Trauer Hallesche Dokumentarfilmerin Helga Reidemeister gestorben

Helga Reidemeister
Die mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmerin Helga Reidemeister Bildrechte: imago images/Matthias Reichelt

Die Dokumentarfilmerin Helga Reidemeister aus Halle ist tot. Sie starb nach langer Krankheit am Montag im Alter von 81 Jahren in Berlin, wie die Deutsche Kinemathek am Mittwoch unter Berufung auf nahe Familienangehörige mitteilte.

1940 in Halle geboren

1940 in Halle geboren, studierte Reidemeister zunächst Malerei an der Hochschule für Bildende Künste in Berlin. Ihre wahre Berufung fand sie allerdings im Studium des Dokumentarfilms an der Deutschen Film- und Fernsehakademie in Berlin. Während des Studiums entstand unter anderem ihr Film "Von wegen 'Schicksal" (1978/79), für den sie 1979 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet wurde.
Zuletzt war Reidemeister als Dozentin an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Dokumentarfilm mit Lehraufträgen im In- und Ausland tätig.

Sozialpolitisches Engagement

Helga Reidemeisters Engagement für sozialpolitische Themen zieht sich von Anfang an wie ein roter Faden durch ihr filmisches Werk: In Berlin lebte sie ab 1970 in einer Wohngemeinschaft, unter anderem mit Studentenführer Rudi Dutschke, über den sie später den Film "Aufrecht gehen, Rudi Dutschke – Spuren" drehte (1988). In ihrem Film "Gotteszell – Ein Frauengefängnis" (2001) dokumentierte sie den Gefängnisalltag der Inhaftierten und ihrer Aufseherinnen. 2015 drehte Reidemeister ihren letzten Dokumentarfilm "Splitter Afghanistan" während des Krieges in Afghanistan.

Für ihre außergewöhnlichen Dokumentarfilme wurde Helga Reidemeister unter anderem mit dem Adolf-Grimme-Preis, dem Bundesfilmpreis und dem Friedensfilmpreis der Berlinale ausgezeichnet.

Mehr aus dem Bereich Dokumentarfilm

Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | Kultur Kompakt | 01. Dezember 2021 | 14:30 Uhr

Abonnieren