Testpflicht am Arbeitsplatz Hohe Nachfrage bei Corona-Tests: Sorge vor Engpässen wächst

Seit Mittwoch gilt 3G am Arbeitsplatz. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss einen gültigen Testnachweis erbringen. Einige Arbeitgeber bieten ihren Angestellten das Testen am Werkstor an. Die Nachfrage nach Testkits ist deshalb gestiegen. Könnte das zu Engpässen führen?

Ein Mann nimmt ein Stäbchen für einen Corona-Schnelltest aus einer Hülle
Die Nachfrage nach Corona-Tests steigt. Bildrechte: dpa

Karsten Stüber ist der Prokurist der DIAKO Thüringen und für die Bereiche Altenhilfe und Palliativversorgung zuständig. In den Einrichtungen gilt nicht nur 3G am Arbeitsplatz, sondern auch: Eintritt für Besucherinnen und Besucher nur nach Testung, auch dann, wenn sie geimpft oder genesen sind. Doch diese Tests werden durch die neue 3G-Regelung am Arbeitsplatz immer teurer: "Und das ist die Situation wie im letzten Jahr, dass es einerseits mehr als schwierig ist, die entsprechenden Mengen, die wir jetzt benötigen, zu bekommen. Und wir haben natürlich eine sehr starke Preisentwicklung. Wenn man sich so an den Sommer erinnert, gab es das ja in jedem Drogeriegeschäft. Unter einem Euro konnte man die Tests erwerben und wir haben jetzt schon eine Preissteigerung von 100 Prozent."

Tests nur noch begrenzt verfügbar

Auch Martin Hennig, einer der beiden Geschäftsführer vom Backhaus Hennig aus Zwenkau, stellt fest: "Als diese Selbsttests da verfügbar geworden sind, sind in unserem Infoposteingang, E-Mail-Eingang jeden Tag zwei bis drei Angebote von Importeuren da gewesen. Und das gibt es jetzt gar nicht mehr. Also das zeigt ja, dass die Verfügbarkeit auch wirklich begrenzt ist. Wenn keine Werbung gemacht wird – es verkauft sich von alleine."

Deshalb hat der Chef der Bäckereikette, die in Mitteldeutschland 80 Filialen und rund 900 Angestellte hat, vorgesorgt: 10.000 Testkits à 1,90 Euro konnte er in einer Großbestellung vor der Einführung von 3G am Arbeitsplatz noch ergattern: "Allerdings höre ich von Berufskollegen, dass die Verfügbarkeit jetzt im Prinzip nicht mehr gegeben ist und wenn doch verfügbar, dass die Preise wirklich extrem angestiegen sind, also über verdoppelt."

Sorge vor Lieferengpässen

Während Hennig die Testkosten selbst zahlen muss, kann Karsten Stüber von der DIAKO Thüringen diese wenigstens über die Altenhilfe zurückholen. Auch er hat noch gut gefüllte Lager – trotzdem befürchtet er: "Wenn die Testverpflichtung so bleibt, 3G am Arbeitsplatz, dann wird es einen extremen Mehrbedarf geben und ich gehe davon aus, dass es zu Engpässen kommen wird, definitiv."

Und die könnten im Pflegebereich schnell Lebensgefahr für die Heimbewohnerinnen und -bewohner bedeuten. Im Fall eines Lieferengpasses, wäre Stüber deshalb dafür, dass sensible Einrichtungen priorisiert beliefert werden. Das Bundesgesundheitsministerium schreibt MDR AKTUELL dazu: "Das Bundesgesundheitsministerium ist im Austausch mit dem Branchenverband, den Unternehmen sowie den Bundesländern und beobachtet den Markt, auch im Hinblick auf die Versorgung vulnerabler Gruppen."

Die Knappheit der Tests sei aber nur temporär. Hinweise auf flächendeckende Engpässe liegen dem Ministerium nach eigenen Angaben nicht vor.

Quelle: MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm: 27. November 2021 | 07:06 Uhr

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