7. Mai 2022 Museumsnacht Halle-Leipzig: Ausstellungs-Tipps für Geschichts-Liebhaber

Insgesamt 81 Museen in Halle und Leipzig öffnen am 7. Mai von 18 bis 24 Uhr zur Museumsnacht ihre Türen. Die Qual der Wahl fällt schwer. Hier ist unser Vorschlag für einen spannenden nächtlichen Ausflug für historisch Interessierte, die auf dieser Route Museen in gleich drei Städten erkunden können: Leipzig, Schkeuditz und Halle.

Das Hauptgebäude der Franckeschen Stiftungen mit drei Etagen, davor eine Wiese und Bäume
Unter anderem die Franckeschen Stiftungen haben zur Museumsnacht Halle-Leipzig bis Mitternacht geöffnet. Bildrechte: imago/Steffen Schellhorn

1. Etappe – Leipzig: Gedenkstätte für Zwangsarbeit

Beginnen Sie Ihren nächtlichen Streifzug durch die Museen von Leipzig und Halle mit einem düsteren Kapitel der deutschen Geschichte: der Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg, bei der Frauen und Männer aus anderen Ländern nach Deutschland gebracht wurden, um dort unter unmenschlichen Bedingungen für den deutschen Feind zu arbeiten. In Leipzig dokumentiert die Gedenkstätte für Zwangsarbeit am authentischen Ort des ehemaligen Rüstungsbetriebs HASAG die Schicksale der Menschen.

Wo: Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
Permoserstraße 15, 04318 Leipzig
Besonderheit: Führungen jeweils zur vollen Stunde von 18 bis 22 Uhr

Zwei ehemalige Zwangsarbeiter bei der Eröffnung der Gedenkstätte für Zwangsarbeiter in Leipzig, eine Frau kniet vor einem Gedenkkranz.
Zur Eröffnung der Gedenkstätte 2001 in Leipzig im Beisein von ehemaligen Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern Bildrechte: dpa

2. Etappe – Leipzig: Zinnfigurenmuseum im Torhaus Dölitz

Von der im Norden gelegenen Gedenkstätte führt Sie die Museums-Tour nun ganz in den Süden Leipzigs. Mit Bus oder Bahn gelangen Sie ohne Umwege nach Dölitz: Dort erwartet Sie im 300 Jahre alten Torhaus eine umfangreiche Sammlung von Zinnfiguren. Es ist eine faszinierende Welt von kunstvoll gestalteten Figuren und Objekten bis hin zu großen Dioramen, die sowohl die Regional- als auch die Weltgeschichte beleuchten. Besonders imposant wirkt das große Diorama zur Völkerschlacht bei Leipzig 1813, das auf eine Fläche von 25 Quadratmetern aufgestellt ist.

Wo: Zinnfigurenmuseum im Torhaus Dölitz
Helenenstraße 24, 04279 Leipzig
Besonderheit: Diorama zur Völkerschlacht 1813

Ein altes Haus mit Torbogen, davor stehen Bäume
Das Torhaus Dölitz beherbergt das Zinnfigurenmuseum Bildrechte: MDR/Stephan Tittel

3. Etappe – Schkeuditz: Stadtgeschichte und Freud und Leid mit Knöpfen

Nun am besten mit der S-Bahn ab nach Halle, vorbei am Pendlerort Schkeuditz: Warum nicht einmal aussteigen und etwas mehr über die Kreisstadt erfahren? Zur Museumsnacht hat das dortige Stadtmuseum seine historischen Türen im 1632 errichteten Amtsmüllerhaus geöffnet. Zu sehen gibt es unter anderem eine Sonderausstellung mit Knöpfen. Um 20 Uhr findet hier außerdem das erste mitteldeutsche Treffen von sogenannten Knopfphobikern statt: Menschen, die Angst beziehungsweise Ekel vor Knöpfen empfinden.

Wo: Stadtmuseum Schkeuditz
Mühlstraße 50, 04435 Schkeuditz
Besonderheit: Treffen der Knopfphobiker

Ein Knopf, davor Nadel und Faden
So alltäglich Knöpfe auch erscheinen, so effizient und praktisch sind sie Bildrechte: imago images / Steinach

4. Etappe – Halle: Franckesche Stiftungen

Von Schkeuditz ab nach Halle: Jeder kennt die Franckeschen Stiftungen als historisches Aushängeschild der Stadt. Doch haben Sie sie schon einmal besichtigt? Selbst bei Hallensern ist der letzte Besuch zumeist sehr lange her. Dabei fasziniert die um 1700 von August Hermann Francke begründete Schulstadt immer wieder aufs Neue. Die einzige original erhaltene Wunderkammer der Barockzeit versetzt Besucher selbst im Zeitalter der TV-Dokumentationen und Fernreisen in kindliches Staunen.

Wo: Franckesche Stiftungen
Franckeplatz 1, 06110 Halle (Saale)
Historisches Waisenhaus, Haus 1
Besonderheit: Aktuelle Sonderausstellung zur Macht der Emotionen

In der Wunderkammer demonstrierte Francke den Waisenkindern anschaulich die Tierwelt.
Die Wunderkammer zeigt Objekte aus aller Welt, darunter ausgestopfte Tiere und eine riesige Walrippe Bildrechte: MDR/Oliver Hauswald

5. Etappe – Halle: Beatles-Museum

Knapp zehn Gehminuten entfernt, gelangen Sie zur letzten Station der nächtlichen Museums-Tour: dem Beatles-Museum am Altmarkt. Es stimmt zwar, dass die Beatles nie in Halle gewesen sind – jedoch suchen die hier versammelten Raritäten, Kuriositäten und Originalstücke weltweit ihresgleichen. Das Beatles-Museum in Halle soll die älteste, größte und umfangreichste öffentliche Einrichtung zum Thema Beatles sein. Ursprünglich in Köln beheimatet und dort irgendwann mit Platzproblemen konfrontiert, hat es die Schau im Jahr 2000 nach Halle verschlagen.

Wo: Beatles Museum
Alter Markt 12, 06108 Halle (Saale)
Besonderheit: Besucher können eine Höfner-Bassgitarre, wie sie Paul McCartney bis heute spielt, selbst ausprobieren.

Blick in das Beatles Museum Halle, mit Pappaufstellern der Beatles und einer Uniform auf einem Kleiderständer
Beatles-Fans erkennen die Uniform bestimmt sofort Bildrechte: Beatles Museum Halle (Saale)

Noch mehr Tipps für die Museumsnacht

Kultur

Weißer Saal mit Kronleuchtern - so sieht der Spiegelsaal in Schloss Köthen aus
Im Spiegelsaal von Schloss Köthen Sie die Geschichte Sachsen-Anhalts entdecken, genauso wie beispielsweise im Museum für Ur- und Frühgeschichte in Halle an der Saale. Bildrechte: Michael Moser

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 06. Mai 2022 | 17:30 Uhr