Aufforstung schwierig Wald im Harz stirbt immer weiter

Der Waldbestand im Harz wird immer kleiner. Aufgrund der katastrophalen Zustände vieler Bäume rechnet der Krisenstab Wald auch in diesem Jahr mit weiteren Kahlflächen. Zwar wird aufgeforstet, doch unter anderem Trockenheit und fehlendes Saatgut bereiten Probleme.

Abgestorbener Wald und Kahle Bäume auf dem Armeleuteberg bei Wernigerode. Die Dürrejahre 2018 - 2020 haben massiven Waldschaden zur Folge gehabt. Vom Nadelwald wird der Harz zum Mischwald umgebaut um ihn gegen den Klimawandel beständiger zu machen.
Die Kahlflächen im Harz haben sich 2021 um weitere 4.000 Hektar vergrößert. Bildrechte: imago images/Christian Grube

Im Harz wird auch in diesem Jahr mit weiterem Waldsterben gerechnet. Die Fichten hätten einen katastrophalen Zustand, hieß es am Donnerstag nach der Sitzung des Krisenstabes Wald, der Ende 2020 gegründet wurde. Borkenkäfer und Trockenheit hätten bereits 80 Prozent vernichtet. Bei den Buchen sehe es ähnlich schlecht aus.

Kahlflächen haben sich 2021 vergrößert

Die Kahlflächen im Harz haben sich den Angaben zufolge im vergangenen Jahr um weitere 4.000 Hektar vergrößert. Dabei sind die Flächen des Nationalparks Harz nicht mitgezählt. Krisenstab-Chef Thomas Balcerowski (CDU) – Landrat des Landkreises Harz – bezeichnete den Kampf um den Wald als große Herausforderung. Als Gründe nannte er neben der Trockenheit auch die politischen Rahmenbedingungen. Balcerowski fordert deswegen vom Bund eine verbindliche und mittelfristig ausgerichtete Förder-Politik für die Wald-Besitzer.

Die Kahlflächen sollen mit Mischwäldern neu bepflanzt werden. Diese sollen den Angaben zufolge artenreich sein und viel Laubholz haben. Außerdem sollen Bäume gepflanzt werden, die Trockenphasen und Klimawandel gut überstehen können wie beispielsweise Eichen, Winterlinden, Esskastanien und Robinien. Der Krisenstab sprach sich auch dafür aus, künftig neue Baum-Sorten in Mischwälder mit aufzunehmen.

Forstminister spricht sich für vielfältigen Wald aus

Sachsen-Anhalts Forstminister Sven Schulze (CDU) sagte am Freitag beim länderübergreifenden CO2-Wirtschaftswaldgipfel in Schierke, es dürfe beim Thema Waldumbau keine Denkverbote geben. "Wir brauchen standort-angepasste Baum-Arten wie Douglasie, Roteiche und Küstentanne." Der Minister würdigte dabei das Engagement der Wald-Eigentümer, bei einer Tagung genau diese Aspekte mit Wissenschaftlern näher zu beleuchten.

Schulze ist gegenwärtig Vorsitzender der Agrarministerkonferenz. Im Mai hatte er sich in dieser Funktion für eine Honorierung aller Ökosystem-Leistungen des Waldes eingesetzt.

Bislang knapp 1.200 Hektar aufgeforstet

Knapp 1.200 Hektar Fläche wurden im Harz den Angaben zufolge bisher aufgeforstet. Trockenheit, Winderosionen, aber auch fehlendes forstliches Pflanzgut würden der Aufforstung allerdings Probleme bereiten. Der Verbiss von Pflanzen durch Wild behindere die jungen Bäume zudem beim Wachstum.

Die Ausfallraten liegen laut Krisenstab derzeit bei bis zu 30 Prozent. Es werde von einer Wieder-Aufforstungs-Periode von 15 bis 20 Jahren ausgegangen. Jährlich seien 1.000 Hektar leistbar.

Zustand der Wälder in Sachsen-Anhalt

Über den Zustand der Wälder in Sachsen-Anhalt gibt die Nordwestdeutsche Forstliche Versuchsanstalt jährlich einen Waldzustandsbericht heraus.

Über den Zustand der Wasser-Verhältnisse und die dafür empfohlenen Baum-Arten informiert das Landeszentrum Wald auf einer digitalen Karte.

dpa, MDR (Cornelia Winkler)

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10. Juni 2022 | 12:40 Uhr

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