Freizeittipp 5 Tipps für Ausflüge rund um Magdeburg: Die schönsten Schlösser und Burgen

Tolle Ausflugsziele für ein Wochenende mit Freunden oder Familie sind Schlösser und Burgen in der Region um Magdeburg. Wir haben in dieser Übersicht unsere Empfehlungen zusammengestellt, für einen Besuch auf der Wasserburg Egeln, auf Schloss Hundisburg an der Straße der Romanik oder auf den Spuren der Romantik in Oberwiederstedt. Dazu finden Sie hier die wichtigsten Service-Informationen für Ihren Besuch.

Schloss Hundisburg bei wolkigem Himmel mit Gartenanlage im Vordergrund
Schloss Hundisburg bei Haldensleben ist mit seinem Barockgarten und einem großen Landschaftspark Teil der "Gartenträume Sachsen-Anhalt". Bildrechte: MDR/Roman Behrens

Egeln: Wasserburg

Die Burg an der Bode südlich von Magdeburg hat schon viele berühmte Gäste gesehen: den späteren schwedischen König, General Bernadotte, Blücher oder den Hofstaat der Königin Luise von Preußen. Unter Erzbischof Günther von Schwarzenburg (1403-45) wurde sie zum Renaissanceschloss umgebaut. Im Dreißigjährigen Krieg war sie zeitweilig Hauptquartier der Schwedischen Armee und Wohnsitz der Familie von Generalfeldmarschall Johann Banér. Danach wurde sie als preußische Domäne an verdiente Offiziere verpachtet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage Volkseigenes Gut, die historischen Gebäude verfielen. Auf Initiative des Heimatvereins wurden Bergfried und Torhaus ab 1987 restauriert und beherbergen seitdem das Egelner Museum für Vor- und Früh- sowie Stadtgeschichte. 1995 übernahm die Stadt die Burganlage, die seitdem zum kulturellen Zentrum ausgebaut wurde. Entstanden sind eine große Freilichtbühne, eine mittelalterliche Taverne im Kellergewölbe der Burg sowie ein Kräutergarten. Seit 1999 gibt es dort sogar ein Kinder- und Jugendtheater.

Während sich der rührige Egelner Heimatverein um das Museum und die Erforschung der Stadtgeschichte bemüht, bringt der 1994 gegründete Förderverein Wasserburg Egeln e.V. mit mittelalterlichem Burgspektakel, Irish Folk Festival oder Romantischer Burgweihnacht Leben in die alten Mauern. Veranstaltet werden auch Antik- und Trödel- sowie Bauernmärkte, Country-Open-airs oder Museumsnächte. "Tafeln wie die Grafen" lässt sich übrigens im Burg-Café, das am Sonntag geöffnet ist.

Ein Feuerwerk über der Wasserburg in Egeln im Salzlandkreis
Heiraten auf der Burg: Über der Wasserburg in Egeln im Salzlandkreis funkelt ein Feuerwerk, trauen lassen kann man sich dort nämlich auch. Bildrechte: dpa

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Wasserburg Egeln
Wasserburg 6
39435 Egeln

Öffnungszeiten:
Das Museum im Schloss ist sonntags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.
Das historische Café ist sonntags von 14:30 bis 17 Uhr geöffnet.

Anreise:
Auch mit dem Bus ist Egeln zu erreichen, zwischen Mageburg und Egeln verkehrt die Linie 161, elf Mal täglich in der Woche, inzwischen auch am Wochenende.
Vom Bahnhof geht es zu Fuß in wenigen Minuten über Markt und Schlossstraße zur Wasserburg.

Salzlandkreis: Schloss Bernburg

"Die Krone Anhalts" – so hat der Maler und Schriftsteller Wilhelm von Kügelgen das Bernburger Schloss, das sich derzeit immer noch in Sanierung befindet, im 19. Jahrhundert bezeichnet. Auch heute noch liegt es wundervoll über der Saale, nur das Städtchen hat sich verändert, geprägt einst durch die größte Sodafabrik der Welt und durch zwei sehr unterschiedliche Gesellen: den schöngeistigen Fürsten Christian den Ersten (dessen Geschichte man hier entdecken kann) und Till Eulenspiegel, der stark mit dem Mittelalterlichen Bergfried des Schlosses verbunden ist. Tatsächlich soll Till Eulenspiegel hier einst auf dem Turm gewesen sein – so jedenfalls steht es in der 22. Historie des 1510 oder 1511 erschienen Buches.

Nachlesen können Besucherinnen und Besucher die Geschichte im Schlossmuseum, wo es dazu noch wechselnde Ausstellungen gibt. Unbedingt anschauen sollte man auch die Schlosskirche, die der Künstler Moritz Götze aus Halle gestaltet hat. Fast gegenüber steht dazu noch eine Kunsthalle, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden. Nicht zu vergessen: In Bernburg gibt es ein wundervolles Theater.

Der Maler und Grafiker Moritz Götze aus Halle/Saale steht am 23.03.2016 in der Schlosskirche St. Aegidien in Bernburg (Sachsen-Anhalt) an seinem Bilderzyklus mit biblischen Szenen aus Emailletafeln.
Seit 2016 ziert ein Bilderzyklus aus 320 Emaille-Tafeln des Künstlers Moritz Götze (hier mit im Bild) das Innere der Schlosskirche. Bildrechte: dpa

WEITERE INFORMATIONEN

Aktuell: Das Schlossmuseum ist wegen Baumaßnahmen geschlossen, es sollte bis Ende 2022 wieder eröffnet werden. Der Eulenspiegelturm ist jedoch zugänglich.

Adresse:
Schloss Bernburg
Schloßstraße 24
06406 Bernburg

Öffnungszeiten:
Aufstieg zum Eulenspiegelturm:
1. November bis 31. März / Dienstag bis Donnerstag von 10 bis 16 Uhr, Freitag von 10 bis 13 Uhr, Samstag und Sonntag von 10 bis 16 Uhr 1. April bis 31. Oktober: Montag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Anfahrt:
Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Elbe-Saale-Bahn und Harz-Elbe-Express z.B. aus Güsten, Könnern, Köthen und Calbe. Mit dem Auto: Autobahn A14 Halle in Richtung Magdeburg bis Ausfahrt 10 (Bernburg / Güsten / Aschersleben). Von dort in Richtung Bernburg und über die Krumbholzallee in die Stadt. Alternativ über die Bundesstraßen B6n, B71 und B185 die in Bernburg zusammentreffen. PKW können gebührenfrei auf dem Schlosshof geparkt werden.

Haldensleben: Schloss Hundisburg

Auf eine Legende soll der Name zurückgehen: Als sich im Hochmittelalter in der Gegend der Orden der Tempelritter auflöste, suchte ein Hund seinen flüchtigen Herren. Als er ihn endlich fand, machte er sich vor der Burg sitzend durch freudiges Gebell bemerkbar, darum heißt sie Hundisburg. Fest steht: Das monumentale Ensemble mit Schloss, rekonstruiertem Barockgarten und einem 100 Hektar großer Landschaftspark hat eine bewegte Geschichte. Bei einem Besuch lässt sich dort allerhand unternehmen, Schloss Hundisburg ist Teil der Gartenträume und der Straße der Romanik.

Erstmals erwähnt wurde die Burg 966. Später fungierte sie als Grenzfeste des Erzbistums Magdeburg. Mitte des 15. Jahrhunderts ging sie an die Familie von Alvensleben, die die Burg zu einem Renaissanceschloss ausbauen ließ, das deren Macht und Reichtum eindrucksvoll demonstrierte. Nach schweren Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg erstand die Hundisburg als grandioses Barockschloss mit großem Park wieder. Prominente Gäste weilten dort, darunter Gottfried Wilhelm Leibniz sowie Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. von Preußen. 1811 erwarb der Magdeburger Kaufmann Johann Gottlob Nathusius das Schloss. Nun kamen Dichterinnen und Dichter wie Carl Leberecht Immermann, Bettina von Arnim und Hoffmann von Fallersleben nach Hundisburg. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges kam es zu einem schweren Brand, der wieder für schwere Zerstörungen sorgte. Die Anlage wurde Volkseigenes Gut, im Landschaftspark wurde zu DDR-Zeiten Fußball gespielt. Versuche des Wiederaufbaus scheiterten. Der begann erst nach der Wende getragen von großem bürgerschaftlichem Engagement. 1995 übernahm die Stadt Schloss und Garten und betraute den Verein KULTUR-Landschaft Haldensleben-Hundisburg als Träger. Seitdem wurde die Anlage Stück für Stück restauriert. 2000 übertrug der im Juni 2020 gestorbene Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel der Stadt Haldensleben seine Sammlung, die im Schloss Hundisburg zu sehen ist.

Im Nordflügel des Schlosses ist die Landesforstverwaltung mit dem Haus des Waldes ansässig. Stärken kann man sich im Schlossrestaurant. Möglicherweise bei einem Bier aus der Schlossbrauerei, die ebenfalls besichtigt werden kann. Ein Spaziergang könnte danach durch den historischen Obstgarten führen, der schon im 18. Jahrhundert Teil des Barockgartens war. Seit der Rekonstruktion wird versucht, die historische Vielfalt samt Nathusius-Taubenapfel und Caraveilbirne wiederaufleben zu lassen.

Wer dann noch nicht genug gesehen hat, sollte einen Abstecher nach Hundisburg machen. Das Dorf am Nordrand der Magdeburger Börde wurde 1140 erstmals urkundlich erwähnt und ist seit 1994 Ortsteil der benachbarten Kreisstadt Haldensleben. Dort gibt es ein berühmtes technisches Denkmal: Die Ziegelei, wo noch heute Ton von Hand in eine Holzform gestrichen, luftgetrocknet und im Zick-Zack-Ofen nach alter Tradition gebrannt wird. Eine Rundfahrt mit der Feldbahn führt vorbei an der ehemaligen Tongrube, an Eimerkettenbagger und historischen Öfen. Die Geschichte, Ziegelherstellung und Arbeitsgeräte werden in einer Dauerausstellung erklärt. Angeboten wird auch eine multimediale Führung. Einen Besuch wert sind auch Schulmuseum und Andreaskirche, die nach vorheriger Anfrage im Gemeindebüro besichtigt werden kann.

Schloss Hundisburg mit Schlosspark
Von der Burg zum grandiosen Barockschloss: Hundisburg Bildrechte: Harald Blanke/Kultur-Landschaft Haldensleben-Hundisburg e.V

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Schloss Hundisburg
Schloss 1
39343 Hundisburg

Öffnungszeiten:
Historische Schlossräume mit der Alvenslebenschen Bibliothek und den Sammlungen Apel und Loock: April bis Oktober sonntags 14 bis 17 Uhr

Die Innenräume des Schlosses sind ggf. im Rahmen von Führungen zugänglich. Eine Führung gibt es sonntags ab 14 Uhr, Treffpunkt Schlossladen oder nach Vereinbarung.

Haus des Waldes, Nordflügel des Schlosses Öffnungszeiten: Montag nach Vereinbarung, Dienstag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr
Vom Schulprojekt über Kindergeburtstagsfeiern bis hin zum Kletterwalderlebnis gibt es hier zahlreiche waldpädagogische Angebote. Auch eine große Walderlebnisausstellung gehört dazu: mit der 15 Meter hohen "Biomaschine Baum".

Schlossrestaurant Mittwoch bis Samstag, 11:30 bis 21:30 Uhr, Sonntag 11:30 bis 17 Uhr

Anreise:
Schloss Hundisburg liegt bei Haldensleben an der Straße der Romanik. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln: DB-Bahnhof Haldensleben (Strecke Magdeburg-Wolfsburg) Buslinie 600, an Werktagen stündlich Parken: Parkmöglichkeiten bestehen sowohl auf dem Schlosshof als auch am Garten nahe dem Sportplatz in fußläufiger Entfernung.

Harzvorland: Schloss Blankenburg

Eingebettet in das hügelige Harzvorland erstreckt sich eine vielgestaltige barocke Gartenanlage: an der Stadtmauer entlang, zwischen den beiden Schlössern, das Große auf dem Berg, das Kleine am Fuß. Das Ensemble gilt als größtes noch erhaltenes Welfenschloss – und ist das Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Neben einem relativ kleinen symmetrischen Terrassenidyll reihen sich weitere Erlebnisräume des weitläufigen Gartenensembles den Hang entlang: der 1668 angelegte Tiergarten, der Schlosspark, der heute von Künstlern gestaltete Fasanengarten, der Orangerieplatz als bedeutender Teil des Lustgartens und der Berggarten – zusammen bilden sie eine ästhetisch funktionale Einheit. 

Auch die Bewässerung der riesigen Gartenanlage ist historisch interessant, man baute einst ein ausgeklügeltes Brunnensystem mit dem Schlossteich als Wasserreservoir. Immer wieder wurden die einzelnen Gärten überformt, Anfang des 18. Jahrhunderts gestaltete sie der Leibarzt des Herzogs, Dr. Reck, weiter: Er ließ eine 35 Meter lange Sandsteintreppe bauen, von der aus man die schönsten Ausblicke in die Umgebung hat. Und während die Prinzessinnen einst in einem der Wehrtürmchen spielten (heute übrigens eine Ferienwohnung) gab es für das Adelsgeplänkel das Teehaus: sozusagen eine Gartenlaube fürs "Stelldichein", in dem man heute Kaffee und Kuchen genießen kann. Drumherum gibt’s einige Wandermöglichkeiten: zum Beispiel zum Regenstein, einer weiteren Burgruine mit altem Wasserrad. Diese ist bestens erschlossen und bietet viele Klettermöglichkeiten für Kinder.

Schloss Blankenburg
Nach 1991 stand das Schlossensemble im Harzvorland jahrelang leer und verfiel in dieser Zeit. Seit 2005 setzt sich ein Verein für die Sanierung ein. Bildrechte: IMAGO

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Schloss Blankenburg
Großes Schloß 1
38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
März bis Dezember: Innenhof – Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr Innenräume – Samstag, 14 Uhr und 15 Uhr, Besichtigungen nur innerhalb einer Führung möglich Januar bis Februar wegen Winterpause geschlossen

Anreise:

Per Fahrrad, Bus oder Bahn möglich. Kostenlose Parkplätze stehen in begrenzter Anzahl direkt am Schloss zur Verfügung.

Mansfeld-Südharz: Schloss Oberwiederstedt

Schloss Oberwiederstedt ist ein ehemaliges Rittergut und heute Sitz der Novalis-Forschungsstätte für Frühromantikforschung. Das Novalis-Museum ist das einzige Literaturmuseum der Romantik in Sachsen-Anhalt. Es beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg. Im Schloss werden außerdem wechselnde Ausstellungen rund um das Wirken des romantischen Dichters Georg Philipp Friedrich von Hardenberg und verschiedene Aspekte seiner Alltagswelt um 1800 präsentiert.

Bekannt ist Novalis wohl weniger durch seine Werke "Hymnen an die Nacht" oder "Heinrich von Ofterdingen", sondern durch die Blaue Blume, die für den Träumer und religiösen Schwärmer zur Quelle dichterischer Inspiration wurde und für die Allgemeinheit zu dem Symbol der Romantik. All das kann man in Führungen lernen, dazu noch, dass Novalis Bergbauer war und ihn nicht nur sein Beruf, sondern auch das Schloss (in dem er seinen Geschwistern Theater und Märchen vorspielte) inspirierte, dichterisch tätig zu werden.

Leider verschwanden spätestens mit der Enteignung 1945 alle originalen Schriften, Dokumente und auch das Mobiliar des Schlosses. Dennoch gibt es eine kleine Rarität zu sehen: das einzig erhaltene Porträt des Dichters. So bleibt der Romantiker, der selbst in seiner Literatur immer wieder die Natur verrätselt hat, selbst ein Rätsel – dem man aber im Schloss seiner Kindheit wunderbar nachspüren kann.

Ausstellungsraum der Novalisgedenkstätte im Schloss Oberwiederstedt in Wiederstedt
Das Novalis-Museum beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg sowie unter anderem das Taufhäubchen des Dichters. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

WEITERE INFORMATIONEN

Adresse:
Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum
Schloss Oberwiederstedt
Schäfergasse 6
06456 Arnstein OT Wiederstedt

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr

Anreise:
Schloss Oberwiederstedt liegt an der L 152 zwischen Hettstedt und Sandersleben. Von der A14 , aus nördlicher Richtung über die Ausfahrt Plötzkau, von Süden über die Ausfahrt Könnern, jeweils weiter über Alsleben und Sandersleben. Im Ort Wiederstedt links dem Wegweiser in die Schäfergasse folgen. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind Sandersleben und Hettstedt.

Weitere Ausflugstipps

Kultur

Fachwerkhäuser in Quedlinburg
Malerische Fachwerkhäuser, mittelalterliche Plätze und verwinkelte Gassen: Quedlinburg zählt zum UNESCO-Weltkulturerbe und ist ein beliebtes touristisches Ziel in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 08. September 2019 | 09:05 Uhr

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