Hohe Nachfrage Batteriespezialist Tesvolt baut Standort Wittenberg stark aus

In Wittenberg schreibt der Batteriespezialist Tesvolt seit Monaten Rekordumsätze. Seine Batteriespeicher werden in Verbindung mit Solaranlagen betrieben. Gerade wegen der hohen Energiepreise sind sie sehr stark nachgefragt. Das Unternehmen will nun weiter expandieren.

In der TESVOLT GmbH, der ersten Gigafactory für Batteriespeicher Europas, montieren Mitarbeiter Batteriemodule.
Tesvolt ist nach eigenen Angaben erste Gigafactory für Batteriespeicher in Europa. Bildrechte: dpa

Der Wittenberger Batteriespezialist Tesvolt will weiter expandieren. Die Geschäfte mit seinen mobilen Energiespeichern laufen unerwartet gut: In manchen Monaten hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 200 Prozent erhöht. "Die Nachfrage ist gigantisch", sagte Daniel Hannemann, einer der beiden Gründer und Geschäftsführer, MDR SACHSEN-ANHALT. "Die Energiewende ist nur möglich, wenn man auch Speichermedien wie Energiespeicher hat . Und somit müssen wir den Bedarf decken und brauchen hier am Standort viel größere Kapazitäten."

300 Mitarbeiter und 3.000 Quadratmeter mehr

4.000 Quadratmeter ist die Produktions- und Lagerfläche am Rand von Wittenberg groß, erweitert wird um 3.000 Quadratmeter. Geplant ist außerdem der Neubau einer zweiten Fabrik. Laut Hannemann soll ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden. "Wir wollen ein relativ großes Werk errichten auf mindestens zwei Etagen Produktionsfläche mit Logistik und einem modernen Forschungs- und Entwicklungszentrum." Aktuell hat Tesvolt etwa 200 Mitarbeiter, mittelfristig sollen es 500 werden.

Strom von Photovoltaikanlagen speichern

Mit der Speicherung von Solarenergie hatte das Unternehmen zum richtigen Zeitpunkt die richtige Idee. In den intelligenten Batteriespeichern wird der Strom aus Photovoltaikanlagen "zwischengelagert". "Der Strompreis wird weiter steigen und aus diesem Grund wollen viele Betriebe unabhängiger werden", so Geschäftsführer Hannemann.

Ein Batteriespeicher von Tesvolt aus Wittenberg
So sehen die Batteriespeicher aus. Bildrechte: MDR/Daniel Tautz

Das große Problem sei für die Betriebe, dass durch die steigenden Energiepreise die Produktionskosten stiegen. "Und dort möchte man einfach unabhängiger werden und sicherer planen können für die Zukunft". Tesvolt selbst gibt steigende Kosten der Lieferanten seit März an die Kunden weiter, die Lieferzeiten sind zudem länger als üblich.

Die Aufträge kommen für das Wittenberger Unternehmen mittlerweile aus der ganzen Welt, der Auslandsumsatz liegt bei etwa 40 Prozent. Doch auch Landwirtschaftsbetriebe aus dem Landkreis Wittenberg gehören zu den Kunden.

MDR (André Damm, Luise Kotulla)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29. Juni 2022 | 12:00 Uhr

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