff-Katastrophe. Nur mit viel Glück schafft er es auf das Oberdeck, wo ein Kampf um die wenigen Rettungsboote tobt. Zwei Offiziere mit gezückten Pistolen versperren ihm den Weg: "Nur Frauen und Kinder!" Doch plötzlich bekommt Schön ein Baby in den Arm gedrückt, das frisch von der Entbindungsstation kommt - und darf einsteigen. Bildrechte: IMAGO
Hamburger Hafen, KDF Dampfer Wilhelm Gustloff im Hafen
Obwohl sie als Urlaubsschiff dienen sollte, wird schon beim Bau eine militärische Nutzung als Lazarett-Schiff berücksichtigt. In die Aufzüge passen auch Krankenbetten und in den Kabinen sind Sauerstoffleitungen verlegt. Die Baukosten liegen bei 25 Millionen Reichsmark. Am 23. März 1938 bricht die "Gustloff" zu ihrer Jungfernfahrt auf. Es geht nach London. Bildrechte: IMAGO
Gustloff Untergang
Der Besuch des Vereinigten Königreichs ist Teil einer Propagandaaktion. Die Gustloff solle den in England lebenden Deutschen die Gelegenheit geben, für den Anschluss von Österreich zu stimmen. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: 99,4 Prozent der Wähler stimmen dafür. Zu diesem Zeitpunkt steht Österreich bereits seit zwei Wochen unter der Herrschaft des Hakenkreuzes. Bildrechte: IMAGO
Gustloff Untergang
Wenn sie nicht gerade die Sehenswürdigkeiten Italiens oder die grandiose Natur Norwegens bewundern, können die Passagiere sich in einem Tanzsaal vergnügen. Zuvor können sie sich in einem Friseursalon frisieren lassen. Der Aufenthalt der etwa 1.500 Reisenden soll sich so angenehm wie möglich gestalten. Bildrechte: IMAGO
Gustloff Untergang
Ihre letzte Reise zu Friedenszeiten führt die Gustloff Ende August 1939 nach Norwegen - nur wenige Tage vor Kriegsbeginn. Danach wird sie als Lazarettschiff der Kriegsmarine übergeben - und fährt schon bald wieder nach Norwegen, um bei der deutschen Besetzung des Landes im Frühjahr 1940 die Verwundeten aufzunehmen. Danach wird sie als Wohnschiff einer U-Boot-Lehrdivision genutzt. Bildrechte: IMAGO
Günter Grass (li.) mit Heinz Schön
Schätzungen zufolge dürften damals rund 9.000 Menschen ertrunken sein. Kein Wunder, dass die Gustloff Eingang in die Weltliteratur findet – unter anderem mit der Novelle "Im Krebsgang" von Günter Grass (links im Bild mit Heinz Schön). Und auch mehrere Filmregisseure nehmen sich des Themas an. 
(Über dieses Thema berichtete der MDR auch im TV-Magazin "Barbarossa", am: 26.02.2008.)
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Die Wilhelm Gustloff
Die "Wilhelm Gustloff" ist als Luxusliner der nationalsozialistischen Organisation "Kraft durch Freude" gebaut worden. Sie war das Traumschiff der Nazis und sollte das Versprechen einer klassenlosen Gesellschaft einlösen, mit dem auch die Nazis anfangs angetreten waren. In Wahrheit kamen nur wenige in den Genuss der Luxuskreuzfahrten. Bildrechte: imago/teutopress