Trauer Harzer Maler Karl Oppermann gestorben

Der Wernigeröder Maler Karl Oppermann ist tot. Wie auf dem Instagram-Account des Künstlers mitgeteilt wurde und wie der Vorstand der Kulturstiftung Wernigerode MDR KULTUR bestätigte, starb Oppermann bereits am 12. August im Alter von 91 Jahren. Rainer Schulze, Vorstand der Kulturstiftung Wernigerode, würdigte Oppermann als "Vollblutkünstler".

Vom Harz in die Welt

Karl Oppermann wurde 1930 als Sohn eines Elektromeisters in Wernigerode geboren. Schon als Schüler wandte sich Oppermann der Malerei zu und verließ die entstehende DDR aus politischen Gründen, um an der Hochschule für bildende Kunst in West-Berlin zu studieren.

Ein älterer Mann im Profil steht mit in die Seite gestützten Armen vor einem riesigen Ölgemälde.
Karl Oppermann machte sich mit seinen Ölgemälden und als Kunst-Ermöglicher einen Namen und blieb seiner Heimat, dem Harz, immer verbunden. Bildrechte: Tim Bruns

Nach seinem Abschluss führten ihn Arbeitsaufenthalte nach Spanien und Italien. Außerdem waren seine Werke in Ausstellungen in New York, São Paulo, Paris oder London zu sehen. Er hatte ein Atelier auf der Insel Elba und bis zu seinem Tod in Barcelona.

Künstlerisch engagiert für die Harz-Region

Von 1971 bis 1996 war Karl Oppermann Professor an seiner alten Hochschule, die inzwischen Universität der Künste heißt. Nach seiner Emeritierung kehrte der Künstler zurück in den Harz, wo er sich weiter bemühte, jungen Menschen Kunst nahezubringen. So gründete er 2007 den Verein "Kinderatelier Harz", in dem er selbst Kinder unterrichtete.

Das ist ein Vollblutkünstler. Er hat sich in alle künstlerischen Belange der Harz-Region eingemischt. Er hat als Anreger für die ganze Gegend und für die Künstler der Gegend gewirkt.

Rainer Schulze, Vorstand der Kulturstiftung Wernigerode

2006 richtete Oppermann außerdem die "Stiftung Karl Oppermann" ein, die zahlreiche Werke der Hochschule Harz in Wernigerode vermachte und betreut. 2010 schenkte er der Kulturstiftung Wernigerode sein gesamtes druckgrafisches Werk. 2021 wurde Oppermann das Bundesverdienstkreuz verliehen – auch für sein Engagement im Harz.

So beschreibt der Vorstand der Wernigeröder Kulturstiftung, Rainer Schulze, im Gespräch mit MDR KULTUR: "Das war ein agiler Mensch, der sich sehr um die Pflege der Kunst in dieser ganzen Gegend gekümmert hat. Er hat viele Künstler zusammengebracht, Ausstellungen und Künstlergespräche organisiert. Sein Lachen wird uns fehlen, seine Freundlichkeit, seine guten Ideen."

(Redaktion: Thilo Sauer, Pia Uffelmann)

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 17. August 2022 | 14:30 Uhr