Russland-Ukraine-Konflikt Deutsch-Ukrainische Vereinigung Sachsen-Anhalt hofft auf internationale Hilfe

An mehreren Orten in Deutschland demonstrieren Menschen gegen das Vorgehen Russlands gegen die Ukraine. Die Mitglieder der Deutsch-Ukrainischen Vereinigung Sachsen-Anhalt sind ebenfalls in Sorge. Der Vorsitzende des Verbands in Magdeburg hofft auf internationale Unterstützung.

Demonstranten mit einem Plakat "I stand with Ukraine" stehen bei einer Demo für die Ukraine während der Sicherheitskonferenz am Odeonsplatz. Schwerpunkt des dreitägigen sicherheitspolitischen Forums ist die Ukraine-Krise.
Mit der Botschaft "I stand with Ukraine" standen Demonstrierende während der Sicherheitskonferenz am Wochenende in München auf dem Odeonsplatz. Bildrechte: dpa

In der Ukraine herrscht angesichts der derzeitigen Situation und der Entwicklung eine Mischung aus Angst, Unwissenheit und Trotz. Das Land und seine Bevölkerung wollen sich dem großen Russland nicht einfach unterwerfen, wissen aber auch, dass es ohne Hilfe aus dem Westen schwierig wird. Durch die Erklärung der beiden Gebiete Luhansk und Donezk als unabhängig hat sich die Situation noch verschlechtert. Bei der Deutsch-Ukrainischen Vereinigung in Magdeburg hofft man auf Hilfe von anderen Ländern – vor allem von Deutschland wird einiges erwartet.

Die Situation einzuordnen, findet der Vorsitzende Mykhailo Nykolaichuk schwierig. Überrascht habe es ihn nicht. Wie ernst die Lage ist, könne er aber nicht wirklich absehen. Die Mitglieder des Vereins seien in Sorge um ihr Land. Direkt aus dem Krisengebiet komme zwar niemand, am Ende sei aber das ganze Land gefährdet.

Die Botschaft der Ukraine in Berlin ist zur blauen Stunde beleuchtet.
Die Botschaft der Ukraine in Berlin ist zur blauen Stunde beleuchtet. Bildrechte: dpa

Können Aussagen nicht mehr vertrauen

Der ukrainische Präsident Selenskyi versucht derweil, seine Bevölkerung zu beruhigen. Ob man den Aussagen noch trauen kann, weiß Nykolaichuk aber nicht so genau. Den Aussagen von Russlands Präsident Putin schenke er jedenfalls kein bisschen Glauben mehr. Dafür glühe der Konflikt schon viel zu lange.

Außerdem seien schon seit 2015 russische Truppen im Osten der Ukraine – bisher allerdings verdeckt. "Jetzt brauchen sie sich nicht mehr verstecken", sagt er. Deshalb sei die Befürchtung aber groß, dass eben nicht nur in den Osten des Landes bald russische Truppen kommen könnten. "Die Lage ist angespitzt – was soll man da noch verhandeln?", sagt Nykolaichuk. Wäre die Ukraine bereits in der Nato, wäre die Lage sicherlich eine andere. Aber laut Nato ist ja schon klar – das geht nicht allzu schnell. Und Russland wolle das natürlich verhindern.

Sanktionen führen nicht ans Ziel

Auch das vorläufige Ende von Nord Stream 2 löst laut Nykolaichuk keine Begeisterungsstürme aus. Generell seien die Sanktionen eher gescheitert. Seit acht Jahren habe man Sanktionen eingeführt, das habe Russland vom Weg des Konflikts aber nicht abgebracht. In diesem Fall – mit noch mehr Sanktionen – hätte man andere Länder sicher getroffen, Russland nehme diese nicht ernst.

Nykolaichuk sagt, die heiße Phase sei für die Ukrainer nicht jetzt erst entstanden, sondern schon seit der Krim-Krise. Damals habe es nicht genug Unterstützung gegeben und er hofft, dass es jetzt anders wird. Denn man könne das Land ja nicht einfach so hergeben.

Auch Haseloff kritisiert Russland

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat das Vorgehen Russlands gegen die Ukraine ebenfalls kritisiert. Er sagte, was dort passiere, sei ganz klar ein Bruch des Völkerrechts. Das könne nicht hingenommen werden. Bei Putins Rede seien keine rationalen Gründe für sein Handeln mehr erkennbar gewesen.

Wir haben es hier mit Irrationalitäten zu tun, mit Dingen, die wir nicht nachvollziehen können, geschweige denn akzeptieren können.

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff

Putin steht unter anderem nach einer Fernsehansprache in der Kritik. Dort hatte er bekanntgegeben, Seperatisten-Republiken in der Ostukraine anzuerkennen. Die EU hat daraufhin Sanktionen beschlossen. Den aktuellen Verlauf können Sie im MDR-Ticker zum Russland-Ukraine-Konflikt verfolgen:

MDR (Nadine Hampel, Marvin Kalies)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 22. Februar 2022 | 19:00 Uhr

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