Wirtschaftsstandort Bund fördert Intel-Ansiedlung in Magdeburg mit mehreren Milliarden

Der US-Konzern Intel baut ab 2023 in Magdeburg eine Chip-Fabrik. Der Bund stellt für die Ansiedlung des Chip-Herstellers Intel in diesem Jahr mindestens 2,7 Milliarden Euro bereit. Der Magdeburger Bundestagsabgeordnete Martin Kröber erhofft sich von der Ansiedlung einen wirtschaftlichen Schub für das ganze Land.

Eine Computergrafik zeigt die in Magdeburg geplante Chipfabrik des US-Konzerns Intel.
So soll die neue Intel-Fabrik in Magdeburg aussehen. (Grafik) Bildrechte: picture alliance/dpa/Intel Corporation

Die Bundesregierung unterstützt die geplante Ansiedlung von Chip-Hersteller Intel in Magdeburg allein in diesem Jahr mit mindestens 2,7 Milliarden Euro. Das geht aus dem aktuellen Bundeshaushalt hervor, den der Bundestag am Freitag beschlossen hat.

Martin Kröber
Bundestagsabgeordneter Martin Kröber hofft, dass Magdeburg sich durch die Intel-Ansiedlung zu einem aufstrebenden Wirtschaftsstandort entwickelt. Bildrechte: Photothek

Seit Mitte März steht fest, dass Intel in Magdeburg eine sogenannte Megafabrik für Computerchips errichten möchte. Dadurch werden in der Landeshauptstadt tausende Arbeitsplätze entstehen. Bundestagsabgeordneter Martin Kröber (SPD) sagte: "Die Ansiedlung ist ein Schub für ganz Sachsen-Anhalt und weckt die Hoffnung, dass sich die Landeshauptstadt zu einem wichtigen, modernen und aufstrebenden Wirtschaftsstandort entwickelt."

Weitere Investitionen in den kommenden Jahren

Neben den Investitionen, die direkt in die Förderung der Mikroelektronik-Branche gehen, werde es weitere Gelder geben, sagte der SPD-Abgeordnete. Darunter seien rund 400 Millionen Euro für den Wohnungsbau. Das entspreche rund 1.700 Wohnungen, die in Sachsen-Anhalt neu gebaut werden, so Kröber. Kritik an dem beschlossenen Bundeshaushalt kam vom Wittenberger Bundestagsabgeordneten Sepp Müller (CDU). Insbesondere im Kulturbereich seien die großen Wünsche der Opposition nicht erfüllt worden.

Bereits am Dienstag hatte der Ostbeauftragte Carsten Schneider (SPD) angekündigt, dass der Bund die Mikroelektronik-Branche in Deutschland mit einem Milliardenbetrag unterstützen will. In den nächsten Jahren könnten für Investitionsvorhaben mehr als zwölf Milliarden Euro fließen. Man sei neben Intel mit weiteren Investoren im Gespräch, um den Bereich der Mikroelektronik zu stärken, so der Ostbeauftragte der Bundesregierung.

Magdeburg setzt sich gegen 70 Mitstreiter durch

Intel hatte am 14. März 2022 bestätigt, dass die geplante Giga-Fabrik in Magdeburg im Gewerbegebiet "Eulenberg" entstehen soll. Damit hat der Halbleiter-Hersteller Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt den Vorzug vor 70 anderen Standorten in Deutschland und Europa gegeben.

Ab 2027 sollen Chips in Magdeburg produziert werden. In einer ersten Ausbaustufe sollen zwei benachbarte Halbleiterwerke gebaut werden. Intel will dafür zunächst rund 17 Milliarden Euro investieren. Der Bau soll im nächsten Jahr beginnen.

Es ist die größte Firmen-Ansiedlung in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten. Für die Stadt Magdeburg ist das ein großer Gewinn: Rund 10.000 Jobs sollen entstehen. Die ersten Stellen hat Intel bereits ausgeschrieben.

Während die Politik Intels Ankündigung bejubelte, äußern die Menschen in der Umgebung des Gewerbegebiets jedoch auch Bedenken, vor allem hinsichtlich des Verlusts des guten Börde-Bodens und der Infrastruktur.

MDR-Redakteur Uli Wittstock mit Sonnenbrille in der Rolle eines Nörglers 2 min
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Das höchste Lob, das der Magdebruger zu vergeben hat, heißt: Kannste nicht meckern. Auch auf die Nachricht der Großinvestition von Intel gab es ziemlich viele Nörgler. Uli Wittstock hat ihnen zugehört.

MDR SACHSEN-ANHALT Sa 19.03.2022 15:30Uhr 02:29 min

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dpa, MDR (Anne-Marie Kriegel, Simon Kremer, Cornelia Winkler, Martin Paul)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 03. Juni 2022 | 19:00 Uhr

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