Übersicht Sachsen-Anhalts UNESCO-Weltkulturerbe-Schätze: Von Luther bis Bauhaus

Der Naumburger Dom, das Bauhaus in Dessau, die Quedlinburger Altstadt, die Luthergedenkstätten u.a. in Wittenberg oder das Dessau-Wörlitzer Gartenreich: Mit insgesamt fünf Weltkulturerbe-Stätten ist Sachsen-Anhalt eines der Bundesländer mit der höchsten Welterbe-Dichte. Jährlich ziehen diese Orte zehntausende Menschen aus aller Welt an. Wir aktualisieren unsere Ausflugstipps fortlaufend. Hier finden Sie auch wichtige Informationen für Ihren Besuch, wie Adressen und Öffnungszeiten.

Wittenberg Lutherhaus
Das Lutherhaus in Wittenberg ist eine der authentischen Lutherstätten in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: MDR/Martin Jehnichen

Quedlinburg: Altstadt, Stiftskirche und Schloss

Verwinkelte Gassen, Fachwerkhäuser, mittelalterliche Plätze: All das zieht Besucherinnen und Besucher nach Quedlinburg, wo große Geschichte geschrieben wurde: König Heinrich I. legte in Quedlinburg im 10. Jahrhundert den Grundstein für die Einigung der deutschen Herzogtümer. In der Stadt befindet sich auch seine letzte Ruhestätte.

Seit 1994 gehören die Stiftskirche, das Schloss und die Altstadt von Quedlinburg zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Sandsteinbau der Stiftskirche können bis heute die Königsgräber von Heinrich I. und seiner Gemahlin Mathilde besucht werden. Außerdem befindet sich dort die Schatzkammer mit dem Domschatz, der ebenfalls von Heinrich I. begründet wurde.

Eine Stadtansicht von Quedlingburg
Das Panorama von Quedlinburg ist zu allen Jahreszeiten beeindruckend. Bildrechte: imago/Panthermedia

Weitere Informationen für Ihren Besuch

Fachwerkmuseum im Ständerbau
Wordgasse 3
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten:
November bis März: nur geöffnet am: 26.+27.11., 03.12.+04.12., 10.+11.12. jeweils 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober, 10 Uhr bis 17 Uhr, donnerstags geschlossen

Stiftskirche Quedlinburg
Schlossberg 1g
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, Feiertag 10 Uhr bis 18 Uhr, montags geschlossen

Münzenberg-Museum
Münzenberg 16
06484 Quedlinburg

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: täglich, 10 bis 17 Uhr
November bis Februar: Freitag bis Montag, 10 bis 16 Uhr

Schlossmuseum
Schloßberg 1,
06484 Quedlinburg
Achtung: Derzeit aufgrund von umfangreiche Sanierungs- und Baumaßnahmen geschlossen.



Wittenberg und Eisleben: Luthergedenkstätten

Schauplätze der Reformationsgeschichte hautnah erleben: Dafür lohnt sich ein Ausflug zu den Luthergedenkstätten in Wittenberg und Eisleben. 1996 wurden die Gedenkstätten in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen. Dazu zählt unter anderem das Lutherhaus in Wittenberg – das heute größte reformationsgeschichtliche Museum der Welt.

Mehr als 1.000 Objekte erzählen dort vom Leben und vom Werk Martin Luthers: Fast 35 Jahre lebte er in diesem früheren Kloster, zunächst als Mönch, später als Familienvater mit seiner Frau Katharina von Bora und seinen Kindern. An diesem Ort hatte Luther seine reformatorischen Ideen – und Wittenberg wurde von hier aus zum Ausgangspunkt der Reformation.

Weitere Luthergedenkstätten, die zum Welterbe gehören, sind die Schlosskirche, an deren Türen Luther seine 95 Thesen anschlug und in der er begraben wurde, die Stadtkirche St. Marien, in der er 30 Jahre lang predigte, sowie das Melanchthonhaus, das sich Luthers Wegbegleiter Philipp Melanchthon widmet. Auch Luthers Geburts- und Sterbehaus in Eisleben gehören zum UNESCO-Welterbe.

Das Lutherhaus Wittenberg hat einen Turm, der über das Hausdach hinausragt.
Hier kann die Reformationsgeschichte nachempfunden werden: im Lutherhaus in Wittenberg. Bildrechte: imago images / Rainer Weisflog

Weitere Informationen für Ihren Besuch

Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg

Lutherhaus in Wittenberg
Collegienstraße 54
06886 Lutherstadt Wittenberg

Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Montag bis Sonntag, 9 bis 18 Uhr

Melanchthonhaus
Collegienstraße 60
06886 Lutherstadt Wittenberg

Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Luthers Geburtshaus
Lutherstraße 15
06295 Lutherstadt Eisleben

Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Luthers Sterbehaus
Andreaskirchplatz 7
06295 Lutherstadt Eisleben

Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Luthers Elternhaus
Lutherstraße 26
06343 Mansfeld

Öffnungszeiten:
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
April bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr



Das Gartenreich Dessau-Wörlitz

Schon Goethe schrieb über das Gartenreich: "Hier ist's jetzt unendlich schön. Mich hat's gestern Abend, wie wir durch die Seen Canäle und Wäldgen schlichen, sehr gerührt, wie die Götter dem Fürsten erlaubt haben, einen Traum um sich herum zu schaffen …"

Eine Gondel fährt mit Besuchern auf den weit verzweigten Kanälen vor dem Gotischen Haus im Wörlitzer Park entlang
Eine Gondel fährt mit Besuchern auf den verzweigten Kanälen im Wörlitzer Park. Bildrechte: dpa

Damit hat Goethe wohl kaum übertrieben. Noch heute ist das Gartenreich Dessau-Wörlitz berühmt für seine Kanäle und Brücken, Schlösser und Tempel. 1756 ließ Fürst Leopold III. den Wörlitzer Park anlegen, damit war der Anfang fürs Gartenreich gemacht. Heute zählen zum Kulturerbe nicht nur der Wörlitzer Park sowie die Stadt, der Park und das Schloss Oranienbaum, sondern auch der Landschaftsgarten Großkühnau und die Schlösser Georgium, Luisium und Mosigkau mit deren Parks.

Weitere Informationen

Schloss Wörlitz
Kirchgasse 35
06786 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten:
19. März bis 30. April: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 17 Uhr
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage, 10 bis 18 Uhr
Oktober: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
1. bis 6. November: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 16 Uhr
7. November bis 18, März: geschlossen

Schloss mit Schlosspark Oranienbaum
Schloßstraße 9a
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten Schloss:
19. März bis 30. April: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage, 10 bis 17 Uhr
Oktober bis 6. November: Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
7. November bis 18. März: geschlossen

Öffnungszeiten Schlosspark:
ab 21. Mai 2022 täglich 7 bis 21 Uhr
ab 21. Oktober 2022, täglich 7 bis 18 Uhr

Gotisches Haus
Coswiger Str. 1
06785 Oranienbaum-Wörlitz

Öffnungszeiten:
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 18 Uhr
Oktober: Dienstag bis Sonntag, Feiertage 11 bis 17 Uhr
5. und 6. November: 11 bis 16 Uhr

Schloss mit Schlosspark Mosigkau
Knobelsdorffallee 3
06847 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
19. März bis 30. April: Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
Mai bis September: Dienstag bis Sonntag, Feiertage, 10 bis 17 Uhr
Oktober bis 6. November: Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 17 Uhr
7. November bis 18. März: geschlossen

Georgium, Sieglitzer Berg, Kühnauer Park, Park Luisium
ganzjährig geöffnet



Das Bauhaus in Dessau

Der Schriftzug Bauhaus steht an der Fassade des Bauhaus-Gebäudes in Dessau
Das historische Bauhaus-Gebäude in Dessau Bildrechte: imago images/Gerhard Leber

Moderne Wohnsiedlungen, experimentelle Kunst, reformierte Schule: Nach dem Ersten Weltkrieg herrschte in Sachsen-Anhalt enorme Aufbruchsstimmung. 1919 von Walter Gropius in Weimar gegründet und 1925 nach Dessau vertrieben, wurden am Bauhaus radikale Neuerungen in Architektur, Kunst und Design erprobt. Obwohl die Kunstschule nur 14 Jahre Bestand hatte und 1933 in Berlin schließen musste, prägt sie das Bild der Moderne im In- und Ausland bis heute.

Seit 1996 gehören nicht nur die Bauhaus-Gebäude in Weimar und Berlin, sondern auch das Bauhaus Dessau zu den UNESCO-Welterbe-Stätten. Heute kann man sich in den originalen Bauhaus-Stätten oder dem neuen Bauhaus Museum in Dessau auf Spurensuche begeben. Insgesamt sind es über 39 Bauwerke, Institutionen und Orte, die sich mit dem Bauhaus und der Moderne befassen.

Treppenaufgang mit Panorama-Fenster im historischen Bauhausgebäude in Dessau
Treppenaufgang mit Panorama-Fenster im historischen Bauhaus-Gebäude in Dessau Bildrechte: Stiftung Bauhaus

Weitere Informationen für Ihren Besuch

Bauhaus Museum Dessau
Mies-van-der-Rohe-Platz 1
06844 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
November bis Februar: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Führungen:
Mittwoch und Samstag, jeweils 13 Uhr

Bauhausgebäude Dessau
Gropiusallee 38
06846 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
November bis Februar: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Meisterhäuser
Haus Gropius
Ebertallee 59
06846 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
November bis Februar: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

Führungen:
täglich, 12:30 Uhr

Siedlung Dessau Törten
Konsumgebäude Am Dreieck 1
06849 Dessau-Roßlau

Öffnungszeiten:
März bis Oktober: Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
November bis Februar: geschlossen

Führungen täglich 15 Uhr



Der Naumburger Dom

Naumburger Dom
Der Naumburger Dom besteht aus dem Kirchenbau und mehreren Gebäuden darum Bildrechte: imago/epd

Als einzigartiges Zeugnis der Architektur und Kunst im europäischen Hochmittelalter zieht der Naumburger Dom jedes Jahr zehntausende Gäste an. Er ist das Highlight der Straße der Romanik. Schon 2017 würdigte das UNESCO-Welterbe-Komitee St. Peter und Paul als ein "Meisterwerk menschlicher Schöpferkraft" – die Aufnahme in die Liste des Welterbes erfolgte 2018.

Markgräfin Uta von Ballenstedt im Naumburger Dom
Markgraf Ekkehard II. und seine Gemahlin Uta, zwei der berühmten Stifterfiguren im Naumburger Dom Bildrechte: IMAGO

Begonnen wurde der Bau des Naumburger Doms um 1210 als Bündelpfeiler-Basilika im romanischen Stil. Mitte des 13. Jahrhunderts wurde der Westchor im gotischen Stil errichtet. Dort befinden sich auch die zwölf weltbekannten Stifterfiguren aus der Werkstatt des heute unbekannten Naumburger Meisters. Dazu gehören Markgraf Ekkehard II. und seine Gemahlin Uta, die Besucherinnen und Besucher als "schönste Frau des Mittelalters" bis heute in ihren Bann zieht. Vor allem dieses besondere Ensemble verhalf dem Dom zum Welterbe-Status.

Der Marienaltar mit seinem dreiflügligen Aufsatz ist im Dom zu Naumburg
Der Marienaltar im Naumburger Dom sorgt für viel Wirbel. Einst geschaffen von Lucas Cranach dem Älteren, wurde in der Reformationszeit die zentrale Tafel zerstört. Der Leipziger Maler Michael Triegel schuf sie neu. Im Sommer 2022 wurde der Cranach-Triegel-Altar im Westchor aufgestellt. Vorerst bis zum 4. Dezember ist das Werk dort zu sehen. Bildrechte: dpa

Vorerst bis zum 4. Dezember 2022 ist im Westchor der Cranach-Triegel-Altar zu sehen. Auf Wunsch der Vereinten Domstifter – die Stiftung ist Eigentümer des gotischen Kirchenbaus – und der Evangelischen Kirchengemeinde schuf der Leipziger Maler Michael Triegel die zentrale Tafel des dreiteiligen Flügelaltars neu, sie war in der Reformationszeit zerstört worden. Bereits vor der Aufstellung im Sommer gab es Kritik von Seiten des Internationalen Rates für Denkmalpflege (ICOMOS). Das Gremium, von dem sich das Welterbekomitee beraten lässt, sieht durch den Altar den Blick auf die zwölf weltbekannten Stifterfiguren des Doms, vor allem Uta von Naumburg, erheblich beeinträchtigt. Die Vereinigten Domstifter argumentieren, dass ein Marienaltar bereits vor Jahrhunderten im Westchor stand. Nach dem Einspruch von ICOMOS waren die Fronten verhärtet. Sogar eine Aberkennung des Welterbetitels stand zeitweilig im Raum. Der Abbau des Altars soll nun dazu beitragen, die Debatte zu versachlichen. Ab 5. Dezember wird er ins Diözesanmuseum Paderborn transportiert und dort für mehrere Monate ausgestellt.

Weitere Informationen für Ihren Besuch

Naumburger Dom
Domplatz 19
06618 Naumburg

Öffnungszeiten:
März bis Oktober, Montag bis Samstag, 10 bis 18 Uhr, Sonntag und Feiertag, 11 bis 18 Uhr
November bis Februar, Montag bis Samstag, 10 bis 16 Uhr, Sonntag und Feiertag, 12 bis 16 Uhr

Ausflugsziele in Sachsen-Anhalt

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 16. Juli 2021 | 18:10 Uhr

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