Stockende Gespräche Künftige OB Borris gegen Klinikfusion in Magdeburg

Magdeburgs neue Oberbürgermeisterin, Simone Borris, will, dass Klinikum Magdeburg und Uniklinikum enger zusammenarbeiten. Eine Fusion käme aber nicht infrage. Diese wird von Gutachtern favorisiert, gilt aber schon lange als umstrittenen. Über den Fortgang der Gespräche zwischen beiden Kliniken soll nun im Juni entschieden werden.

Das Klinikum Magdeburg im Stadtteil Olvenstedt in Magdeburg
Soll das Klinikum Magdeburg mit dem Uniklinikum fusionieren? Die künftige Oberbürgermeisterin Borris sagt Nein. Bildrechte: dpa

Magdeburgs künftige Oberbürgermeisterin Simone Borris (parteilos) hat einer möglichen Fusion des städtischen Klinikums mit dem Uniklinikum Magdeburg eine Absage erteilt. Eine solche oder gar ein Verkauf des Hauses käme "nicht infrage", sagte Borris der "Volksstimme". Darüber sei in den laufenden Gesprächen auch nie gesprochen worden. Borris ist aktuell Aufsichtsratsvorsitzende des Klinikums.

Das Klinikum Magdeburg und das Uniklinikum reden seit mehreren Jahren über eine engere Kooperation. Schon im März 2020 war in einem gemeinsamen Memorandum vereinbart worden, ein "Großkrankenhaus" in Magdeburg zu "gründen". Zusammen mit der Stadt Magdeburg hatte man die Bestrebungen im Februar 2021 öffentlich gemacht. Seitdem wurde an einem Grundlagenvertrag für die weiteren Verhandlungen gearbeitet.

Entscheidung liegt weiter bei Aufsichtsräten

Dieses Papier legt den Aufsichtsräten beider Häuser seit März dieses Jahres vor, beschlossen ist es aber bis heute nicht. Der Aufsichtsrat des Klinikums Magdeburg vertagte sich Ende April in dieser Frage. Man wolle bis zur nächsten Sitzung am 23. Juni einzelne Punkte erneut "intensiv beraten", hieß es damals. Nach MDR-Informationen wünscht man sich auch Gespräche nicht nur zwischen den Kliniken, sondern auch mit dem Aufsichtsrat des Uniklinikums.

Letzterer fasste auf zwei Sitzungen im April und Mai keine Entscheidung zu den Gesprächen. Das Gremium war ausschließlich mit Personaldebatten am Uniklinikum befasst. Laut Wissenschaftsministerium will man nun erstmal die Entscheidung vom Aufsichtsrat des Klinikums Magdeburg abwarten.

Laut Gutachtern sollten Klinikum Magdeburg und Uniklinikum künftig enger zusammenarbeiten, um den kostspieligen Wettbewerb um Patienten und Personal einzudämmen. Ein Gutachten im Auftrag des Uniklinikums kam dabei 2020 zu dem Schluss, dass die Bildung eines einzigen Krankenhauses an einem einzigen Standort finanziell am sinnvollsten wäre.

Andere Optionen sind eine Aufteilung bestimmter Klinikbereiche zwischen Olvenstedt und Leipziger Straße oder eine stärkere Kooperation innerhalb der bestehenden Strukturen.

Notfalls auch ohne Kooperation?

Simone Borris
Führt den Aufsichtsrat des Klinikums Magdeburg und bald auch das Rathaus: Simone Borris Bildrechte: dpa

An einer möglichst engen Kooperation käme man aus wirtschaftlichen Gründen kaum vorbei, wird Simone Borris nun zitiert. Sollten die Gespräche nicht gelingen, bleibe alles wie gehabt. "Wir werden als Klinikum unsere eigenen Stärken weiter unterstützen", so Borris. Das Klinikum hatte in der Corona-Pandemie und unter der zwischenzeitlichen Geschäftsführerin begonnen, einen Verlust anzuhäufen.

Borris und der scheidende Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) hatten sich im Januar dieses Jahres an die Belegschaft gewandt. Niemand müsse sich angesichts der Gespräche um seinen Arbeitsplatz sorgen, sagte Trümper damals. Eine Fusion räumte er zwar nicht komplett aus, sagte aber, man sei aktuell "meilenweit davon entfernt".

Gegen eine Fusion hatte sich zuletzt auch ein in der Stadt vernetzter "Freundeskreis Klinikum Magdeburg" ausgesprochen. Für eine solche bräuchte es aller Voraussicht nach ein Votum von Stadtrat und Landtag.

MDR (Thomas Vorreyer)

404 Not Found

Not Found

The requested URL /api/v1/talk/includes/html/4c1a9659-2e77-42ca-a13d-57bb41e04600 was not found on this server.

Mehr aus Magdeburg, Börde, Salzland und Harz

Jubel über Meisterschaft 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Mehr aus Sachsen-Anhalt