Frist vorbei Männer-Trio bewirbt sich um CDU-Vorsitz

Drei Männer bewerben sich um den Vorsitz der CDU. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist lagen die Nominierungen von Ex-Fraktionschef Merz, Außenpolitiker Röttgen und dem geschäftsführenden Kanzleramtschef Braun vor.

Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun
Wollen CDU-Chef werden: Notbert Röttgen, Friedrich Merz und Helge Braun (v.l.) Bildrechte: dpa

Die Wahl des neuen CDU-Vorsitzenden wird zwischen Friedrich Merz, Norbert Röttgen und Helge Braun entschieden. Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am Mittwochabend lagen offenbar keine weiteren Nominierungen vor. Nun muss noch der Wahlvorstand feststellen, ob die Kandidaten rechtmäßig vorgeschlagen wurden.

Mitgliederbefragung startet Anfang Dezember

Danach sind die rund 400.000 Mitglieder gefragt. Sie können ab Anfang Dezember entscheiden, wen sie als neuen Vorsitzenden wollen. Offiziell ins Amt gewählt wird der neue CDU-Chef auf einem Parteitag am 21. und 22. Januar in Hannover.

Merz nimmt zum dritten Mal Anlauf

Der frühere Unionsfraktionschef Merz nimmt bereits zum dritten Mal Anlauf auf den Parteivorsitz. 2018 musste er Annegret Kramp-Karrenbauer den Vortritt lassen und Anfang dieses Jahres Armin Laschet. Diesmal versucht er es im Team. Merz schlug den früheren Berliner Gesundheitssenator Mario Czaja als künftigen Generalsekretär vor und die 34-jährige Bundestagsabgeordnete Christina Stumpp für die noch zu schaffende Stelle einer stellvertretende Generalsekretärin.

Röttgen werden Stichwahl-Chancen zugetraut

Der Außenpolitiker Röttgen tritt zum zweiten Mal an. Im Januar hatte er im ersten Wahlgang gegen Laschet und Merz verloren, dennoch aber überraschend viele Stimmen erhalten hatte. Der 56-jährige Jurist wirbt damit, die Union jünger und weiblicher machen zu wollen. Im Fall seiner Wahl will er die 39-jährige Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann aus Hamburg als Generalsekretärin vorschlagen.

Eine Wahl zum Parteivorsitzebnden wäre für Röttgen ein vor Jahren kaum für möglich gehaltenes Comeback. 2012 entließ Kanzlerin Merkel ihn als Umweltminister, nachdem er bei der NRW-Wahl als CDU-Spitzenkandidat krachend verloren hatte. Nach und nach arbeitete er sich wieder hoch, seit 2014 ist er Vorsitzender im Auswärtigen Ausschuss des Bundestags. Bei der Mitgliederbefragung liegt er nach Ansicht vieler in der CDU erneut hinter Merz. Für den Fall einer nötig werdenden Stichwahl werden ihm aber ebenfalls Chancen eingeräumt.

Überraschungskandidat Braun

Brauns Bewerbung kam für viele Beobachter überraschend. Der bisherige Kanzleramtsminister gilt als einer der engsten Vertrauten der scheidenden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Der 49-Jährige studierte Mediziner spielte eine wichtige Rolle bei der Gestaltung von Merkels Corona-Politik. Dass er den erhofften Neuanfang in der CDU einleiten kann, bezweifeln seine Mitbewerber. Im Merz-Lager ist von einer "Schnappsidee" und einer "Harakiri-Mission" die Rede. Kritiker behaupten, Braun wolle sich mit der Kandidatur CDU-intern nur profilieren, um letztlich die Nachfolge von Ministerpräsident Volker Bouffier in Hessen antreten zu können.

Brandenburgerin scheitert mit Kandidatur

Gescheitert mit einer Kandidatur ist die Brandenburgerin Sabine Buder. Der Vorstand ihres Kreisverbandes Märkisch-Oderland sprach sich mit sieben Gegenstimmen, zwei Enthaltungen und vier Ja-Stimmen gegen eine Nominierung aus. Die 37-Jährige äußerte sich am Mittwoch enttäuscht: Röttgen, Braun und Merz seien sich vom Alter, Geschlecht und regionaler Verwurzelung ziemlich ähnlich: "Das klingt nicht nach Aufbruch und Erneuerung."

DPA/AFP/Reuters (dko)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL FERNSEHEN | 17. November 2021 | 19:30 Uhr

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