Affenpocken Grimm-Benne: "Situation keinesfalls mit Corona-Lage vergleichbar"

Die Gesundheitsminister der Länder wollen eine weitere Ausbreitung der Affenpocken in Deutschland verhindern. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) betonte, dass die Situation nicht mit der Corona-Lage vergleichbar sei, man habe allerdings aus der Pandemie gelernt. Am Montag war der erste Affenpocken-Fall in Sachsen-Anhalt bestätigt worden.

Mit einem Labortest kann eine Affenpocken-Infektion nachgewiesen werden.
Mit einem Labortest kann eine Affenpocken-Infektion nachgewiesen werden. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/Christian Ohde

Die Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder wollen gemeinsam mit Bund und Kommunen eine weitere Ausbreitung der Affenpocken verhindern. Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD), zeitgleich Vorsitzende der Gesundheitsminister-Konferenz, betonte in Magdeburg, dass die aktuelle Situation allerdings "keinesfalls mit der Corona-Lage vergleichbar" sei.

Man habe aus der Pandemie aber, etwa mit Blick auf Strukturen und Impfstoff-Versorgung, gelernt, so Grimm-Benne. "Daher nehmen wir die aktuelle Situation trotz derzeit weniger Fälle in Deutschland ernst und müssen rechtzeitig reagieren."

RKI empfiehlt mindestens 21 Tage Isolation

Um eine Ausbreitung zu verhindern, werde man "gemeinsam alle Vorkehrungen treffen, um eine weitere Zunahme der Infektionen abzuwenden und den Ausbruch einzudämmen", erklärte Grimm-Benne. Dazu gehörten die aktuellen Empfehlungen des Robert Koch-Institutes (RKI) zu Isolation und Quarantäne. "Diese sind maßgebend für die Entscheidungen der Gesundheitsämter und sichern ein bundesweit einheitliches Vorgehen."

Das RKI empfiehlt für bestätigte Fälle von Affenpocken eine Isolation von mindestens 21 Tagen. Das gilt auch für enge Kontaktpersonen von Kranken. Diagnostizierte Affenpocken-Fälle würden vom RKI erfasst, Mediziner und Labors seien zur Meldung verpflichtet.

Bis zu drei Wochen Inkubationszeit

In Sachsen-Anhalt war am Montag der erste diagnostizierte Affenpocken-Fall bestätigt worden. Angaben des Gesundheitsministeriums zufolge handelt es sich dabei um einen Mann aus dem Landkreis Jerichower Land. Er befinde sich in häuslicher Quarantäne.

Der Betroffene hatte nach einer Reise über Beschwerden geklagt, so das Ministerium. Der Affenpocken-Fall wurde über einen PCR-Test bestätigt und an das Robert Koch-Institut in Berlin gemeldet.

Affenpocken sind eine Viruserkrankung, die durch Affenpocken-Viren verursacht werden. Die Inkubationszeit beträgt zwischen einer Woche und drei Wochen. Der Erreger wird laut Sozialministerium insbesondere über sehr engen Körperkontakt übertragen. Betroffene erkrankten aber nicht schwer. Eine Gefährdung für die Gesundheit der breiten Bevölkerung wird derzeit als gering eingeschätzt, hieß es.

Der erste Affenpocken-Fall in Deutschland war aus Bayern gemeldet worden, zuletzt gab es auch Meldungen aus Berlin und Baden-Württemberg. Proben zahlreicher weiterer Menschen werden analysiert, Behörden suchen außerdem nach Kontaktpersonen von Infizierten. Auch über den Einsatz von Impfstoffen wird beraten.

MDR (Felix Fahnert), dpa | eine erste Version des Artikel wurde am 23.05.2022, 17:17 Uhr veröffentlicht

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL RADIO | 25. Mai 2022 | 08:12 Uhr

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