Die Medienschau

Kommentare zur Grundsatz-Einigung auf Ampel-Koalitionsverhandlungen

"Hut ab", lobt die Tagesschau . "Selten hat Politik in Deutschland so viel Lust auf Reformen und Aufbruch gemacht. SPD, Grüne und FDP sind fest entschlossen, aus Deutschland ein modernes, klimaneutrales und dennoch soziales Industrieland zu machen. Nach diesem erfolgreichen und geradezu euphorisch präsentierten Sondierungsabschluss ist kaum vorstellbar, dass die Ampel-Koalition in den nächsten Wochen noch scheitern könnte. Und wenn die Ampel als Regierung nur halb so vertrauensvoll und diszipliniert zusammenarbeitet wie in den Sondierungen, dann darf man optimistisch sein für Deutschland."

Auf t-online.de heißt es "In der Tat wirkte die politische Klasse lange nicht mehr so handlungsfähig und reformfreudig. (...) Plötzlich geht es wieder um Inhalte. Es liegt ein neuer Ton in der Luft, der des Fortschritts. Es ist ein Dreiklang. (...) Bleibt zu hoffen, dass die Parteigremien und die Basis dieses ungewöhnliche Projekt nicht doch noch auf den letzten Metern scheitern lassen und damit eine historische Chance verspielen. Es ist vielleicht die letzte dieser Art."

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung schränkt allerdings ein: "Blutsbrüder sind Grüne, FDP und SPD (...) nicht geworden. Wie tragfähig die neue politische Kultur ist, die sie schon begründet haben wollen, wird man erst wissen, wenn die Flitterwochen vorbei sind."

Die Mitteldeutsche Zeitung aus Halle meint: "Fraglos wird es auf dem Weg zur Ampel noch erhebliche Schwierigkeiten geben. (...) Das Sondierungspapier ist wohlklingende Prosa. Der Härtetest in der Praxis steht noch bevor. Das gilt nicht nur für die Finanzpolitik. (...) Auch wie faire Bildungschancen für alle (...) Realität werden sollen, wirft viele Fragen auf."

Für den Konstanzer Südkurier heißt das: "Bald muss die Ampel konkreter werden. Bisher blinkt sie noch im Schönwetter-Modus."

Dennoch findet die in Koblenz erscheinende Rhein-Zeitung : "Was SPD, Grüne und FDP nach relativ kurzer Sondierungsphase auf zwölf Seiten zusammengefasst haben, ist auf den ersten Blick ziemlich beeindruckend. Es ist kein gegenseitiges Niederringen auf den kleinsten gemeinsamen Nenner, sondern ein Wechselspiel aus Gewinnen und Gewinnenlassen."

Und die Suhler Zeitung Freies Wort resümiert: "Vielleicht wächst da in dem Dreierbund zusammen, was einigermaßen zusammenpasst. Eine Regierung, die den Zeitgeist trifft, hat es in Deutschland seit langen Jahren nicht mehr gegeben."