Literaturauszeichnung Georg-Büchner-Preis geht an Emine Sevgi Özdamar

Der diesjährige Georg-Büchner-Preis geht an Emine Sevgi Özdamar. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit.

Emine Sevgi Özdamar, 2010
Emine Sevgi Özdamar (Archivbild von 2010) Bildrechte: dpa

Die Schriftstellerin Emine Sevgi Özdamar erhält den Georg-Büchner-Preis 2022. Das teilte die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt mit. Özdamar sei eine herausragende Autorin, "der die deutsche Sprache und Literatur neue Horizonte, Themen und einen hochpoetischen Sound verdankt", lobte die Akademie. "Ungewohnte literarische Stilmittel und aus dem Türkischen inspirierte Sprechweisen prägen ihre multiperspektivischen Texte, die neben intimen persönlichen Erfahrungen ein breites Panorama deutsch-türkischer Geschichte entfalten", heißt es weiter in der Begründung der Jury.

Ungewohnte literarische Stilmittel und aus dem Türkischen inspirierte Sprechweisen prägen ihre multiperspektivischen Texte.

Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aus der Jury-Begründung

Özdamar wurde am 10. August 1946 in Malatya im Südosten der Türkei geboren und wuchs in Istanbul und Bursa auf. 1965 kam sie erstmals nach West-Berlin. Die mit mehreren Preisen ausgezeichnete Schriftstellerin, Schauspielerin und Theaterregisseurin lebt in Deutschland, der Türkei und Frankreich.

Auf Shortlist der Leipziger Buchmesse

Im vergangenen Jahr erschien ihr mehrfach preisgekrönter Roman "Ein von Schatten begrenzter Raum". Mit dem Werk wurde sie auch für den Preis der Leipziger Buchmesse 2022 nominiert und gelangte auf die Shortlist. Der knapp 800 Seiten starke Roman handelt von einer Künstlerin, die nach dem Militärputsch 1971 aus Istanbul über das Meer nach Europa flieht – mit dem Wunsch, Schauspielerin zu werden.

Der Georg-Büchner-Preis ist mit 50.000 Euro dotiert und gilt als bedeutendste literarische Auszeichnung im deutschen Sprachraum. Die Preisverleihung ist am 5. November in Darmstadt, wo der Namensgeber der Auszeichnung aufwuchs. Zu den Ausgezeichneten gehören Max Frisch (1958), Ingeborg Bachmann (1964) und Heinrich Böll (1967). Vergangenes Jahr erhielt Clemens J. Setz die Auszeichnung. Özdamar ist die zwölfte Frau, die mit dem Preis gewürdigt wird.

dpa, epd (rnm)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 09. August 2022 | 10:00 Uhr

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