Impfempfehlung für Fünf- bis Elfjährige So sollen Kinder in Sachsen, Thüringen, Sachsen-Anhalt gegen Corona geimpft werden

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA empfiehlt die Zulassung des Impfstoffs Comirnaty von Biontech/Pfizer auch für Kinder ab 5 Jahren. Für die Länder bedeutet das, Voraussetzungen zu schaffen, damit alle Kinder eine Impfung bekommen können, wenn sie diese brauchen – ein Überblick.

Die zehnjährige Mackenzie Olson sitzt neben ihrer Mutter in einer Kinderarztpraxis und wartet darauf, gegen das Coronavirus geimpft zu werden.
Warten auf die Spritze: Bald können auch Kinder unter zwölf Jahren gegen Corona geimpft werden. Bildrechte: dpa

Die Voraussetzungen sind geschaffen, auch Fünf- bis Elfjährige gegen das Coronavirus zu Impfen. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA erlaubt eine Impfung mit dem Biontech-Vakzin. Die Ständige Impfkommission (STIKO) hat noch keine Empfehlung gegeben.

#MDRklärt Fünf Fragen zum Kinderimpfstoff

Seit dieser Woche dürfen Kinder ab fünf Jahren geimpft werden. Doch es gibt viele Fragen dazu. Hier die Antworten auf fünf besonders dringende.

5 Fragen zum Kinderimpfstoff
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5 Fragen zum Kinderimpfstoff
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1. Ist der Impfstoff sicher?  Der Impfstoff für Kinder ist genauso sicher wie der für Erwachsene und deshalb durch die Arzneimittelbehörde EMA zugelassen. "In klinischen Studien werden die Impfstoffe getestet. Nur wenn die Studienergebnisse zeigen, dass keine schweren Nebenwirkungen zu erwarten sind und der Impfstoff die erwartete Wirksamkeit zeigt, geht er ins Zulassungsverfahren bei der EMA."
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2. Warum sollten Kinder geimpft werden, obwohl sie meist leichte Verläufe haben? Ein schwerer Krankheitsverlauf ist selten, aber nicht ausgeschlossen. Covid kann bei Kindern zu Entzündungen an Organen führen, sodass die Kinder auf Intensivstationen behandelt werden müssen. Auch Long-Covid-Fälle sind möglich. Laut einer Studie aus Südafrika waren Kinder anfälliger gegen die neue Omikron-Variante als gegen vergangene Varianten.
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3. Welche Kinder sollten geimpft werden? Die Ständige Impfkommission hat Corona-Schutzimpfungen für Fünf- bis Elfjährige empfohlen, wenn:  bestimmte Vorerkrankungen das Risiko eines schweren Verlaufs erhöhen. im Umfeld der Kinder Risikopatienten leben, die sich selbst nicht durch Impfungen schützen können. dies der Wunsch der Eltern ist. Von einer Impfempfehlung für gesunde Kinder wurde bislang aber abgesehen. Das Risiko von seltenen Nebenwirkungen könne aufgrund der eingeschränkten Datenlage derzeit nicht eingeschätzt werden.
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4. Wo wird geimpft? Sachsen: Bei etwa 100 Kinderärzten und in elf Krankenhäusern, geplant sind zudem Impfmöglichkeiten an zentralen Orten Thüringen: Bei Kinder-, Jugend-, und Hausärzten, bis zum 23. Dezember nachmittags im Impfzentrum in Gera sowie in den Impfstellen Erfurt (Katholisches Krankenhaus), Sömmerda und Leinefelde,  Jena will ein zweites kommunales Impfzentrum speziell für Kinder im Volkshaus eröffnen, Ab dem 27. Dezember bei allen Impfstellen des Landes  Sachsen-Anhalt: Bei 87 Kinderärzten, Landkreise und kreisfreien Städte organisieren zusätzlich Impfangebote
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5. Wie viel Impstoff gibt es? Sachsen: 20.000 Impfdosen zu Dezember bestellt // Thüringen: will für Dezember und Januar 121.000 Impfdosen bestellen // Sachsen-Anhalt: 20.000 Impfdosen zu Dezember bestellt
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 13. Dezember 2021 | 05:00 Uhr Bildrechte: MDR/Max Schörm
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Länder bereiten sich auf Kinderimpfungen vor

Für die mitteldeutschen Länder Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen bedeutet das, die passende Infrastruktur zu schaffen, damit alle Kinder schnell und problemlos geimpft werden können, sollte es nötig sein.

Zeit dafür haben sie nur bis Mitte Dezember. Das Bundesgesundheitsministerium hatte bisher den 20. Dezember als Auslieferungstermin für den Kinder-Impfstoff benannt. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) twitterte allerdings, dass der Impfstoff schon früher geliefert werden könne. Deutschland soll nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums in einer ersten Lieferung 2,4 Millionen Dosen bekommen.

Thüringen setzt auf Kinderärzte

In Thüringen leben laut Gesundheitsministerium rund 130.700 Kinder zwischen fünf und zwölf Jahren. Wenn für sie das Risiko einer schweren Erkrankung besteht, sollen sie ihre Impfung bei Kinder- und Jugendärzten bekommen, teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch auf MDR-Anfrage mit. "Dazu sind wir in der Abstimmung mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben."

Sachsen plant Impfstraßen für Kinder

Auch in Sachsen setzt man ebenfalls auf Kinderärzte, um die unter Zwölfjährigen zu impfen. Zusätzlich will man aber auch ein staatliches Angebot ermöglichen. Geplant seien daher zusätzliche Impfmöglichkeiten an zentralen Orten, separat von Impfangeboten für Erwachsene. Dies könne durch extra Impfstrecken gewährleistet werden, heißt es aus dem sächsischen Sozialministerium

Die Sächsische Impfkommission (SIKO) empfiehlt diese Impfung für unter Zwölfjährige aber zunächst nur, wenn diese einer Risikogruppe angehören oder Kontakt zu Risikopatienten haben. Zur Risikogruppe gehören etwa Kinder mit schweren Herzerkrankungen, genetischen Erkrankungen oder Diabetes Mellitus. Etwa 220.000 Kinder sind im Freistaat zwischen fünf und zwölf Jahre alt. Wie viele sich davon impfen lassen, könne aber nicht vorhergesagt werden, so das Sozialministerium.

Petra Köpping, Sozialministerin Sachsen, verkündet die neue Corona Schutzverordnung.
Petra Köpping will die Impfquote erhöhen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Durch die neue Impfgruppe sowie den "extrem hohen Infektionszahlen" geht Staatsministerin Petra Köpping (SPD) davon aus, dass die Nachfrage nach Impfungen steigt. Anfang Dezember soll die Anzahl der Impfungen auf 9.000 pro Tag gesteigert werden, später solle sie sich verdoppeln.

Unser Ziel liegt bei bis zu 20.000 Impfungen pro Tag durch staatliche Angebote.

Petra Köpping (SPD), Sächsische Staatsministerin für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Sachsen-Anhalt: Mobile Impfteams für Jugendliche in Schule

Sachsen-Anhalt hatte sich noch nicht zu den Plänen der Impfung von Kindern unter zwölf Jahren geäußert.

Das Bundesland will aber die Impfquote bei den 12- bis 17-Jährigen durch Impfangebote an Schulen verbessern. Das solle mit Hilfe der mobilen Impfteams der Landkreise passieren, sagte Kultusministerin Eva Feußner: "Anlass war auch die im Vergleich zu anderen Bundesländern niedrige Impfquote bei 12- bis 17-Jährigen von 30,6 Prozent. Hier wollen wir besser werden", so die Ministerin.

Trotz der steigenden Corona-Infektionszahlen an Schulen sei die Lage jedoch nicht außer Kontrolle. "Wir haben Schulen, in denen die Zahlen hoch sind, ja. Aber wir haben auch Schulen ganz ohne Fälle." Insgesamt habe man die Entwicklung gut im Blick.

MDR (Max Schörm)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT | 01. Dezember 2021 | 10:00 Uhr

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