Influenza-Saison Grippe-Impfstoff: Bislang kein Engpass in Mitteldeutschland

Die Stiko und das Paul-Ehrlich-Institut halten es in diesem Jahr für besonders wichtig, sich gegen die Virusgrippe impfen zu lassen. In NRW war jetzt die Nachfrage nach der Grippeschutzimpfung so hoch, dass manche Arztpraxen nicht mehr genügend Impfstoff hatten. In Mitteldeutschland ist momentan dagegen genügend Impfstoff vorhanden.

Eine Ärztin gibt einer Frau eine Spritze als Grippeschutzimpfung.
Bislang gibt es hierzulande keinen Engpass beim Grippeimpfstoff. Bildrechte: imago images / Kirchner-Media

Eine Gemeinschaftspraxis in Jena hat vorgesorgt und ist auf einen möglichen Ansturm der Patienten auf die Grippeschutzimpfung gut vorbereitet und hat bereits im letzten Jahr genügend Impfstoff vorbestellt. Jeden Tag lassen sich in der Jenaer Praxis mindestens 15 Menschen gegen die Grippe impfen - bei den Über-60-Jährigen ist die Nachfrage höher als bei den Jüngeren.

Wie die Praxis in Jena sehen sich laut einer Umfrage von MDR AKTUELL auch andere Arztpraxen in Mitteldeutschland mit ihren bestellten Mengen gut für die Saison vorbereitet.

Wer geimpft werden will, wird auch geimpft

Den Impfstoff bekommen die Ärzte von den Apotheken. Und zwar kontinuierlich zu bestimmten Kalenderwochen. Knapp sei der Impfstoff in Thüringen nicht, erklärt Thomas Olejnik vom Landesapothekerverband. Die Situation sei wie in den letzten Jahren auch. Das bedeute, wer von seinem Hausarzt eine Grippeschutzimpfung möchte, der werde diese in der Regel auch bekommen. Sollte das Aufkommen natürlich deutlich mehr sein als in den letzten Jahren, könne es zumindest zeitlich begrenzt zu Engpässen kommen.

Auch der Landesapothekerverband in Sachsen-Anhalt versichert: Das, was die Ärzte bereits im Frühjahr bestellt haben, wird geliefert. Allerdings sei es zum aktuellen Zeitpunkt nicht möglich, darüber hinaus noch mehr Impfstoff nachzubestellen.

25 Millionen Impfdosen bereit zum Impfen

Professor Klaus Cichutek, Bundesgesundheitsminister Jens Spahn und Bundesministerin fuer Bildung und Forschung Anja Karliczek informieren ueber Entwicklungen der Forschung fuer Impfstoffe gegen Coronavirus in der Bundespressekonferenz in Berlin am 15. September 2020.
Im Vordergrund Professor Klaus Cichutek vor Gesundheitsminister Jens Spahn Bildrechte: imago images/Emmanuele Contini

Nach Angaben des Paul-Ehrlich-Instituts, dem deutschen Bundesinstitut für Impfstoffe und Arzneimittel, sind zum jetzigen Zeitpunkt 25 Millionen Impfdosen zum Grippeschutz freigegeben – mehr als in der gesamten vorangegangenen Saison. Professor Klaus Cichutek, Präsident des Instituts, betont, die Menge sollte für alle Menschen in Deutschland ausreichen, die sich impfen lassen möchten.

Cichutek sagt, die Hersteller hätten ausreichende Mengen für Deutschland bereitgestellt. Die Freigabe des Paul-Ehrlich-Instituts laufe reibungslos und das Bundesministerium für Gesundheit habe weitere Dosen beschafft.

Das Besondere in diesem Jahr ist nach Aussage von Cichutek, dass es erstmals einen höher dosierten Impfstoff für die Über-60-Jährigen gibt. Damit werde eine bessere Immunisierung von Menschen im Alter von über 60 Jahren erreicht, deren Immunsystem altersbedingt etwas schwächer auf Impfstoffe reagiere.

Herausfordernde Logistik

Für die Logistik seien zwei verschiedene Impfstoffe herausfordernd, meint die Kassenärztliche Vereinigung Sachsen. Für die Jüngeren sei aktuell genügend Impfstoff geliefert. Bei dem Impfstoff für die Über-60-Jährigen hingegen seien erst zehn Prozent der bestellten Mengen in den Praxen angekommen.

Klaus Heckemann
Dr. Klaus Heckemann Bildrechte: Kassenärztliche Vereinigung Sachsen

Zu wenig für den Moment, sagt der Vorsitzende Dr. Klaus Heckemann, der selbst in Dresden eine Praxis hat und auf die Doppelbelastung mit den Drittimpfungen gegen das Coronavirus verweist. Heckemann sagt, in den nächsten Tagen stünden in einem Pflegeheim die Boosterimpfungen an und es sei möglich, gegen die Grippe parallel zu impfen. Da aber für die Älteren noch zu wenig Impfstoff bereit stehe, müsse man zweimal zum Impfen in das Heim fahren.

Doch Nachschub kommt, so Heckemann, und verweist auf die nahenden 90 Prozent. Das sei der Löwenanteil der bestellten Menge. Er hoffte, dass die nächste Lieferung Ende Oktober, Anfang November komme. Dann sei alles gut.

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 13. Oktober 2021 | 07:18 Uhr

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