Empfehlungen Aktuelle Ausstellungen in Thüringen

Das impressionistische Werk von Ludwig von Gleichen-Rußwurm, des einzigen Schiller-Enkels, gibt es in Weimar zu sehen, Gotha stellt die zurückgekehrten Altmeistergemälde des größten DDR-Kunstraubs aus, die weibliche Seite des Bauhauses zeigt eine Schau in Weimar, der Erfurter Waidspeicher widmet sich zeitgenössischer jüdischer Kunst und in Schleusingen gibt es einen faszinierenden Einblick in die Unterwasserwelt. Unsere Empfehlungen für einen Ausstellungsbesuch.

Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Auf der Klippe von Helgoland, Öl auf Leinwand, um 1890
Ludwig von Gleichen-Rußwurm ist einer der frühen Impressionisten Deutschlands, seine Kunst gibt es in Weimar zu sehen. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Schleusingen: Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg zeigt "Sonderbare Meerestiere"

Elefantenohr-Schwamm, Schmuck-Geisterpfeifenfisch, Phantom-Samtfisch, Pfeilschwanzkrebs, Blaustreifen-Säbelzahnschleimfisch – die Liste mysteriöser Meeresbewohner, die kaum einer kennt, ist lang. In Schleusingen in Thüringen gibt es im Naturhistorischen Museum Schloss Bertholdsburg ab sofort die Ausstellung "Sonderbare Meerestiere" zu sehen. Sie besteht aus hochauflösenden Unterwasserfotografien und präparierten Originalen.

Mehr zur Ausstellung "Sonderbare Meerestiere"
20. November 2021 bis 30. April 2022

Naturhistorisches Museum Schloss Bertholdsburg
Burgstraße 6, 98553 Schleusingen

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 9 bis 17 Uhr
Samstag und Sonntag sowie an Feiertagen: 10 bis 18 Uhr

Es gilt die 2G-Regelung.

Weimar: der deutsche Impressionist Ludwig von Gleichen-Rußwurm

Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Landschaft mit Windmühle, Öl auf Leinwand, 1901
Ludwig von Gleichen-Rußwurm, Landschaft mit Windmühle, Öl auf Leinwand, 1901 Bildrechte: Andreas Bestle, © Museum im Kulturspeicher

Ludwig von Gleichen-Rußwurm ist der einzige Enkel des deutschen Nationaldichters Friedrich Schiller – und er ist auch ein herausragender Maler, ein früher Vertreter des Impressionismus in Deutschland. Sein Werk kannten lange Zeit nur Kenner, was sich jetzt ändern könnte, denn in Weimar wird eine Schau seiner Bilder gezeigt. Es ist die erste seit über 100 Jahren. 85 Werke gibt es in der Ausstellung "Landschaften im Licht" im Schillermuseum zu sehen, es sind 26 Gemälde, etliche Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken.

Nachvollziehbar wird die Wertschätzung, die Kuratoren Gleichen-Rußwurms Schaffen entgegen brachten und bringen, auch wenn ihn Zeitgenossen bisweilen als "Spinat-Mitmaler" bezeichneten, was auf sein Faible für viel landschaftliches Grün hindeutet. Doch auch Menschen hat er dargestellt, eher dezent, dafür aber gerade die einfachen Leute.

Informationen zur Ausstellung Landschaften im Licht. Der Impressionist Ludwig von Gleichen-Rußwurm

23. Oktober 2021 bis 16. Januar 2022

Schiller-Museum Weimar
Schillerstraße 12, 99423 Weimar

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 9:30 bis 18 Uhr | ab 2. November 9:30 bis 16 Uhr

Eintritt:
Erwachsene 6 Euro, ermäßigt 4 Euro, Schüler (16 bis 20 Jahre) 2 Euro

Gotha: Schloss Friedenstein zeigt zurückgekehrte Meisterwerke

"Bildnis eines jungen Mannes" von Frans Hals (um 1580/85–1666), um 1636, Öl auf Leinwand,  auf Holz geozogen, SSFG
"Bildnis eines jungen Mannes" von Frans Hals (um 1580/85–1666), um 1636, Öl auf Leinwand, auf Holz geozogen, SSFG Bildrechte: Stiftung Schloss Friedenstein Gotha

Die Sonderausstellung "Wieder zurück in Gotha! – Die verlorenen Meisterwerke" im Herzogliches Museum Gotha ist so etwas wie das Happy End eines Krimis. Denn ausgestellt werden fünf wertvolle Altmeistergemälde, die im Dezember 1979 beim wohl spektakulärsten Kunstraub der DDR aus Schloss Friedenstein gestohlen wurden. 2020 kehrten sie endlich wieder zurück. Zu den heimgekehrten Kunstwerken gehören Frans Hals' "Brustbild eines unbekannten Herrn mit Hut", "Heilige Katharina" von Hans Holbein dem Älteren sowie "Landstraße mit Bauernwagen und Kühen" von Jan Brueghel dem Älteren.

Doch auch Wehmut mischt sich in die Ausstellung, denn neben den fünf frisch restaurierten, wertvollen Altmeistergemälden zeigt die Ausstellung auch schmerzhafte "Leerstellen" in einer Art Schattengalerie mit bilderlosen Rahmen. Sie stehen für die etwa 120 Bilder, die kriegsbedingt verloren gingen oder aus kommerziellen Gründen, durch Diebstahl oder Brände bis heute für Gotha verloren sind.

Informationen zur Ausstellung "Wieder zurück in Gotha! - Die verlorenen Meisterwerke"
24. Oktober 2021 - 22. August 2022

Herzogliches Museum Gotha
Schlossplatz 2, 99867 Gotha

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag:
10 bis 17 Uhr (April bis Oktober)
10 bis 16 Uhr (November bis März)
An Feiertagen geöffnet, 24. und 31.12.2021 geschlossen.

Eintritt:
5,00 Euro (ermäßigt 2,50 Euro)
Kinder und Jugendliche bis 16 Jahre frei.

Weimar: Bauhaus-Frauen im Fokus

Alma Siedhoff-Buscher, Struktur- und Kompositionsstudie, Unterricht Johannes Itten, Kohle auf Velin, um 1920
Alma Siedhoff-Buscher, hier mit einer Kompositionsstudie" gehört zu den bekannteren Bauhaus-Frauen. Bildrechte: Klassik Stiftung Weimar

Die Ausstellung "Vergessene Bauhaus-Frauen" zeigt die weibliche Seite der Kunstschule, die noch etwas unterbelichtet ist. Das will das Bauhaus-Museum in Weimar nun ändern und macht in der Ausstellung, die bis zum 4. Januar 2022 zu sehen ist, die Werke und Lebensläufe von 39 bisher weniger oder unbekannten Bauhäuslerinnen bekannt.

Zu den Entdeckungen gehören Fotos und Collagen von Hilde Horn, einer Gebrauchsgrafikerin, die den Vorkurs bei Lázló Moholy-Nagy besuchte, Bauhausmeister für experimentelle Fotografie. Ein Foto Horns erinnert an Marianne Brandts berühmte fotografische Erkundungen der Metallwerkstatt im Geist des "Neuen Sehens": Uhren, Metallspäne oder Hohlspiegel wurden irritierend arrangiert und angeschnitten.

Informationen zur Ausstellung "Vergessene Bauhaus-Frauen"

Sonderausstellung im Bauhaus-Museum Weimar
2. Oktober 2021 bis 4. Januar 2022

Öffnungszeiten:
Mittwoch bis Montag, 9:30 bis 18 Uhr
Dienstag geschlossen

Bauhaus-Museum Weimar
Stéphane-Hessel-Platz 1, 99423 Weimar

Erfurt: Jüdische Künstlerinnen mit "Kayfuyem" im Waidspeicher

"Kayfuyem" ist russischer Slang für "Vergnügen" und Titel der aktuellen Kunstausstellung in der Galerie Waidspeicher in Erfurt. Zu sehen sind zeitgenössische Werke jüdischer Künstlerinnen und ihr Blick auf große Themen wie Identität, Liebe oder Tod.

Informationen zur Ausstellung "Kayfuyem – #weiblich #jüdisch #künstlerin"
23.09.2021 bis 28.11.2021

Adresse:
Galerie Waidspeicher
im Kulturhof "Zum Güldenen Krönbacken"
Michaelisstraße 10
99084 Erfurt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

Eintritt:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Am ersten Dienstag im Monat ist der Eintritt frei.


Eisenach: Nationalsozialismus und Kirche

Im Eisenacher Lutherhaus wird die Sonderausstellung "Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche 'Entjudungsinstitut' 1939-1945" gezeigt. Elf evangelische Landeskirchen finanzierten damals eine pseudowissenschaftliche Einrichtung, um den christlichen Glauben mit der nationalsozialistischen Ideologie kompatibel zu machen. Die Schau zeigt, wie das Institut gearbeitet hat und welche Nachwirkungen es bis heute gibt.

Informationen zur Ausstellung "Erforschung und Beseitigung. Das kirchliche 'Entjudungsinstitut' 1939-1945"

20. September 2019 bis 23. Dezember 2022

Lutherhaus Eisenach
Lutherplatz 8
99817 Eisenach

Eisfeld: "Eisfeld rasiert die Welt"

Seit 1920 werden im südthüringischen Eisfeld Rasierklingen hergestellt und weltweit verkauft. "Eisfeld rasiert die Welt" heißt deshalb die neue Sonderausstellung im Museum des Eisfelder Schlosses, die auf 100 Jahre Kulturgeschichte der Rasur zurückblickt.

Eine alte Werbung für Rasierklingen.
Historisches Werbeplakat: Harry's wurde 1920 von Albin Ritzmann als "Ritzma-Werke" in Eisfeld gegründet". Bildrechte: Bettina Ehrlich / MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Informationen zur Ausstellung Die Sonderausstellung "Eisfeld rasiert die Welt" ist noch bis Ende 2021 im Museum von Schloss Eisfeld in Südthüringen zu sehen.

Adresse:
Museum Eisfeld
Marktplatz 2, 98673 Eisfeld

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Freitag: 10 bia 16 Uhr
Samstag und Sonntag: 13 bis 17 Uhr

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 10. Dezember 2020 | 17:10 Uhr

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