Premiere Erste Jüdische Kulturtage in Sachsen-Anhalt eröffnet

Am Sonntagnachmittag sind die ersten Jüdischen Kulturtage in Sachsen-Anhalt eröffnet worden. Die Kulturtage finden im Rahmen des Jubiläums "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" statt. Zentraler Punkt sollen Begegnungen mit jüdischen Gemeinden sein. Bis zum Frühjahr 2022 sind Veranstaltungen in mehreren Städten Sachsen-Anhalts geplant.

Ein Mann mit Geige, eine Frau mit Akkordeon und eine Frau stehtn auf einer Bühne
Das Trio Lebedik mit Craig Judelman, Sanne Möricke und Sasha Lurje spielt in Halle zur Eröffnung der Jüdischen Kulturtage Sachsen-Anhalts (Archivbild). Bildrechte: Shendl Copitman

In Halle sind am Sonntag die ersten Jüdischen Kulturtage in Sachsen-Anhalt eröffnet worden. Staats- und Kulturminister Rainer Robra (CDU) sagte in seinem Grußwort am Nachmittag, die Kulturtage klärten über jüdisches Leben auf und leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Antisemitismusprävention.

Halles Bürgermeister Egbert Geier (SPD) sagte, ein zentrales Element der Stadtpolitik sei es, jüdisches Leben zu unterstützen. "Die Jüdischen Kulturtage tragen dazu maßgeblich bei. Sie zeigen, wie facettenreich jüdisches Leben in unserer Stadt ist und wie stark die jüdische Gemeinde mit ihren mehr als 500 Mitgliedern in Halle verankert ist", sagte Egbert.

Begegnungen mit jüdischen Gemeinden ermöglichen

Die Eröffnungsveranstaltung wurde von Rabbiner Zsolt Balla gestaltet. Das Trio Lebedik mit Sasha Lurje, Sanne Möricke und Craig Judelman spielt jiddische Lieder. Die landesweiten Jüdischen Kulturtage finden im Rahmen des Jubiläums "1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" statt. Zentraler Punkt sollen Begegnungen mit jüdischen Gemeinden beim gemeinsamen Essen und Trinken sein.

Felix Seibert-Daiker 2 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Veranstaltungen bis Frühjahr 2022

Die Jüdischen Kulturtage finden in mehreren Teilen statt. Sie beginnen im Herbst 2021 mit dem sogenannten Laubhüttenfest. Im Oktober und November 2021 folgen weitere Programmpunkte wie Führungen, Konzerte, Vorträge, Filmvorführungen, Ausstellungen und Tagungen. Im Frühjahr 2022 sind weitere Veranstaltungen geplant. Organisiert werden die Jüdischen Kulturtage durch den Verein Leopold Zunz.

Das Laubhüttenfest Sukkot

  • Das Laubhütten-Fest wird sieben Tage lang, vom 20. bis 27. September, gefeiert und ist vergleichbar mit dem Erntedankfest.
  • Es erinnert an die Wüstenwanderung der Israeliten nach ihrem Auszug aus Ägypten. Während der Flucht konnten sie nur in unbefestigten Hütten, in "Laubhütten" aus Ästen und Zweigen wohnen.
  • In der Thora heißt es: "Gott ordnet an, dass alle Einheimischen in Israel jedes Jahr sieben Tage lang in Hütten wohnen sollen, damit ihre Nachkommen wissen, dass ihre Vorfahren in Hütten wohnten, als sie von Gott aus Ägypten geführt wurden und vierzig Jahre lang durch die Wüste zogen."
  • Deshalb ist bis heute Brauch, an Sukkot in einer Hütte zu wohnen. Man macht sich bewusst, dass Gottes Schutz wichtiger ist als ein festes Dach über dem Kopf.
  • Gläubige Juden bauen sich jedes Jahr eine eigene Laubhütte – im Garten oder auf dem Balkon. Diese Hütte besteht nur aus Zweigen, Reisig oder Stroh. Durch das Dach soll man tagsüber die Sonne und nachts die Sterne sehen können. In der Hütte wird gegessen und geschlafen, soweit es das Wetter erlaubt.
  • Wichtig für die Bedeutung des Festes ist auch ein aus Zitrusfrüchten, Dattelpalm-, Myrten- und Bachweidenzweigen gebundener Strauß, der die Einheit des Volkes Israel symbolisieren soll.

"Ob in Bitterfeld-Wolfen, Querfurt, Salzwedel, Stendal oder Weißenfels, die Jüdischen Kulturtage bringen jüdisches Programm nach ganz Sachsen-Anhalt", kündigte ein Sprecher des Vereins an. Laut Programm sind bisher in einem Dutzend Städten in Sachsen-Anhalt Veranstaltungen geplant. Den Auftakt hatte bereits am Montag das weltgrößte Laubhüttenfest "Sukkot XXL" in Magdeburg gemacht.

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MDR/Fabienne von der Eltz

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26. September 2021 | 10:00 Uhr

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