Medienbericht Brieffreundschaft mit Halle-Attentäter: Polizistin offenbar nicht mehr im Dienst

Der Fall sorgte im September für Entsetzen: Eine Polizistin soll dem verurteilten Attentäter von Halle mehrere Briefe ins Gefängnis geschickt haben – und darin Verständnis für dessen Taten geäußert haben. Schnell leitete die Polizei ein Disziplinarverfahren ein. Dem ist die Frau nun offenbar zuvorgekommen.

Der Angeklagte Stephan Balliet in Handschellen
Eine Polizistin, die dem wegen mehrfachen Mordes verurteilten Halle-Attentäter Briefe ins Gefängnis geschrieben haben soll, ist nicht mehr im Dienst. (Archivfoto) Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Die Polizistin, die in der Vergangenheit eine Brieffreundschaft zum Attentäter von Halle gepflegt haben soll, arbeitet offenbar nicht länger für das Land. Das schreibt die Mitteldeutsche Zeitung am Freitag. Die Frau hatte demnach als Beamtin auf Probe für die Polizeiinspektion Dessau-Roßlau gearbeitet.

Nach Angaben der Zeitung quittierte die Polizistin selbst den Dienst. Vorher hatte die Polizeiinspektion ein Disziplinarverfahren gegen sie eingeleitet – mit dem Ziel, die Polizistin aus dem Dienst zu entfernen. Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) hat nach Informationen der Zeitung vorige Woche den Innenausschuss des Landtags über die Personalie informiert. Zieschangs Ministerium wollte die Personalie am Donnerstag nicht bestätigen.

Der Angeklagte Stephan Balliet (M) wird von Justizpersonal in den Saal des Landgerichts begleitet. Reiner Haseloff wird im Landtag von Sachsen-Anhalt vereidigt. 47 min
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Mindestens zehn Briefe an den Attentäter

Der schwer bewaffnete rechtsextreme und antisemitische Attentäter hatte vor rund zwei Jahren versucht, am höchsten jüdischen Feiertag Jom Kippur in der voll besetzten Synagoge von Halle ein Blutbad anzurichten. Als ihm dies nicht gelang, erschoss er eine 40 Jahre alte Passantin. Wenig später tötete er einen 20-Jährigen in einem Döner-Imbiss.

Dass die Polizistin mindestens zehn Briefe an den wegen mehrfachen Mordes verurteilten Attentäter geschrieben haben soll, war im September dieses Jahres bekannt geworden. In ihren Schreiben soll die Frau Verständnis für die Taten geäußert haben. Kolleginnen und Kollegen der Polizistin waren stutzig geworden, als die sich auffallend positiv über den Attentäter geäußert haben soll.

dpa, MDR/Luca Deutschländer

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 05. November 2021 | 05:00 Uhr

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