Auszeichnung Leipziger Autor Dmitrij Kapitelman bekommt Ravensburger-Buchpreis

Der in Berlin und Leipzig lebende Autor Dmitrij Kapitelman erhält den Buchpreis Familienroman 2021 der Stiftung Ravensburger Verlag. Wie die Stiftung mitteilte, wird er für seinen autobiografisch gefärbten Roman "Eine Formalie in Kiew" ausgezeichnet. In der Begründung heißt es, das Buch bringe einen neuen Ton in die deutschsprachige Gegenwartsliteratur. Es überzeuge durch sprachliche Souveränität, ausgefeilten Sprachwitz und treffende Situationskomik.

Zugleich erführen die Leserinnen und Leser viel über eine spezifische Migrantenkultur und den familiären Umgangsstil in einer fremden Gesellschaft. Insofern sei Kapitelmans Buch auch ein politischer Roman über die emotionale Zerrissenheit migrantischen Lebens in Deutschland.

Kapitelman spricht von einem "autofiktionalen Roman"

Kapitelman wurde 1986 in Kiew geboren und kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. Sein nun ausgezeichnetes Buch bezeichnet er selbst als "autofiktionalen Roman". Er erzählt darin, wie er nach 25 Jahren in Deutschland in die Ukraine reiste, weil er dort einen Behördengang erledigen musste: Er benötigte amtliche Unterlagen aus seiner Geburtsstadt, um die ukrainische Staatsbürgerschaft aufgeben und die deutsche annehmen zu können.

Die befürchteten Komplikationen mit den angeblich korrupten ukrainischen Behörden bleiben aus. Doch das Buch ist viel mehr als ein Reisebericht. Es erzählt von seiner Familie, von Vorurteilen gegenüber der Ukraine, von Heimatsuche und Heimatverlust – und zwar nicht nur für Kapitelman und seine Generation, sondern auch für die der Eltern.

Der Buchpreis Familienroman der Stiftung Ravensburger Verlag wird zum elften Mal verliehen. Der mit 12.000 Euro dotierte Preis wird am 22. November 2021 in Berlin verliehen.

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Dieses Thema im Programm: MDR KULTUR - Das Radio | 04. Oktober 2021 | 11:30 Uhr

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