Landkreis Mansfeld-Südharz Neue Grabungen an der Königspfalz Helfta

Einst gingen Könige in der Königspfalz in Helfta ein und aus. Doch über die Jahre verschwanden die mächtigen Anlagen. Bis Reste davon 2009 wiederentdeckt wurden. Nun sollen neue Grabungen die mittelalterliche Welt wieder ans Tageslicht bringen.

Hanna Schelenhaus (l.), Pauline Schnitger und Robert Prust arbeitensich mit Kratzern vorsichtig ins Erdreich vor.
Seit Montag gibt es neue Grabungen an der früheren Königspfalz in Helfta. Bildrechte: dpa

Auf dem Gelände der einstigen Königspfalz Helfta bei Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz ist am Montag wieder mit umfangreichen Grabungen begonnen worden. Die Archäologen hoffen, Fundamente und Kellergruben der mittelalterlichen Besiedlung freizulegen.

Königspfalz Helfta

Heute erinnert auf dem Acker in Helfta nicht mehr viel daran, dass dort einmal eine mächtige Burg stand. Doch die Königspfalz war einst ein wichtiges wirtschaftliches und politisches Zentrum, in dem auch Kaiser Otto der Große und sein Sohn, Otto der Zweite, logierten. Lange galt sie als verschollen. 2009 wurden Teile der Burg wiederentdeckt.

Grabungsleiter: "Erwarten zahlreiche Funde aus dem Mittelalter"

"In diesem Jahr wird auf einer rund 1.500 Quadratmeter großen Fläche nach den verborgenen Resten der Helphideburg, der karolingischen Befestigung des 8./9. Jahrhunderts, gesucht", sagte Projektleiter und Archäologe Felix Biermann vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie Sachsen-Anhalt. "Ebenso sind die Reste der ottonischen Pfalz des 10. Jahrhunderts Gegenstand der Untersuchungen", sagte Biermann.

Auch die Wallanlage der Burg sowie Teile der Pfalzsiedlung mit Wohnbauten, herrschaftlichen Wohngebäuden sowie Wirtschaftsbauten seien Ziel der Grabungskampagne. "Wir erwarten zahlreiche Funde aus dem Mittelalter."

ܜber den Dächern von Helfta, auf einer Fläche von 1500 Quadratmetern gehen die umfangreichen archäologischen Grabungen weiter.
In diesem Jahr wird auf einer Fläche von etwa 1.500 Quadratmetern gesucht. Bildrechte: dpa

Königspfalz 2009 wiederentdeckt

An der Grabung, die bis Anfang Oktober dauert, beteiligen sich auch Studentinnen und Studenten aus dem polnischen Stettin, aus Halle und Berlin. Die lange verschollenen Überreste der Königspfalz Helfta auf dem Hügel "Kleine Klaus" wurden im Jahr 2009 bei der Vermessung magnetischer Anomalien im Boden wiederentdeckt. Der Kernbereich der Burg- und Pfalzanlage umfasst circa zwölf Hektar.

dpa, MDR (Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 15. August 2022 | 17:30 Uhr

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