Coronavirus-Pandemie Ticker vom Donnerstag: Moskau geht in den Lockdown

Moskau fährt wegen hoher Infektionszahlen das öffentliche Leben runter. Auch in Deutschland steigen die Infektionszahlen. In Thüringen geht auch die Zahl der Covid-Patienten in Krankenhäusern hoch. In Mitteldeutschland sind kaum Fälle von Impfpassfälschung bekannt. Im australischen Melbourne endet nach neun Monaten der weltlängste Lockdown. Aktuelle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in unserem Ticker.

Desinfektionstrupp in Metrostation Leningradsk in Moskau
In Moskau steigen die Corona-Infektionszahlen immer weiter. Bildrechte: imago images/SNA

Unser Ticker am Donnerstag, 21. Oktober 2021, endet hier. Vielen Dank für Ihr Interesse. Aktuelle Meldungen und Hintergründe zum Coronavirus finden Sie hier.

22:06 Uhr | Großbritannien: Steigende Zahlen trotz hoher Impfquote

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Großbritannien hat erstmals seit Juli wieder die Schwelle von 50.000 überschritten. Binnen 24 Stunden seien 52.009 Ansteckungen registriert worden, teilten die Behörden am Donnerstag mit. Forderungen nach einer Wiedereinführung der im Juli aufgehobenen Schutzmaßnahmen wies die Regierung zurück. Gesundheitsminister Sajid Javid hatte zuletzt betont, es gebe derzeit keinen Anlass, "Plan B" zu aktivieren und wieder Corona-Beschränkungen einzuführen. 79 Prozent der über Zwölfjährigen in Großbritannien haben bereits zwei Impfdosen gegen das Coronavirus erhalten. Für alle Briten über 50 Jahre und gesundheitlich geschwächte Menschen empfiehlt die Regierung Auffrischungsimpfungen. Berechnungen von Ärzten zufolge sollte der Anteil der Geimpften und Genesenen bei rund 85 Prozent leigen, um eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus zu erreichen.

18:45 Uhr | Studie: Mehr Corona-Tote, aber keine Übersterblichkeit?

Forschende der Universität Duisburg-Essen haben die Sterbezahlen von drei Ländern unter Einbeziehung demografischer Entwicklungen von 2016 bis 2020 analysiert. Es ging um die Frage: Gab es durch Corona eine Übersterblichkeit? Das Ergebnis: Für Deutschland konnte trotz 34.000 Covid-19-Todesfällen mit diesem Ansatz keine Übersterblichkeit festgestellt werden. Und das, obwohl die Todesfallzahlen insgesamt stiegen. Die Gründe hierzu können Sie im folgenden Beitrag lesen.

18:38 Uhr | Thüringen: Infektionszahlen unter Schülern auf Höchststand

Die Corona-Infektionszahlen bei Thüringer Kindern und Jugendlichen im Schulalter sind auf den höchsten Stand seit Beginn des Jahres geklettert. Das geht aus einem Bericht des Thüringer Landesamts für Verbraucherschutz mit Stand vom Mittwoch hervor. Demnach stiegen die Sieben-Tage-Inzidenzen bei den 6- bis 11-Jährigen und den 12- bis 17-Jährigen zuletzt auf jeweils klar über 300 und lagen damit weit höher als in anderen Altersgruppen. Auch bei der besonders vulnerablen Gruppe der über 80-Jährigen gab es dem Bericht zufolge zuletzt einen starken Anstieg bei den wöchentlichen Neuinfektionen je 100.000 Menschen, allerdings auf niedrigerem Niveau als bei vielen Jüngeren.

18:18 Uhr | Kretschmer warnt angesichts steigender Zahlen

Angesichts steigender Infektionszahlen hat Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer vor einem verfrühten Ende der Corona-Schutzvorkehrungen gewarnt. Wer zu schnell in die Normalität wolle, verhindere sie möglicherweise, sagte er am Donnerstag. Es brauche auch in den kommenden Monaten ein gemeinsames Vorgehen von Bund und Ländern. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hatte sich am Montag bei Beratungen mit den Gesundheitsministern der Länder dafür ausgesprochen, die bundesweite Corona-Notlage nicht zu verlängern. Sie würde am 25. November auslaufen. Die Corona-Notlage ermöglicht es Bundesregierung und Landesregierungen, ohne Zustimmung von Parlamenten Corona-Maßnahmen anzuordnen.

17:15 Uhr | Biontech veröffentlicht Studie zu Drittimpfung

Die beiden Unternehmen Biontech und Pfizer haben für eine Auffrischungsimpfung geworben. Bei einer Untersuchung mit über 10.000 Teilnehmern habe die Drittimpfung eine Wirksamkeit von über 95 Prozent gezeigt. Die verabreichte Dosis war den Angaben zufolge genauso hoch wie bei den ersten beiden Impfungen.

16:44 Uhr | Entscheidung zu Sputnik V offenbar nicht mehr 2021

Die EU-Arzneimittelbehörde EMA wird vermutlich nicht mehr in diesem Jahr über die Zulassung des russischen Covid-19-Impfstoffes Sputnik V entscheiden. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtet unter Berufung auf einen Insider, das werde frühestens Anfang 2022 geschehen. Eine Prüfung bis Ende des Jahres sei unmöglich, da noch Daten fehlten.

Eine Lieferung des Corona-Impfstoffes Sputnik V in einem Flugzeug
Noch nicht EU-weit zugelassen: Sputnik V Bildrechte: dpa

Die Prüfung von Sputnik V wurde bereits im März eingeleitet. Ursprünglich war mit einer Entscheidung im Mai oder Juni gerechnet worden. Nach Angaben aus russischen Regierungskreisen bestehen technologische Differenzen zwischen Russland und der EMA über die Vollständigkeit der Daten.

Im Februar hatte das Fachmagazin "The Lancet" Test-Ergebnisse veröffentlicht, wonach der Impfstoff eine Wirksamkeit von fast 92 Prozent hat. Nach dem Auftreten der Delta-Variante gab Russland die Wirksamkeit gegen diese Mutante mit 83 Prozent an. Eine EU-Zulassung wäre eine große Erleichterung für Russinnen und Russen, die in die Europäische Union reisen wollen.

15:54 Uhr | EMA entscheidet über Moderna-Booster

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA gibt das Ergebnis ihrer Überprüfung der Auffrischungsimpfung von Moderna voraussichtlich am 25. Oktober bekannt. Das teilt die Behörde mit. Zugleich beginne in der nächste Woche die Prüfung des Mittels Molnupiravir von Merck. Das Antivirusmittel wäre die erste Tablette gegen Covid-19.

15.02 Uhr | Update: Indien hat eine Milliarde Dosen verimpft

In Indien sind mehr als eine Milliarde Impfdosen gegen das Coronavirus verabreicht worden. Damit seien rund 75 Prozent der Erwachsenen einfach und 31 Prozent vollständig geimpft, teilte das indische Gesundheitsministerium mit. Die indische Regierung hat sich das Ziel gesteckt, bis Ende des Jahres alle Erwachsenen gegen Corona zu impfen.

Mit den Impfzahlen steigen international die Hoffnungen, dass Indien bald wieder Corona-Impfdosen für das UN-Impfprogramm Covax bereitstellen könnte. Indien war Anfang des Jahres als einer der Hauptlieferanten für Covax vorgesehen und lieferte zunächst auch Millionen Dosen an das Programm und an vorwiegend ärmere Länder. Angesichts einer heftigen zweiten Infektionswelle im Zusammenhang mit der Delta-Variante im Frühling hatte die indische Regierung aber einen Exportstopp für Corona-Impfstoffe verhängt.

14:05 Uhr | Moskau geht in den Lockdown

Desinfektionstrupp in Metrostation Leningradsk in Moskau
"Herzlich willkommen in Moskau" - Desinfektionstrupp in einer Metrostation Bildrechte: imago images/SNA

Russlands Hauptstadt Moskau macht ab dem 28. Oktober wieder dicht. Im Kampf gegen steigende Corona-Zahlen müssten alle Geschäfte, Bars und Restaurants wieder schließen, kündigte Bürgermeister Sergej Sobjanin an. Nur Läden für den täglichen Bedarf wie Supermärkte und Apotheken blieben geöffnet. Die Zahl der Neuinfektionen und Todesopfer in Russland war in den vergangenen Tagen immer wieder auf neue Höchstwerte gestiegen. Die Regierung macht dafür die mangelnde Impfbereitschaft verantwortlich. Nur ein Drittel der Bevölkerung ist vollständig geimpft.

13:15 Uhr | Mehr als 10 Stunden Medien-Konsum täglich

Die Menschen in Deutschland chatten, mailen und schauen auch im zweiten Corona-Jahr so viel fern wie nie zuvor. Nach dem Rekord 2020 gibt es nun einen neuen Höchstwert, wie eine Forsa-Umfrage unter 3.000 Menschen herausfand. Demnach verbringen die 14- bis 69-Jährigen rund 10,5 Stunden am Tag mit Massenmedien wie TV, Internet und Radio. Nimmt man die sogenannte Individualkommunikation dazu – also Telefonie, SMS, Messenger und E-Mails kommt man sogar auf 13 Stunden. Das sind jeweils rund 20 Minuten mehr als vor einem Jahr, heißt es im Media Activity Guide 2021.

12:10 Uhr | Studie: Biontech-Vakzin senkt Risiko für Jugendliche um 90 Prozent

Eine Impfung mit dem Biontech/Pfizer-Vakzin senkt laut einer Studie das Risiko einer Infektion mit der Delta-Variante des Coronavirus bei Jugendlichen um 90 Prozent und schützt zu 93 Prozent vor einer Erkrankung mit Symptomen. Eine israelische Krankenkasse bestätigte entsprechende Studienergebnisse von Forschern der Harvard-Universität (USA) mit mehr als 94.000 zweifach geimpften Jugendlichen im Alter von 12 bis 18 Jahren. Die Studie wurde im "New England Journal of Medicine" veröffentlicht.  

10:37 Uhr | Bayern-Coach Nagelsmann positiv getestet

Der Trainer des FC Bayern München, Julian Nagelsmann, ist trotz vollständigen Impfschutzes positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie der Fußball-Bundesligist mitteilte, wird der 34-Jährige am Donnerstag getrennt von der Mannschaft aus Lissabon mit einem Ambulanzflieger zurück nach München gebracht und sich dort in häusliche Isolation begeben. Der FCB hatte am Mittwoch gegen den portugiesischen Meister Benfica mit 4:0 gewonnen.

09:45 Uhr | Frankreich setzt langfristig auf 3G-Regelung

In Frankreich bleibt der umstrittene Gesundheitspass bis zum kommenden Sommer gültig. Das hat die Abgeordnetenversammlung in Paris mit einer knappen Mehrheit von 135 zu 125 Stimmen beschlossen. Der Pass weist nach, ob man vollständig geimpft, genesen oder negativ getestet ist. Er muss für viele Veranstaltungen und an öffentlichen Orten vorgelegt werden.

08:38 Uhr | RKI: Mehr als 16.000 Neuansteckungen

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen ist um fünf Punkte auf 85,6 gestiegen. Der Wert gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen an. Die Gesundheitsämter meldeten dem Robert Koch-Institut binnen eines Tages 16.077 Neuinfektionen, etwa 3.700 mehr als vor einer Woche.  

Nach den zumeist aktuelleren Daten des Risklayer-Projekts in Karlsruhe liegt die Wocheninzidenz bundesweit sogar schon bei 89. Unterschiede zwischen Risklayer und RKI sprechen für eine dynamische Situation beim Infektionsgeschehen. Demnach stieg die Zahl der Neuansteckungen so stark wie seit dem 6. Mai nicht mehr. Hotspots sind Thüringen mit einer Inzidenz von 170 und Sachsen mit 146 vor Bayern 140. In Mitteldeutschland haben mehrere Landkreise die Inzidenz-Marke 200 überschritten, einige südbayerische Landkreise sogar die 300er-Marke.

Die bundesweite Hospitalisierungs-Inzidenz liegt aktuell bei 2,45 stationären Covid-19-Patienten je 100.000 Einwohner. Spitzenreiter ist Thüringen mit 6,08. In einigen Landkreisen im Freistaat liegt der Wert schon darüber. Ab einer Hospitalisierungs-Inzidenz von 7 greift die Warnstufe 2, wenn auch die Ansteckungsrate über 100 liegt. In Sachsen-Anhalt (2,52) und Sachsen (2,56) sind die Zahlen stationärer Covid-Fälle vergleichsweise moderat. Die Corona-Zahlen im Überblick.

08:01 Uhr | Indien: Eine Milliarde Impfdosen verabreicht

Dem indischen Gesundheitsministerium zufolge sind landesweit bislang eine Milliarde Impfdosen verabreicht worden. Damit seien rund drei Viertel der erwachsenen Bevölkerung mindestens einmal geimpft, rund 30 Prozent komplett. Zuletzt waren die Ansteckungszahlen stark zurückgegangen. In Indien leben etwa 1,3 Milliarden Menschen. Im April und Mai dieses Jahres hatte das Land noch 400.000 Neuinfektionen und 4.000 Todesfälle pro Tag gezählt.  

07:28 Uhr | Ostdeutsche sehen RKI skeptischer

In der Corona-Pandemie stößt die Arbeit des Robert Koch-Instituts in Ostdeutschland auf größeres Misstrauen als im Westen. In einer repräsentativen Yougov-Umfrage unter gut 3.700 Berufstätigen erhielt das RKI von den ostdeutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmern im Schnitt die Note 3,3, im Westen dagegen 2,9.

Gefragt wurde im Juni und Juli, die möglichen Gründe für RKI-Skepsis waren kein Thema der Umfrage. Ob es einen Zusammenhang mit der Stärke der rechtspopulistischen AfD im Osten gibt, die die Corona-Politik der Bundesregierung kritisiert, ist unter Politikern und Fachleuten umstritten.

07:00 Uhr | In Mitteldeutschland kaum Fälschungen von Impfnachweisen

In Sachsen sind seit Mai dieses Jahres lediglich 22 Fälschungen von Corona-Impfnachweisen bekannt geworden. Wie das Justizministerium mitteilte, sind Verurteilungen dazu derzeit nicht bekannt. Der Gebrauch gefälschter Impfnachweise kann im Freistaat demnach mit bis zu einem Jahr Haft oder einer Geldstrafe geahndet werden. Auch Sachsen-Anhalt registrierte nur 22 Fälschungen.

In anderen Bundesländern ist die Lage anders: Nordrhein-Westfalen und Bremen prüfen nach eigenen Angaben Hinweise auf größer angelegten Handel mit Fälschungen vor allem im Internet. In Berlin spricht die Polizei nicht von Handel, sieht aber entsprechende Angebote von Einzelpersonen in Messenger-Diensten.  

06:46 Uhr | Nach 262 Tagen: Melbourne beendet Lockdown

Im australischen Bundesstaat Victoria endet in der Nacht zum Freitag nach 262 Tagen der bisher längste Lockdown der Welt. Die Lockerungen sollen eintreten, weil mittlerweile 70 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft sind.

Ministerpräsident Scott Morrison zufolge wird das Leben schrittweise normalisiert. Die Einwohner dürfen nun wieder zehn Gäste in ihren Häusern empfangen, draußen können sich bis zu 15 Menschen versammeln. Die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen werden aufgehoben. Restaurants, Geschäfte und Friseure dürfen unter strikten Regeln wieder öffnen. Auch Schüler sollen teilweise in die Klassenzimmer zurückkehren. Australien hat sich in der Pandemie stark abgeschottet. Die landesweite Wocheninzidenz liegt aktuell um die 60 Ansteckungen je 100.000 Menschen.

06:30 Uhr | Weimar verschärft Corona-Auflagen

Weimar hat seine Corona-Auflagen wieder verschärft. Wie die Thüringer Kreisstadt mitteilte, haben ab heute nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete Zutritt zu bestimmten Innenräumen. Oberbürgermeister Peter Kleine sagte, man beuge sich damit den Regeln des Landes.

06:00 Uhr | Der Ticker am Donnerstag, 21. Oktober 2021

Guten Morgen, in unserem Ticker halten wir Sie über die aktuellen Entwicklungen der Coronavirus-Pandemie auf dem Laufenden. Alle wichtigen Nachrichten erscheinen im Laufe des Tages hier.

Die Corona-Ticker der vergangenen Tage:

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 21. Oktober 2021 | 06:00 Uhr

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