Nach elf Jahren Bundesbank-Präsident Weidmann tritt zurück

Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat überraschend seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt. Nach eigenen Angaben erfolgt der Schritt aus persönlichen Gründen. Der 53-Jährige warnt zugleich vor Inflationsrisiken.

Jens Weidmann, Präsident der Deutschen Bundesbank
Gibt nach elf Jahren das Amt als Chef der Bundesbank ab: Jens Weidmann Bildrechte: dpa

Der Präsident der Deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, tritt zum Jahresende zurück. Wie die Bundesbank am Mittwoch in Frankfurt/Main mitteilte, hat Weidmann nach elf Jahren im Amt Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier um seine Entlassung zum 31. Dezember gebeten.

In einem Schreiben an die Mitarbeiter der Bundesbank erklärte der 53-jährige Weidmann den Schritt mit persönlichen Gründen: "Ich bin zur Überzeugung gelangt, dass mehr als zehn Jahre ein gutes Zeitmaß sind, um ein neues Kapitel aufzuschlagen –  für die Bundesbank, aber auch für mich persönlich."

Warnung vor Inflationsrisiko

Weidmann schreibt weiter, künftig werde es nun entscheidend sein, "nicht einseitig auf Deflationsrisiken zu schauen, sondern auch perspektivische Inflationsgefahren nicht aus dem Blick zu verlieren".

Bundesbankchef Jens Weidmann mit Bundesfinanzminister Olaf Scholz
Weidmann (r) warnt zum Abschied Bundesfinanzminister Scholz vor Inflationsrisiken. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Eine stabilitätsorientierte Geldpolitik sei dauerhaft nur möglich, wenn etwa die Geldpolitik "ihr enges Mandat" achte und nicht "ins Schlepptau der Fiskalpolitik oder der Finanzmärkte" gerate. Der scheidende Bundesbank-Chef mahnt unter anderem mit Blick auf die Pandemie-Belastungen: "Krisenmaßnahmen mit ihrer außergewöhnlichen Flexibilität sind nur in der Notsituation, für die sie geschaffen wurden, verhältnismäßig."

Dank von Scholz

Finanzminister Olaf Scholz dankte Weidmann für ein außerordentliches Engagement in den vergangenen zehn Jahren. Dieser habe als Bundesbank-Chef nicht nur die Geldpolitik in Deutschland und Europa maßgeblich geprägt, sondern auch die Weiterentwicklung der internationalen Finanzmärkte. Der Kanzlerkandidat betonte: "Jens Weidmann hat sich um unser Land sehr verdient gemacht."

Quellen: Reuters, AFP, DPA, (ans)

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 20. Oktober 2021 | 12:00 Uhr

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