Bei hoher Waldbrandgefahr Nach Waldbrand: Künftig weniger Dampfloks auf dem Brocken

Der Waldbrand bei Schierke im Harz hat Konsequenzen: Wenn die Waldbrandgefahr hoch ist, sollen künftig keine Dampfloks mehr auf den Brockengipfel fahren. Das ist das Ergebnis eines Krisengipfels am Montag.

Die Brockenbahn dampft vorbei an verkohlten Stämmen abgestorbener Nadelbäume
Zuletzt wurde immer wieder darüber spekuliert, ob die Dampfloks der Schmalspurbahn für die Waldbrände im Harz mitverantwortlich sein könnten. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Die Harzer Schmalspurbahnen schränken den Betrieb mit Dampfloks am Brocken ein. Das ist das Ergebnis eines Krisentreffens am Montag nach dem jüngsten Großbrand im Nationalpark Harz Ende vergangener Woche.

Demnach sollen künftig zwischen Drei Annen Hohne und dem Brocken nur noch Dieselloks fahren, wenn die Waldbrandgefahrenstufe 5 gültig ist. Bei Stufe 4 soll gesondert abgewogen werden. Insgesamt gibt es fünf Waldbrandgefahrenstufen. Seit Dienstag (16.08.2022) gilt im Landkreis Harz die Waldbrandgefahrenstufe 3.

Schneisen in den Wald schlagen

Bei dem Krisentreffen von Politik, Feuerwehr und Vertretern des Nationalparks am Montag ist zudem vereinbart worden, dass möglicherweise Schneisen in den Wald geschlagen werden sollen, um die Ausbreitung künftiger Brände einzudämmen. Dazu solle eine Arbeitsgruppe gegründet werden, die ein Konzept vorlegen soll, sagte nach dem Treffen Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU).

Bereits im Vorfeld des Gesprächs hatte Wernigerodes Oberbürgermeister Tobias Kascha (SPD) gefordert, dass auch über die Rolle der Harzer Schmalspurbahnen und mögliche Einschränkungen der Fahrten bei großer Trockenheit wird. Es sei nicht mehr erklärbar, dass man ab Waldbrandstufe 4 oder 5 den Wald sperren könne, Dampflokomotiven aber weiter fahren dürften. Zuvor war in den vergangenen Monaten nach Bränden immer wieder diskutiert worden, ob sie womöglich durch Funkenflug der Loks ausgelöst worden waren.

500 Rettungskräfte bei Schierke im Einsatz

Der Waldbrand im Nationalpark Harz war am vergangenen Donnerstag nahe Schierke und unweit der Bahnstrecke der Harzer Schmalspurbahnen ausgebrochen. Insgesamt hatten rund 500 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Technischem Hilfswerk und Forsten und Landwirten gegen die Flammen gekämpft. Nach komplizierten Löscharbeiten meldete die Stadt Wernigerode das Feuer am Sonntagmorgen als gelöscht. Insgesamt waren bis dahin rund vier Hektar Wald verbrannt.

Im Zuge der Löscharbeiten war erneut heftige Kritik wegen fehlender Löschhubschrauber laut geworden. Als der Brand am Donnerstag bei Schierke ausgebrochen war, war der entsendete Hubschrauber mit einem Defekt ausgefallen. Der Staatssekretär im Innenministerium, Klaus Zimmermann, sagte bei einer Pressekonferenz nach den Gesprächen, das Land plane aktuell nicht, ein eigenes Löschflugzeug zu kaufen.

Landrat des Landkreises Harz bei Pressekonferenz
Harz-Landrat Thomas Balcerowski hatte am Freitag appelliert, es sei Zeit, Löschflugzeuge anzuschaffen. Bildrechte: MDR

Der Chef des Landesfeuerwehrverbandes, Kai-Uwe Lohse, forderte in diesem Zusammenhang Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) auf, mit anderen Ländern über die gemeinsame Anschaffung solcher Hubschrauber zu beraten. Bereits am Freitag hatte der Harz-Landrat Thomas Balcerowski (CDU) gesagt, er sei es Leid, immer wieder Diskussionen über Löschflugzeuge führen zu müssen. Es sei jetzt an der Zeit, sie anzuschaffen.

Mehr zum Thema: Kampf gegen Waldbrände im Harz

MDR (Elke Kürschner, Kevin Poweska, Cornelia Winkler, Max Hensch, Felix Fahnert, Luca Deutschländer) | Erstmals veröffentlicht am 15.08.2022

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 15. August 2022 | 19:00 Uhr

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